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II. Verfügungen der vorgesetzten Behörden von allgemeinem Interesse.
Berlin, 11. Aug. Der Notprüfung dürfen sich auch solche Schüler unterziehen, welche der Unter- sekunda seit Ostern 1914 angehören.
16. Aug. Nicht heerespflichtige Oberlehrer etc. sollen ihre Vaterlandsliebe durch fleissiges und hingebungsvolles Unterrichten an ihrer Anstalt betätigen.
20. Aug. Schüler, welche das Notexamen machen, sind verpflichtet, das Schulgeld für das laufende Vierteljahr zu bezahlen.
29. Aug. Den Oberlehrern etc., welche Offiziersbesoldung erhalten, ist ihr Zivilgehalt um 10 der Kriegsbesoldung zu kürzen.
4. Sept. Auch 16jährige Schüler der IIb können die Notprüfung machen. 4. Sept. Alle Schüler von 16 Jahren sollen sich an den militärischen Uebungen beteiligen.
30. Sept. Die Schüler, welche an den Kriegsübungen teilnehmen, können ganz oder teilweise vom . Turnunterricht befreit werden.
6. Nov. Die Lehraufgaben sollen, wo es angeht, in lebendige Beziehungen zu den grossen kriegerischen Ereignissen gebracht werden.
20. Jan. Die Zulassung der 9 Sekundaner zur Schlussprüfung wurde genehmigt und Professor Wehmeyer beauftragt, die Geschäfte des Königl. Kommissars wahrzunehmen.
31. Jan. Professor Dr. Kiesel ist im Interesse des Dienstes zum 1. April 1915 an das Königl. Gymnasium zu Hersfeld versetzt.
5. Febr. Prof. Dr. Beyer von der Oberrealschule von Fulda ist zum 1. April 1915 nach Biedenkopf versetzt.
29. Jan. Bei der bevorstehenden Versetzung soll gebührende Rücksicht auf die Hemmungen und Störungen, die in der Kriegszeit im Unterrichtswesen vorgekommen sind, genommen werden, besonders bei Schülern, die sonst den Anforderungen der Schule entsprochen haben.
9. Febr. Die Jugend soll sich eifrig beteiligen an der Abführung von Gold an die Reichsbank.
15. Febr. Der 100 jährige Geburtstag Bismarcks soll kurz vor den Ferien in würdiger Weise gefeiert werden.
28. Febr. Bei der zweiten Kriegsanleihe sollen die Lehrer sich durch Zeichnungen von Beiträgen beteiligen.
III. Zur Geschichte der Anstalt.
Am 29. April 1914 hielt ein früherer Schüler unserer Anstalt, Herr Kaplan Joseph Hartmann, der Neffe des Herrn Pfarrers Brühl hier, seine Primizfeier. Zu derselben war mit Herrn Landrat Dr. Daniels und Herrn Direktor a. D. Esau auch der Unterzeichnete als früherer Lehrer und Ordinarius des Primizianten eingeladen worden. So kam es, dass beim Festmahl der protestantische Religions- lehrer dem Primizianten, seinem pietätvollen ehemaligen Schüler, die Festrede hielt. Ich berichte dies, damit der auswärtige Leser zu seiner Freude erfährt, dass in dem„liberalen“ Biedenkopf schon vor Ausbruch des Krieges die schönste Eintracht zwischen Katholiken und Protestanten bestand und nun erst recht besteht.


