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III. Chronik der Anstalt.
Das Schuljahr 1093/04 begann mit der Aufnahmeprüfung am Montag, den 20. April 1903. Zur Aufnahme hatten sich 28 Schüler gemeldet und zwar 2 für Sekunda und 26 für Sexta.
An Stelle des nach Wiesbaden versetzten Herrn Oberlehrers Schmelz trat Herr Dr. Dorrie, zuletzt wissenschaftlicher Hilfslehrer am Gymnasium zu Fulda.
IHleiurich Dörrie, geboren am 2. Dezember 1873 zu Hannover, besuchte die Leibniz-Schule daselbst, studierte in Göttingen und Leipzig Mathematik, Naturwissenschaften, Geographie und Neuere Sprachen, promovierte an der Georgia Augusta im Juli 1898, bestand im August 1899 cbenfalls in Göttingen das Staatsexamen, absolvierte das Seminarjahr am Lyceum I zu Hlannover und am Kgl. Gymnasium zu Lingen a. d. Ems, war 1 ½ Jahre Oberlehrer an der Seefahrtschule zu Bremen, 1½ Jahr als Probandus am Kgl. Gymnasium zu Fulda und wurde Ostern 1903 zum Oberlehrer am Kgl. Realprogvmnasinm zu Biedenkopf ernannt.
Da die Mehrzahl der Lehrer die Einführung der Aarburger Ferienordnung wünschte, wurde eine Umfrage bei den Eltern der Schüler veranstaltet, die das Ergebnis hatte, dass mit einer eimigen Ausnahme, alle Erklärungen für Trennung von Sommer- und Herbstferien abgegeben wurden.
Bei dem Königl. Prov. Schulkollegium wurde deshalb die Einführung der genannten Ferien- ordnung beantragt. Die Genchmigung des Herrn Ministers traf am 29. Juni ein.
Es waren demgemäss
Pfingstferien vom 1. bis 8. Juni,
Sommerferien vom 19. Juli bis 17. August,
Herbstferien vom 4. bis 15. Oktober
und Weihnachtsferien vom 24. l'ezember 1903 bis 6. Januar 1904.
Am 29. Mai unterzog der Herr Oberregierungsrat Dr. Lahmeyer die Anstalt einer ein- gehenden Inspektion.
Die diesjährige Turnfahrt wurde mit der Sedanfeier vereinigt.„Am 1. September marschierten Lehrer und Schüler von Marburg aus, wohin die Bahn benutzt worden war, über Spiegelslust nach Amôneburg. Auf dem dortigen Marktplatze wies Prof. Dr. Wertsch in einer Ansprache an die Schüler auf die Bedeutung des Sedantages hin. Am 2. September fiel der Unterricht aus.
Wegen Hitze ist während des ganzen Sommers keine Stunde ausgefallen.
Der Unterrichtsbetrieb verlief im allgemeinen ohne Störung. Weder zu militärischen Ubungen noch zu Fortbildungskursen mussten Lehrer beurlaubt werden. Wegen Umwohlseins konnten Herr Wehmeyer an etwa 10, Herr Eckhardt an 8 Tagen und der Unterzeichnete 1 Tag nicht unterrichten.
Am 27. Januar fand zur Feier des Geburtstages unseres Kaisers und Königs der übliche Aktus statt. Herr Oberlehrer Schnädter hielt die Festrede über die Kolonisation der östlichen Provinzen.
Die schriftliche Schlussprüfung fand vom 23. bis 27. Februar statt; die mündliche unter dem. Vorsitze des Herrn Oberregierungsrats Dr. D. Lahmeyer am 23. März.


