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oder Darſtellung aus Haus und Garten, die die Phantaſie beſchäftigten und mit einfachen Mitteln Gefälliges ſchufen. Auf dieſem Wege konnte auch die perſpektiviſche Darſtellung ſchon früh, in V. und IV. vorbereitet werden. Eigentliche Perſpektive nach der Wirklichkeit im Zimmer und im Freien wurde erſt von U III ab geübt.(Schienengeleiſe, Wege und Hecken, Mauern, Schulbäume, Treppen, kleine Häuſer und ganze Straßen unſeres alten Städtchens). In 0 III nahmen zoologiſche Skizzen mit Buntſtift gefärbt, einen breiten Raum ein. In U II und 0 II wurden gelegentlich Pflanzen aus der Natur, Zuſammenſtellungen chemiſcher Apparaturen, Schneckengehäuſe, Geſtopfte Vögel und Säuger, verſucht. Ton⸗ und Glaswaren als Vorlage hat der U. möglichſt vermieden. In den oberen Klaſſen zeigte der Lehrer mehrſach Proben aus ſeiner Sammlung von Farbendrucken nach Bildern unſrer Meiſter, ferner Bilder aus der Kulturgeſchichte
des Altertums, endlich noch die ſchönen„Wiener Bilderbogen“.) Beyer. Turnen. Die Anzahl der Schüler betrug im Sommer 184, im Winter 179. Von dieſen waren befreit: von einzelnen Uebungen vom Turnunterricht überhaupt im Sommer im Winter im Sommer im Winter aufgrund ärztl. Zeugniſſe—— 11 13
aus anderen Gründen————
Der Unterricht wurde in 5 Abteilungen(VI, V, IV, U III u. O III, U II u. 0 II) gegeben. Das
Sportfeſt fand am 8. Oktober ſtatt. Im Sechskampf(Weit⸗ und Hochſprung, 100⸗m⸗Lauf, Kugelſtoßen, Speerwurf, Dreiſprung) erhielten erſte Preiſe:
Geiß aus 0 II Bauer„ U II
Im Dreikampf(100⸗m⸗Lauf, Weitſprung, Ballweitwurf) waren erſte Sieger: Immel„ U III Klies„ V Burk aus 0 III Hahn„ IV
Die Spielſtunden wurden auf einem von der Stadt geſchaffenen Spielplatz an der Lahn abgehalten. Durch den im März eingetretenen Schneefall war reichlich Gelegenheit gegeben, Schneeſchuh zu laufen und zu rodeln, wozu auch die Nachmittagsſpielſtunden ausgenutzt wurden. Diebel, Dopke, Klages, Reichmann.
Schwimmen. Bis zu den Sommerferien war die Witterung für das Baden recht günſtig, ſodaß die 3 Minuten von dem Realgymnaſium entfernte Badeanſtalt fleißig beſucht wurde.— Die Zahl der Freiſchwimmer betrug 52. Diebel, Dopke, Reichmann.
Il. Bericht über die Lehrer. Mit Beginn des neuen Schuljahres traten Studien⸗Rat Diebel und die Studien⸗Aſſeſſoren Bauer
und Reichmann in das Kollegium der Anſtalt ein.
Auguſt Diebel, wurde am 9. 3. 1891 in Allendorf a. d. Werra geboren. Er beſuchte die Vilmarſch. höhere
Lehranſtalt in Melſungen und das Realgymnaſium in Caſſel, das er Oſtern 1910 mit dem Zeugnis der Reife verließ. Er ſtudierte„Neuere Sprachen“ in Marburg, Gent, Göttingen und London. Vom September 1914 bis Dezember 1918 ſtand er im Heeresdienſt. Am 9. 10. und 11. Juli 1919 beſtand er das philol. Staatsexamen in Göttingen und im April 1920 die Aſſeſſorenprüfung an der O. R. II in Caſſel, wo er ſein Seminarjahr ablegte. Nach einer kurzen Vertretung am Realgymnaſium Caſſel wurde er im Mai 1920 als Stud.⸗Rat an die Staatl. Bild.⸗ Anſtalt Lichterfelde(ehm. Haupt.⸗Kad.⸗Anſt.) berufen Im Mai 1924 wurde er auf ſeinen Wunſch in ſetne Helmat⸗ provinz Heſſen⸗Naſſau zurückverſetzt und dem Realgymnaſium Biedenkopf überwieſen. FHFans Bauer, geboren am 26. 3. 1891 zu Eſſen a. d. R., beſuchte das Gymnaſium zu Caſſel und anſchließend die Univerſitäten München, Halle und Göttingen, um Philologie und Theologie zu ſtudieren, beſtand im Sommer 1914 die Prüfung für das höhere Lehramt. Als Kriegsfreiwilliger nahm er vom 2. Auguſt 1914 bis 28. Nov. 1918 am Weltkrieg teil, wurde am 1. Dezember 1918 als Studienrefrendar an das ſtaatl. Wilhelms⸗Gymnaſium in Caſſel berufen, beſtand daſelbſt im September 1919 die pädagogiſche Prüfung und war ſeit dem 1. Oktober 1919 an den ſtädtiſchen höheren Lehranſtalten Caſſels(O R. I, O. R. II, O. L. 1) als Studienaſſeſſor tätig. Am 1. Mai 1924 erfolgte ſeine Verſetzung an das ſtaatl. Realgymnaſium i. E. in Biedenkopf.


