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VI. Verschiedenmnes.
a) Gebäude.
Bericht über den Ausbau dessechsklass. Realprogymnasiums zurollanstalt von Reg.-Baumeister Dr. Schulze.
Der Entwurf für den Um- und Erweiterungsbau hat folgende Forderungen zu berücksichtigen:
1. Für die Oberklassen sind drei Schulzimmer neu anzulegen.
2. Die bestehenden Klassenräume und das Lehrerzimmer sind zu vergrößern.
3. Für den naturwissenschaftlichen Unterricht sind vorzusehen: ein Hörsaal, je ein Ubungs- und ein Sammlungsraum für Physik und Chemie. 3
4. Für den Zeichenunterricht, der bisher in der alten Aula abgehalten wurde, ist ein Zeichensaal mit Sammlungsraum zu schaffen.—
5. Für den unzulänglichen Bibliotheksraum ist ein neuer Raum nebst Vorzimmer anzulegen.
6. Für den Werkunterricht sind 2 Zimmer, für die Aufbewahrung von Karten 1 Zimmer herzustellen.
7. Als Arbeitsraum für den Direktor wird ein Klassenzimmer des Obergeschosses eingerichtet.
8. Der bisher als Direktorzimmer dienende kleine Raum wird als Hausmeisterzimmer eingerichtet.
9. Eine neue geräumige Aula ist anzulegen, hierzu eine Galerie mit Nebenraum und ein Kino- vorführungsraum.
10. Im Schulgebäude ist eine Hausmeisterwohnung unterzubringen.
11. Es sind Aborte für Lehrer und Schülerinnen einzurichten.
12. Die Holztreppe im alten Bau ist durch eine Massivtreppe zu ersetzen.
13. Es ist eine Zentralheizungsanlage einzubauen.
Für die Bauarbeiten war Vorbedingung, daß der Unterricht keine Unterbrechungen und Störungen erleiden durfte.
Der Entwurf bedurfte der Genehmigung, bezw. der Zustimmung des Hochbauamtes Dillenburg, der Regierung Wiesbaden, des Provinzial-Schulkollegiums in Kassel und der staatlichen Hauptstelle für den natur- wissenschaftlichen Unterricht in Berlin.
Als Hauptgedanke ergab sich, daß ein Teil der neuzuschaffenden Räume in einem auf das alte Gebäude aufgebauten Geschoß, der andere Teil in einem besonderen Erweitungsflügel untergebracht werden sollte.
Die Sommerferien 1924 wurden nun zunächst dazu benutzt, um den Stockwerksaufbau auszuführen. In dem Geschoß konnte für zwei Klassenräume, den Zeichensaal mit Sammlungszimmer, die Bücherei mit Vor— raum und das Kartenzimmer Raum geschaffen werden. Die Bibliothek erhielt neue Büchergestelle. Der dritte fehlende Klassenraum wurde später beim Umbau des alten Hauses gewonnen. Zwar wurde das eine Klassen- zimmer als Direktorzimmer verwendet, jedoch ergaben sich andererseits aus der alten Aula zwei Klassenräume. Trotzdem die Bauarbeiten durch regnerisches Wetter stark beeinrächtigt wurden, reichten die Ferien aus, um den Aufbau herzustellen und das Gebäude wieder unter Dach zu bringen.
In den Sommerferien 1925 wurden sodann die hauptsächlichsten Umbauarbeiten im alten Haus vor- genommen, und zwar wurde im Keller ein Heizraum mit einer um 70 cm vertieften Sohle hergestellt. Im Erd- geschoß wurde das Lehrerzimmer und zwei Klassenzimmer auf Kosten des Flures bezw. des ehemaligen Bibliothek- raumes erweitert, das Direktorzimmer wurde ſür den Hausmeister eingerichtet und erhielt ein Schalterfenster. Im ersten Obergeschoß wurde eine Klasse unter Hinzunahme des Flures vergrößert, die Aula und das Chemie- zimmer wurden zu zwei Klassenzimmern umgebaut.
Unmittelbar anschließend wurde mit der Errichtung des Erweiterungsbaues begonnen, der als besonderer Flügel rechtwinklig an das alte Gebäude angesetzt ist. Es enthält im Sockelgeschoß die Hausmeisterwohnung (Küche, 4 Zimmer und Nebenriiume), die Mädchenaborte und zwei Räume für den Werkunterricht, im Haupt- geschoß die Räume für den naturwissenschaftlichen Unterricht und im Obergeschoß die Aula mit Nebenräumen und Aborten.
Der Einbau der Zentralheizungsanlage(Warmwasser) in den alten Bau wurde in den Sommerferien 1925 vorgenommen. Bei Eintritt kühler Witterung im Herbst wurde die Anlage in Betrieb gesetzt. Als dann der Erweiterungsflügel im Rohbau fertiggestellt war, wurde auch hier die Zentralheizung angelegt und an den be- stehenden Teil angeschlossen, sodaß der Neubau während der Innenausbauarbeiten trocken geheizt werden konnte.
Nachdem in den Osterferien 1926 der Durchbruch vom alten zum neuen Gebäude hergestellt worden war, wurden die Sommerferien 1926 dazu benutzt, die alte Holztreppe zu entfernen und eine Betontreppe ein- zubauen; das Treppenhaus wurde wesentlich geräumiger gestaltet, indem die neue Treppe um die Breite ihrer Podeste in den Erweiterungsbau hineingeschoben wurde.


