Jahrgang 
1882
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Nachrichten über das Schuljahr 1881-82.

I. Lehrverfassung.

A. Kuratorium und Lehrer-Kollegium.

Das Kuratorium besteht aus folgenden Mitgliedern:

1) dem Königlichen Landrate Grafen von Matuschka, Vertreter des Königlichen Kompatronats,

2) dem Bürgermeister Heppenheimer, Vorsitzender,

3) Dr. Ludwig Beck, Fabrikbesitzer,

4) Dr. Wilhelm Kalle, Fabrikbesitzer,

5) Heinrich Steinhauer, Kaufmann,

6) Johann Winkler, Kaufmann,

7) dem Rektor.

Die unter 1, 2, 7 genannten sind ständige Mitglieder, die unter 3, 4. 5, 6 angeführten werden von dem Gemeinderate auf die Dauer von 3 Jahren gewählt. Nachdem das lang- jährige Mitglied, Herr Bürgermeisteradjunkt Gross, am 18. Juli mit Tode abgegangen war, trat Herr J. Winkler in das Kuratorium ein; seine Bestätigung seitens des Königl. Prov.- Schul-Kollegiums zu Kassel erfolgte durch Verfügung vom 26. Sept. J. Nr. 4223.

Das Lehrer-Kollegium wird gebildet von:

1) Dr. H. Schäfer, Ordinarius der Secunda,

2) N. Hebgen, ordentlicher Lehrer, Ordinarius der Ober-Tertia,

3) F. Westhofen, ordentlicher Lehrer, Ordinarius der Sexta,

4) L. Stritter, ordentlicher Lehrer, Ordinarius der Unter-Tertia, 5) K. Brandt, ordentlicher Lehrer, Ordinarius der Quarta,

6) R. Kuntze, wissenschaftlicher Hilfslehrer,

7) H. Metzen, pro schola geprüfter Lehrer, Ordinarius der Quinta, 8) H. Barth, Elementar- und Turnlehrer,

9) H. Bausch, Elementar- und Turnlehrer,

10) Meyer, evangelischer Pfarrer, Religionslehrer,

11) Küppers-Deutschmann, katholischer Pfarrer, Religionslehrer.

Herr Dr. S. Baer erteilt den Religionsunterricht an die israelitischen Schüler.

Im Laufe des Jahres traten folgende Veränderungen im Lehrer-Kollegium ein: Mit Beginn des Wintersemesters schied Herr Mager, wissenschaftlicher Hilfslehrer, aus, und seine Stelle wurde durch Verfügung Königl. Prov.-Schul-Kollegiums dem Kandidaten des höheren Lehramtes, Herrn Richard Kuntze, übertragen. Mit Anfang der Weihnachtsferien ging Herr F. Sieben- haar, Elementarlehrer, ab, um eine Stelle an der hiesigen Elementarschule zu übernehmen; er hat durch regen Fleiss und gewissenliafte Dienstführung alle Anerkennung verdient. In seine Stellung trat auf Verfügung Königl. Prov.-Schul-Kollegiums Herr Heinrich Bausch.

1) Richard Kuntze, geboren zu Rossla a. H. am 10. Februar 1853, evang. Konfession, besuchte von Ostern 1864 an zunächst das Gymnasium zu Stendal, sodann die Latina in Halle a. S. und zuletzt das Gymnasium zu Fulda, von welchem er Ostern 1874 mit dem Zeugnis der Reife entlassen wurde. Hierauf studierte er bis Michaelis 1877 in Halle klassische Philologie und Geschichte. Nachdem er alsdann von Michaelis 1878 bis Weihnachten 1879 als wissenschaftlicher Lehrer an einem Privatinstitut zu Bibra in Thüringen gewirkt hatte, bestand er im Januar 1880 in Halle das Examen pro facult. docendi und wurde durch Beschluss Königl. Provinzial-Schul-Kollegiums Ostern 1880 zur Absolvierung seines Probejahres dem Königl. Gymnasium zu Rinteln über- wiesen. Hiernach wurde er an derselben Anstalt auftragsweise weiter beschäftigt und mit dem I. Oktober 1881 an der hiesigen Höheren Bürgerschule provisorisch angestellt.

2) Heinrich Bausch, geboren den 16. Januar 1853 zu Niedertiefenbach, Kreis Oberlahn, besuchte bis zu seinem dreizehnten Lebensjahre die Elementarschule daselbst, bereitete sich drei Jahre zur Aufnahme in ein Lehrerseminar vor und trat mit dem sechzehnten Lebensjahre am 1. Mai 1869 in das Königl. Seminar zu Montabaur ein. Nachdem er im März 1872 seine Kandidaten- prüfung bestanden, wurde er von Königl. Regierung zu Wiesbaden mit der Versehung der Lehrerstelle in Draisbach, Kreis Ober- westerwald, beauftragt und im November 1872 als Lehrgehilfe in Elz, Kreis Oberlahn, angestellt. Am 15. Juni 1873 trat er in den Schuldienst des Bezirks Ober-Elsass, wirkte bis zum 1. Januar 1875 an den Knabenschulen der Kreisstadt Gebweiler und von da ab an den Knabenschulen in Colmar. Im Frühjahr 1876 legte er sein 2. Dienstexamen im Kaiserl. Lehrerseminar zu Colmar ab. Im Oktober 1876 wurde er Eleve der Königlichen Gentral-Turnanstalt, woselbst er sich als Turnlehrer ausbildete. Mit dem 15. April wurde er an den hiesigen Elementarschulen angestellt, wirkte an diesen bis zum 1. Oktober 1878 und von da ab als Civillehrer an der Königl. Unteroffizier-Schule hierselbst. Seit dem 1. Januar d. Js. ist er an unserer Anstalt thätig.

Noch sei hier erwähnt, dass der Schulpedell Sachs, welcher vom Jahre 1856 an mit treuem Eifer der Anstalt gedient, am 21. Juni starb. Seine Stelle ist durch Verfügung Königl. Prov.-Schul-Kollegiums dem Militär- anwärter Hornist-Sergeant Winkler vom 3. Brandenb. Fuss-Artillerie-Regiment übertragen.

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