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der Umgebung und der Gedankenwelt der Schüler durch Zeichnen, Malen, Ausschneiden und Kleben geübt. Zur Behandlung standen Stoffe aus dem täglichen Leben(Wäscheplatz, Jahr- markt, Feuer, Bahnhof, Fabrik, Schaufenster, Schmiede, Kaufmannsladen, Tischler- u. Schuhmacher- werkstatt, Strasse, Eisenbahn und dergl.), Stoffe aus dem deutschen Unterricht und IIlustrationen von Märchen(Siegfrieds Kampf mit dem Drachen, die Schneider auf der Kirchturmspitz', Schnee- wittchen, die Gänsemagd, Frau Holle, Rotkäppchen, das tapfere Schneiderlein und dergl.', und Stoffe aus dem Religionsunterricht(Weihnachtsdarstellungen, der barmherzige Samariter). Von IV ab wurde gleichzeitig die körperliche Darstellung(Kisten, Bücher, Flaschen, Vasen, Töpfe, Zweige, Schmetterlinge, Käfer, Vögel und dergl.) und deren farbige Wiedergabe geübt, die daun von UIII— OI in Verbindung mit künstlerischer Raumaufteilung in dem Vordergrund stand und sich in den Oberklassen auch auf Zeichnen von Innenräumen erstreckte. Nebenbei ist auch in diesen Klassen das freie Gestalten nach dem Gedächtnis und der Phantasie nicht ausser Acht gelassen worden. In den Oberklassen fand eine Berücksichtigung des gebundenen Zeichnens durch Darstellen einfacher Körper in Grund-, Auf- und Seitenriss mit Schnittebenen statt. Die Kunst- betrachtung musste, da es an geeigneten Anschauungsobjekten fehlte, unterbleiben. Nur im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft der Ol wurden die Schüler in das Wesen der Renaissance und des Barocks eingeführt. Ausserdem gab eine Fahrt nach Kassel Gelegenheit, die Schüler mit Werken der vlaemischen und holländischen Schule bekannt zu machen.
2. Musik.
Der Musikunterricht knüpfte an das in der Grundschule Erreichte an. Atem- und Stimm- übungen in Verbindung mit dynamischen und Lautübungen werden zu Beginn der Stunde vor- genommen und leises Singen mit weichem Stimmeinsatz geübt. Die Schüler wurden in das Dur- System eingeführt und die Tonartenreihe bis A- und Es-Dur erweitert. Einstimmiger und homophoner und polyphoner zweistimmiger Liedgesang wurden durch Einzel- und Chordarbietungen geübt. Die schriftlichen Arbeiten hatten den Zweck, das musikalische Gehör, die Tonvorstellung und das Ton- bewusstsein zu entwickeln. Insbesondere sollten die Schüler die Fähigkeit erlangen, vorgesungene oder vorgespielte Tonreihen aufzufassen und niederzuschreiben. In der Oberstufe wurde auch gelegentlich das Finden eigener Melodien angestrebt.
Das musikgeschichtliche Gebiet des Unterrichts berücksichtigte einige seiner Entwicklungs- epochen. So wurden die Schüler bekannt gemacht mit der Tonkunst des Altertums(Griechen, Römer und erste Christen) und des Mittelalters(Ambrosius von Mailand, Gregor der Grosse, An- fänge der Mehrstimmigkeit, Mensuralmusik, ausserkirchliche Laienmusik, Konzil zu Trient, Musik im Zeitalter des Barocks.
Aus den stimmlich und musikalisch geeigneten Schülern der Klassen 1IVY— OI wurde ein vierstimmiger Schülerchor, bestehend aus Sopran, Alt, Tenor und Bass, zusammengestellt, der in einer Wochenstunde den mehrstimmigen Gesang pflegte.
3. Leibesübungen.
Für Turnen, Sport und Spiel gilt im allgemeinen das im vorigen Jahresbericht Gesagte. Der ganze Betrieb der Leibesübungen wird sehr erschwert durch die Unzulänglichkeit der Turn- halle und des Sportplatzes. Trotzdem machten die Schüler besonders in den volkstümlichen Uebungen recht erfreuliche Fortschritte Das zeigte sich bei den Reichsjugendwettkämpfen in Wallau(15. August 1926). Als besondere Leistung ist hervorzuheben, dass es den Mannschaften des Realgymnasiums gelang, in dem 400-m-Eilbotenlauf trotz starker Konkurrenz die beiden ersten Plätze zu belegen. Die Schule gewann dadurch den vielbegehrten Wanderpreis, einen Silberschild.


