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Körpers bedingt und dieſe erzeugt denn ein Heer von Unzuträglichkeiten für die Geſundheit. Es entſteht Blut⸗ überfüllung und erſchwerter Rückfluß des Blutes, verflachte Athmung, beeinträchtigte Verdauung, geſtörte Bluter⸗ neuerung und als weitere Folge permanenter Kopfſchmerz, häufiges Naſenbluten, ſchwache Bruſt, hohe Schulter, ge⸗ oder beſſer verkrümmter Rückgrat, ſchlechter Wuchs, mangelhafte Knochenbildung und beſonders Kurzſichtigkeit. Welche Ausdehnung namentlich die letztgenannte Krankheit erreicht hat, das beweiſt die ungeheure Zahl der Brillenträger. Der obengenannte Dr. H. Cohn in Breslau hat mit enormem Fleiße und tiefer Sachkenntniß grade dieſem Gegenſtande ſeine beſondere Aufmerkſamkeit gewidmet. Er fand, daß in allen Schulen in den oberen Klaſſen ſich mehr Kurzſichtige befinden, als in den unteren und daß die Zahl dieſer Kranken nicht nur mit der Höhe der Klaſſe, ſondern auch mit der Höhe der Schule ſteigt. Ich laſſe hier eine von ihm aufgeſtellte Ueberſicht*) folgen. Es betrug der Procentſatz der Kurzſichtigen: Kl. 8. Kl. 7. Kl. 6. Kl. 5. Kl. 4. Kl. 3. Kl. 2. Kl. 1. in 5 Dorfſchulen zu 3 Klaſſe..— r 1,4 1,5 V 2,6
„ 20 ſtädt. Elemt.⸗Schul. zu 4 Flaſſen—— V—— 25 V 4,1 9,8 9,5 „ 2 höh. Töchterſchulen.. 1 1,8 V 33 I 8 6,1 15,5 12 18,1 „ 2 Mittelſchulen...—— 0 19,, 5, 13,2 9,1 15,1 „ 2 Realſchulen Seruu a I ehn 9 167 192 254 264 41
„ 2 Gymnaſien.—- 12, 18, 23,, 31 41,; 55,s
Wenn auch die erwähnten Krankheiten nicht ausſchließlich den Schulpulten zugeſchrieben werden können, ſo ſteht es doch feſt, daß dieſe durch ihre mangelhafte Conſtruction ſehr weſentlich dazu beitragen. Die Forſcher auf dieſem Gebiete befinden ſich zwar noch nicht in voller Uebereinſtimmung bezüglich aller Punkte, doch gehen ſie in Nachfolgendem ziemlich Hand in Hand:
Die Höhe des Tiſches betrage um Weniges mehr, als die Ellenbogenhöhe des ſchreibenden Kindes.
Die Neigung der Tiſchplatte muß eine ſolche ſein, daß der Blick ſie möglichſt ſenkrecht und in der rich⸗ tigen Sehweite trifft.
Die Sitzbank entſpreche bezüglich ihrer Höhe der Höhe des Unterſchenkels und ihre Breite ſei ausreichend, dem Oberſchenkel eine gehörige Stütze zu bieten.
Die Diſtanz betrage Null oder höchſtens 1 Zoll plus.
An der Bank befinde ſich eine nach entgegengeſetzter Art der Wirbelſäule geſchweifte Lehne, als Widerlage und Stütze des Rückgrats.
Ein Fußbrett geſtatte bei ſenkrechter Stellung des Unterſchenkels dem Fuße vollſtändige Unterlage.
Die Größe der Pulte entſpreche der Größe der Schüler; ein Zuſammendrängen der Schüler darf nicht irii und es empfehlen ſich deshalb und namentlich auch der Nulldiſtanz wegen zweiſitzige Pulte von etwa
4 Fuß Länge mit einer Gangbreite von 2 Fuß.
Was ſchließlich die körperliche Bewegung anbelangt, ſo iſt man von der Nothwendigkeit und Nützlichkeit derſelben jetzt ſo ziemlich allgemein überzeugt. Derſelbe Staat, welchem vor nicht ſehr ferner Zeit das Wort „Haſenhaide“ wie ein Schrecken durch die Glieder fuhr, er errichtet jetzt auf ſeine Koſten eine Centralturnanſtalt und läßt das Turnen einen obligatoriſchen Gegenſtand ſeiner Schulen ſein. Es wird nicht lange mehr dauern, dann hat die gewöhnlichſte Dorfſchule ihren Turnplatz, ihren zur Ertheilung des betreffenden Unterrichts quali⸗ eirien Lehrer. Grade das Turnen iſt aber auch ſo recht geeignet, den durch geiſtige Beſchäftigung und ge⸗
*) Unterfnchungen der Augen von 10060 Schulkindern, nebſt Vorſchlägen zur Verbeſſ. der den Augen nachtheiligen Schulein⸗ richtungen. Eine ätiolog. Studie v. Herm. Cohn, Med. u. Philoſ. Dr., Augenarzt in Breslau. Leipzig 1870.


