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Der Sitte gemäß theilt derſelbe nachſtehenden Ueberblick über ſeinen Bildungs⸗ und Lebensgang mit: Geboren zu Götzenhain im Großherzogthum Heſſen, beſuchte derſelbe nach entſprechender Vorbildung das Gym⸗ naſium zu Hanau, unterzog ſich ſpäter der Maturitätsprüfung vor der Pädagog⸗Commiſſion zu Gießen, ſtudirte daſelbſt, unter gleichzeitigem Beſuch des philolog. Seminars als außerordentl. Mitglied, 3 Jahre lang evangel. Theologie und wurde unmittelbar nach beſtandener Facultätsprüfung zur Gründung und Leitung einer höheren Lehranſtalt nach Grosgerau, einem Städtchen in der Nähe Darmſtadts, berufen. Fünf Jahre ſpäter zog derſelbe, nach inzwiſcher abſolvirter Staatsprüfung, nach Darmſtadt über, leitete daſelbſt zwei Jahre lang das Knaben⸗ inſtitut des Hofraths Dr. Lauteſchläger und machte gleichzeitig ſeinen Acceß als Reallehramts⸗Candidat an der daſigen Realſchule. Darnach gründete und leitete er während einer langen Reihe von Jahren ein eigenes Kna⸗ beninſtitut zu Darmſtadt, wurde gleichzeitig, erſt als Hilfslehrer an der Realſchule verwendet, bald darnach Vicar an der Real⸗ und Höheren Gewerbeſchule und ihm nach Beendigung dieſes Vacariats eine Lehrſtelle am Gym⸗ nafium zu Worms offerirt, die er jedoch, weil er vorerſt im Privatverhältniß zu bleiben wünſchte, gehorſamſt ablehnte. Auf beſonderen Wunſch Gr. Oberſtudien⸗Direction übernahm er proviſoriſch als erſter Lehrer die Direction der hieſigen Realſchule, welche Stelle ihm, nach einem Proviſorium von 4 Jahren, nunmehr definitiv übertragen iſt.—
Der Geburtstag Sr. Majeſtät des Königs wurde auch dießmal wieder von Lehrern und Schülern in entſprechender Weiſe gefeiert.
Ueber den Geſundheitszuſtand der Lehrer und Schüler iſt etwas beſonderes nicht zu berichten: derſelbe war im Ganzen ein erfreulicher; nur war Herr Lehrer Köhler vor Herbſt einige Wochen unwohl und Referent noch kurz vor dem Schluſſe des Schuljahres in Folge eines Augen⸗Leidens kurze Zeit verhindert, ſeine Lehr⸗ ſtunden zu ertheilen und mußten dieſelben aus Mangel an Stellvertretung, theils durch Combination, theils durch Beſchäftigung der Schüler verſehen werden.—
5. Vermehrung der Lehrmittel.
1. Lehrerbibliothek. Gekauft: Dr. L. Hahn, Geſchichte des preuß. Vaterlandes und deſſen Leitfaden der daterländ. Geſchichte. Wieſe, Dr. L. Verordnungen und Geſetze für die höheren Schulen in Preußen ꝛc. I. u. II. Dr. Plötz, Auszug aus der Geſchichte. Dr. Eckertz, Hilfsbuch für den erſten Unterricht in der deutſchen Geſchichte. A. Jäger, Hilfsbuch für den erſten Unterricht in der alten Geſchichte. Dr. Daniel, Lehrbuch der Geographie und deſſen Leitfaden. Wagner, kleine Schulgeographie von Heſſen⸗Naſſau. Siberti⸗Weiring, lat. Schulgram⸗ matik. Dr. Plötz, franz. Lehrbücher. Franz., engl. Vocabularg. H. Plate, vollſtänd. Lehrgang der engl. Sprache I. II. III. Schuſter und Regnier, dictionaire francais, I. u. II. Sachs, encyklopäd. Wörterbuch der franz. und deutſch. Sprache.
Geſchenkt: Prof. K. Koppe, erſter Unterricht in der Naturlehre(Bädeker, Eſſen). A. Böhme, Uebungs⸗ buch im Rechnen(G. W. Müller, Berlin). Leeder, Schulatlas zur bibl. Geſchichte(Bädecker, Eſſen). Ceck u. Johanſen, vaterl. Lehrbuch ſür die evangel. Volksſchulen Norddeutſchlands. Hopf und Paulſick, deutſches Leſebuch (Mittler u. Sohn, Berlin). Dy. Herbſt, hiſtor. Hilfsbuch(Cunze's Nachfolger, Mainz).
2. Phyſikaliſches Cabinet. Eine hydrauliſche Preſſe.
3. Zeichen⸗ und Kalligraphiſcher⸗Apparat. Allgemeine Zeichnenſchule von Scholz, 42 Heſte à 6 Blätter. Kalligraphiſche Vorlagen von Hartmann. Kalligraphiſche Muſterblätter von Nädelein.
4. Geographiſcher Apparat. Wandkarte von Deutſchland von Kiepert. Wandkarte von Eunßn von Jantke.


