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Der Unterrichtsbetrieb hat leider während des verflossenen Jahres vielfache Störungen erfahren. Auf sein Ansuchen wurde Oberlehrer Flach vom 20. April bis zu den Pfingstferien beurlaubt. Zu seiner Vertretung wurde der Anstalt der Probekandidat Phil. Stoll überwiesen.
Prof. Harff wurde wegen Krankheit beurlaubt vom 16. Mai bis zum 10. Juli. Nachdem Herrn Flach's Urlaub abgelaufen, wurde Herr-Stoll zur Vertretung des Prof. Harff herangezogen.
Herr Oberlehrer Dr. Koch unterzog sich einer achtwöchigen militärischen Uebung vom 31. Juli bis zum 27. September.
Vom 28. Oktober bis Weihnachten musste wieder Herr Oberlehrer Flach wegen nervösen Leidens seiner Dienstpflicht entbunden werden; und vom 6. November bis zum Schlusse des Semesters war Herr Baumann genöthigt wegen Brustleidens einen klimatischen Kurort aufzusuchen. Mit der Vertretung Banmanns wurde der Probekandidat Fritz Deutsch betraut, der aber am 3. März wieder die Anstalt verlassen musste, weil er zu einer militärischen Uebung einberufen worden war. Glücklicherweise hatte sich Kandidat Stoll entschlossen, für das Wintersemester als unbesoldeter Hülfslehrer an der Anstalt zu verbleiben. Derselbe war stets bereit die Ver- tretung der beurlaubten Herren zu übernehmen.
Durch Verf. v. 2. Juni 1898 S. 2710 wurde dem Herrn Prof. Harff der Rang der Räte vierter Klasse erteilt.
Am 22. Juni machten die Schüler und Lehrer der Anstalt eine Turnfahrt von Friedensdorf aus über den Karlshof nach dem bei Kaldern liegenden Rimberge. Der Rückweg führte wieder über den Karlshof und die Ruine Hohentels nach der Station Friedensdorf.
Der Geburtstag des Kaisers und Königs wurde durch einen Festakt mit Gedichts- und Lieder- vorträgen gefeiert. Die Festrede hielt der Direktor.
Die schriftliche Prüfung fand vom 1. bis zum 6. Febr. statt. Sämmtliche Schüler der Sekunda. 12 an der Zahl, waren zu derselben zugelassen worden. Die mündliche Prüfung fand am 22. März unter dem Vorsitze des zum königlichen Kommissar ernannten Direktors statt. Sämtliche Schüler bestanden die Prüfung.
Wegen Hitze brauchte der Unterricht während des ganzen Sommers nicht ausgesetzt zu werden.
Die Gesundheitsverhältnisse der Schüler waren nur gegen Schluss des Schuljahres unbefriedigend. Ueber die Versäumnisse giebt die Tabelle 3 des folgenden Abschnittes Auskunft.


