— 12.—
Hefte für Stemmeisen und Feilen. Nach der grundlegenden Einführung in die Werkstoff- und Werkzeug- kunde gestaltete sich der Unterricht individuell. In den Gesichtskreis der Schüler tritt zum ersten Male die Maschine.
Für die Oberstufe, d. h. für die Schüler mit längerer Prfalrungs steht die produktive Gestaltung im Vordergrund. Ausserordentlich bei den Schülern beliebt sind Drechslerarbeiten. Es entstanden eine grosse Zahl Tischlampen aus Eschen-, Kirsch-, Apfel- und Birnbaumholz. Die Installation der Lampen wurde ebenfalls von den Schülern selbst vorgenommen.
Im allgemeinen kann gesagt werden, dass der Werkunterricht den Schülern viel Freude macht. Er bedeutet für die Mittelstufe eine starke Weckung für handwerkliche Selbsttätigkeit. Für die Oberstufe ist er ein ausgezeichnetes Mittel, den Unterricht im Sinne des Arbeitsschulgedankens zu gestalten. In Oberprima haben wir uns in diesem Jahre spezieller im Rahmen der Indegralrechnung mit Rotationskörpern beschäftigt. Die Schüler stellten nach gegebenen Gleichungen die Kurven graphisch dar, fertigten cine Schablone an und drehten danach die Rotationskörper in Holz ab. Ober- flächen-, Inhalts-, Schwerpunktsberechnungen waren aus der Mathematikstunde bekannt. Die theore- tischen Entwicklungen konnten jetzt für die Praxis ausgewertet werden. Mit der Herstellung der Rotationskörper war eine weitere Anregung gegeben. Man konnte die Fäüsse und Säulen für Steh- lampen verwenden, wobei die Installation derselben uns in die praktische Physik führte. So liess sich in vielen Fällen eine Verknüpfung von Unterricht und Praxis herbeiführen. Viele mathematische Figuren wurden nicht nur farbig gezeichnet, sondern auf Sperrholztafeln mit Faden gespannt. Die Verwandlung von Flächen in andere inhaltsgleiche Flächen liessen sich in Obertertia an Sperrholz- tafeln mit der Laubsäge praktisch und anschaulich durchführen. Damit wurde der Werkunterricht für uns ein wertvolles Hilfsmittel des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts. Die Aufgabe der Zukunft wird es sein, solchen Verknüpfungen des Unterrichts mit der Praxis unsere ganz besondere Aufmerksamkeit zu schenken.. 3
Was die finanzielle Seite zur Gestaltung des Werkunterrichts anbetrifft, so fallen vor allem die ersten Anschaffungen ins Gewicht. Dank der finanziellen Unterstützung von seiten des Herrn Ministers war es möglich, dass die Werkräume am Realgymnasium in Biedenkopf so ausgestattet werden konnten, dass heute die werktätige Arbeit eine wesentliche Stütze im allgemeinen Unterricht der Anstalt bildet. Die vorhandenen Einrichtungen, wie Obstgarten, Imkerei, Werkarbeit, konnten best'ns für die Zwecke des Unterrichts herangezogen werden, um aus der Selbsttätigkeit der Schüler heraus den Stoff zu gestalten..
III. Sericht ber die Lehrer.
Mit Beginn des Schuljahrs wurde Studienassessor Dr. Meilinger als Studienrat an die August Vilmarschule in Homburg versetzt. An seine Stelle trat Studienassessor Dr. Tapp.
Zaum 1. Oktober wurde Studienassessor Dr. Lindemann dem Oberlyceum in Göttingen, Studien- assessor Dr. Meister der Friedrich-Wilhelmschule in Exschwege überwiesen. Mit der Versehung der dadurch freigewordenen Stellen warden die Schulamtsbewerber Ludwig und Greif beauftragt. Den Religionsunterricht der Sekunda übernahm Vikar Dietz, den der Prima Dekan Christian, zuletzt Pfarrer Lehmann-Dexbach.
Anschliessend an die Sommerferien trat der Anstaltsleiter nach untmonatüeher Krankheit den Dienst wieder an.


