Jahrgang 
1911
Einzelbild herunterladen

9

II. Verfügungen der vorgesetzten Behörden von allgemeinem Interesse.

Durch Verfügung vom 30. April 1910, S. 2970, wird ein Auszug aus der vom deutschen Turn- lehrerverein veranstalteten Statistik des Schulturnens zur Kenntnisnahme übersandt. Die Turnhalle wird darin zu den ausnahmsweise mit Geräten nicht genügend ausgerüsteten gezählt. Sonstige Mängel sind nicht angegeben.

Verfügung vom 17. Mai 1910, S. 6679, teilt mit, dass die Dauer des öffentlichen Wetterdienstes wie in den Vorjahren für die Zeit vom 1. Mai bis 30. Sept. festgesetzt worden ist. Min.-Erlass vom 23. April 1910. Die Versicherung der Schüler gegen Unfälle und Haftpflicht ist nicht Sache der Schule und muss der freien Entschliessung der Schüler bezw. ihrer Eltern

überlassen bleiben.

Min.-Erlass vom 15. Febr. 1910, mitgeteilt durch Verfügung des Prov.-Schulkollegiums vom 2. Juni, weist die Direktoren der höheren Schulen an, dem Kampfe gegen die Schundliteratur ihre volle Aufmerksamkeit zuzuwenden und dafür besorgt zu sein, dass namentlich die Verwalter der Schülerbibliotheken und die Lehrer des Deutschen die Bestrebungen gegen schlechte Jugend- und Volksschriften unterstützen.

Min.-Erlass vom 26. Mai 1910. Unter der Leitung des Stadtschulrats Dr. Karl Michaölis in Berlin hat sich ein Ausschuss gebildet zum Austausch französischer, englischer und deutscher Kinder während der Ferien und für längere Zeit.

Den Direktoren und namentlich den Lehrern der neueren Sprachen wird empfohlen, die Bemühungen des genannten Ausschusses, der mit einem französischen und einem englischen Komitee zusammenarbeitet, möglichst zu unterstützen.

Durch Verfügung des Prov.-Schulkollegiums vom 14. Jan 1911 wird die Ferienordnung für 1911/12 bekanntgegeben.(Siehe Mitteilungen an die Schüler und deren Eltern am Schlusse dieses Jahresberichts.)

Chronik der Ansktalt.

Die Aufnahmeprüfung für das Schuljahr 1910/11 war am Montag, den 4. April 1910. Es wurden 19 Schüler aufgenommen und zwar vier in Obertertia, einer in Quarta, zwei in Quinta und zwölf in Sexta. Während des Schuljahres trat nur ein Schüler ein, während acht abgingen; einer mit dem Zeugnis der Reife für Obersekunda, einer wegen Krankheit und vier wegen Ver- setzung des Vaters. Einen braven und fähigen Schüler verlor die Anstalt durch Tod infolge der Nachkrankheiten eines zwei Jahre vorher überstandenen schweren Gelenkrheumatismus. Lehrer und Schüler gaben ihm am 30. Sept. das letzte Geleite. Seit 1884 war die Anstalt von Todes- fällen unter den Schülern verschont geblieben.

Zu Beginn des Jahres war der Kandidat Luckey zur Ableistung des Probejahres überwiesen worden. Das erleichterte sehr die Vertretung des Oberlehrers Dr. Kiesel, der bald nach Beginn des Schuljahres erkrankte und dann ein Sanatorium in Wiesbaden aufsuchte, in dem er bis zum 7. November 1910 verblieb. Herr Luckey übernahm die ganze Arbeit des Dr. Kiesel. So blieb jede Unterbrechung des Unterrichts vermieden.