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3. Werkunterricht.
Mit Beginn des Winterhalbjahres wurde auch der in den letzten Jahren schon gepflegte Werk- unterricht mit zwei Stunden wöchentlich wieder aufgenommen. Als Arbeitsgebiet wurde Holz- bearbeitung und Feinmechanik gewählt. Neben der Reparatur physikalischer Apparate wurden eine Anzahl Rahmengestelle für physikalische Versuche hergestellt. Ein Schüler beschäftigte sich mit Einlegearbeiten. Die jüngeren Schüler wurden in den einfachen Handfertigkeiten wie Stemmen, Bohren, Sägen, angeleitet; die älteren wählten sich selbst Arbeitsgebiete. In der Regel wurden Einzelteile für Radioempfang oder auch Weihnachtsgeschenke angefertigt.
Mit Beginn des neuen Schuljahres soll der Obst- und Gartenbau besonders gepflegt werden. Nachdem der Schule der grösste Teil des Mustergartens des Obst- und Gartenbauvereins mit etwa 80 Obstbäumen der verschiedensten Sorten und Formen zur Verfügung steht, ist die für eine höhere Schule wohl einzigartige Gelegenheit gegeben, bei den Schülern Interesse für Obst- und Gartenbau zu erwecken und bereits vorhandene Kenntnisse zu vertiefen.
III. Bericht ber die Lehrer.
Mit Beginn des neuen Schuljahrs traten die Studienassessoren Michel und Dr. Nold in das Kollegium der Anstalt ein.
Heinrich Jos. Michel, Studien-Assessor, geb. am 11. Jan. 1887 zu Hünfeld, besuchte das Gymnasium zu Fulda und anschließend die Universitäten Münster i. W. und Berlin, um klassische Philologie und Germanistik zu studieren, bestand 1913 das Staatsexamen, diente als Einjährig-Freiwilliger von Herbst 1912 bis Herbst 1913, stand vom 2. August 1914 an im Kriegsdienst, aus dem er Ende 1916 infolge einer Schuß- verletzung entlassen wurde. Seine praktische Ausbildung als Studienreferendar erhielt er am Gymnasium zu Fulda und war als Assessor von 1918— 1925 am Gymnasium Fulda, am Realgymnasium l in Cassel und am Wilhelmsgymnasium in Cassel tätig. Ostern 1925 erfolgte seine Versetzung an das staatl. Real- gymnasium i. E. in Biedenkopf.
Robert Nold, Dr phil., Studienassessor, geb. am 6. Juni 1897 zu Diez(Lahn), besuchte die Real- schule seiner Vaterstadt und anschließend die Oberrealschule zu Wiesbaden, studierte an der Universität Marburg Mathematik und Naturwissenschaften und in Frankfurt a. M. zur Ablegung des Gewerbeoberlehrer- examens Volkswirtschaft. 1919 wurde er auf Grund einer Arbeit über das Herz und Blutgefäßsystem der Weinbergschnecke zum Dr. phil. promoviert. Nach einjähriger Tätigkeit als Assistent am Zoologischen Institut der Universität Marburg trat er nach bestandenem Staatsexamen 1920 in den höheren Schuldienst über. Die Referendarzeit an der Helmholtz-Oberrealschule und der Sachsenhäuser Oberrealschule schloß er 1922 mit dem Assessorexamen ab, um von da an bis 1924 als Gewerbehilfslehrer in den Klassen der Nahrungsmittelgewerbe an der Gewerblichen Berufsschule zu Wiesbaden tätig zu sein. Vom Herbst 1924 bis Ostern 1925 war er an der Adlerflychtschule(Deutsche Oberschule und Realschule) zu Frankfurt a. M. und von Ostern 1925 am Reformrealgymnasium zu Biedenkopf tätig.
Leider erkrankte Studienrat Appel infolge eines Unfalls, den er an dem für die Schüler fest- gesetzten Rodeltag erlitten hatte, so schwer, dass er erst nach monatelangem Schmerzenslager den Dienst wieder aufnehmen konnte. Da während des Sommerhalbjahrs auch die Stelle des Musik- und Turnlehrers unbesetzt blieb, so musste leider trotz stärkster Inanspruchnahme der übrigen Lehrer der Musikunterricht sowohl als auch der im Zeichnen, den Studienrat Dr. Beyer in Ermangelung eines Fachlehrers seit Jahren bereits erteilt, während des Sommerhalbjahrs ausfallen,
da in dem durch Ankunft und Abgang der Züge eng begrenzten zeitlichen Rahmen eine Unter- bringung dieser Stunden nicht möglich war.
Am 1. November wurde Lehrer Spenner zur Verwaltung der Oberschullehrerstelle der hiesigen Anstalt einstweilen überwiesen
Karl Spenner, geb. 13. Okt. 1899 zu Cassel, besuchte die Oberrealschule I seines Heimatortes bis zu Ul, um dann auf das Seminar Homberg überzugehen. Vom Juni 1917 bis Februar 1919 nahm er


