Jahrgang 
1915
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Ill. Tur Geschichte der Anstalt.

Für die Zusammensetzung und die Aufgaben des Kuratoriums hat der Magistrat eine neue Satzung ausgearbeitet, die von der Stadtverordnetenversammlung ange- nommen und vom Kgl. Provinzialschulkollegium am 27. Oktober 1914 genehmigt worden ist. Danach besteht das Kuratorium von jetzt ab aus 8 Mitgliedern, und zwar 3 ständigen, dem Oberbürgermeister der Stadt Biebrich als Vorsitzendem, dem Landrat des Kreises als Vertreter des königl. Kompatronats und dem Direktor der Anstalt, so- wie aus 5 wählbaren Mitgliedern, von denen 2 vom Magistrat, 3 von den Stadtver- ordneten ernannt werden. Die Wahldauer umfaßt 6 Jahre. Nach den im Laufe dieses Jahres vorgenommenen Wahlen besteht das Kuratorium zur Zeit aus folgenden Mit- gliedern:

1. dem Vorsitzenden, Oberbürgermeister Vogt, dem Vertreter des Königl. Kompatronats, Landrat von Heimburg,

Dr. A. Dyckerhoff, Fabrikbesitzer, .D. Dr. C. Gerbert, Pfarrer,

.G. Mainz, Fabrikdirektor,

. H. Schröder, Ingenieur,

.A. Usener, Stadtrat,

dem Direktor.

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Das Schuljahr wurde Dienstag, den 21. April 1914 mit Aufnahme der nach- träglich angemeldeten Schüler und Ausgabe des Stundenplanes eröffnet. Der Unter- richt begann am folgenden Tage nach gemeinsamer Andacht. Den in der Aula ver- sammelten Schülern stellte der Direktor dabei die neu eingetretenen Herren vor. Das Kollegium wurde um ein neues Mitglied, Herrn Oberlehrer Otto Schneider ver- mehrt. Über seinen bisherigen Lebensgang ist folgendes zu berichten:

Otto Schneider wurde am 26. Februar 1883 zu Michelbach im Untertaunuskreis als Sohn des Pfarrers K. J. Schneider geboren. Nach dem Besuch des Kgl. Gymnasiums zu Weilburg, wo er im Februar 1902 die Reifeprüfung bestand, studierte er von Ostern 1002 bis Oezember 1907 auf den Universitäten zu Berlin, Halle und Marburg deutsche und franzõsische Sprachwissenschaft und Geschichte. Während der ersten beiden Semester genügte er zugleich seiner militärischen Dienstpflicht im 2. Garde-Regiment zu Fuß in Berlin. Am 3. März 1905 legte er in Halle die Turnlehrerprüfung ab und bestand am 16. Januar 1900 die Staatsprüfung für das höhere Schulamt, wobei er sich die Lehrbefähigung im Deutschen, Französischen und der Geschichte erwarb. Während seines Seminarjahres, das er Ostern 1900 an der Oberrealschule l in Cassel antrat, wurde er zugleich am dortigen Realgymnasium vertretungsweise beschäftigt. Für die erste Hälfte des Probejahres wurde er dem Realprogymnasiuni zu Arolsen überwiesen und vom 20. September 1910 ab zur Ubernahme einer Lehr- tätigkeit an der Deutschen Schule in Brüssel beurlaubt. Dort beendete er zugleich sein Probejahr. Vom 1. April 1911 bis 31. März 1014 verblieb er an dieser Auslandsschule als Oberlehrer.

Außerdem traten mit diesem Tage die Herren Dr. Karl Gecks und Dr. Joseph Welz ihr Probejahr an. Beide Herren blieben nur bis zum Herbst. Dr. Gecks wurde alsdann an das Städt. Realgymnasium in Wiesbaden, Dr. Welz an das Gymnasium in Oberlahnstein zur Vertretung überwiesen. Herr Probekandidat Lecher vollendete hier sein Probejahr bis Ende September und übernahm dann eine Vertretung am Kaiser- Friedrich-Gymnasium in Frankfurt a. M.

Am Montag, den 27. April, gedachte Prof. Rose im Anschluß an die Andacht mit warmen Worten der tapferen preußischen Soldaten, die vor 50 Jahren im Kriege mit Dänemark die Düppeler Schanzen erstürmt und später durch die Eroberung der Insel Alsen den Sieg über die Dänen gesichert haben.