Jahrgang 
1928
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Eine ſchlichte aber erhebende Feier einte uns dann wieder am 30. September, dem Tage des 80 jährigen GeburtstageVs des großen Helden und Staatsman⸗ nes, Reichspräſidenten Hindenburg. Herr Studienrat Dr. Glöckner hielt dabei die Feſtrede.

Nicht vergeſſen dürfen wir eine Zuſammenkunft der Jugendgruppen des V. D. A. der hieſigen höheren Schulen in unſerem Turnſaale am 16. November, wobei die Konvikts⸗ kapelle fröhliche Weiſen ſpielte, die Mädchen des Lyzeums muntere Stücklein zum beſten gaben und unſere Unterprima das Theaterſtück:Die Lützower aufführte. Möge dieſe ſchöne Eintracht unter unſeren höheren Schulen weiter blühen und gedeihen.

Die nächſte Schulfeier war dann die Totengedenkfeier am 18. Novem⸗ ber. Muſtkaliſche Darbietungen der verſchiedenſten Art, wie bei allen unſeren Schul⸗ feiern von Herrn Muſikdirektor Döbert in muſterhafter Weiſe arrangiert, löſten mit der ergreifenden Rede des Herrn Studien⸗Aſſeſſors Dr. Schuhmann die für eine ſolche ernſte Feier gebührende Stimmung aus.

Nun nahte allmählich das Weihnachtsfeſt, das den Bewohnern unſeres Internats, die ja eine große Familie bilden ſollen, immer beſondere Freuden bietet. Zunächſt erſchien der Nikolaus und brachte neben Lebkuchen und Aepfeln manches Scherzgeſchenk, zu dem die begleitenden Verſe natürlich nicht fehlten, die bei manchem auch erzieheriſch wirken ſollten.

Die Weihnachtsfeier ſelbſt wurde eingeleitet durch eine Vorführung für Gäſte am Sonntag vor den Ferien. Ein Theaterſtück:Dreikönigsſingen, bei dem die Schüler der Oberſekunda, Unterſekunda und Untertertia mitwirkten, ein Lichtbildervortrag des Oberprimaners Falter über Krippendarſtellungen und freudvolles Jugendturnen am Saturn bildeten die drei Hauptpunkte des Programms, die natürlich wiederum von wun⸗ derſchönen muſikaliſchen Darbietungen, wie Chorliedern, Orcheſter⸗ und Solovorträgen umrahmt wurden. Am Tage vor den Weihnachtsferien fand eine Wiederholung der Vorführung für unſere Schüler ſtatt, woran ſich dann die Weihnachtsbeſche⸗ rung in unſerem Speiſeſaale ſchloß. Der Ertrag unſerer erſten Aufführung, eine Sammlung unter den Herren und Geſchenke unſerer Lieferanten, wofür auch hier noch⸗ mals herzlichſt gedankt ſei, ermöglichten es, jedem unſerer Internatsbewohner ein hüb⸗ ſches Geſchenk unter den brennenden Weihnachtsbaum zu legen. Hell glänzten die Ge⸗ ſichter aller in Weihnachtsvorfreude. Ein gemütliches Stündchen bei Kaffee und Kuchen beſchloß den Abend.

Entlprechend der Anordnung des Landesamtes begingen wir den 75jährigen Ge⸗ burtstag des heſſiſchen Staatspräſidenten Ulrich feierlich. Herr Kollege Prof. Geißler hielt die wohldurchdachte Feſtrede.

Wenden wir uns nun zum zweiten Tei e unſerer Chronik, den Veränderungen im Lehrkörper. Schon in den Oſterferien kam die für Herrn Prof. Dr. Spilger ehrenvolle, für uns aber betrübende Nachricht, daß dieſer an das pädagogiſche Inſtitut nach Darmſtadt berufen ſei. Wir verlieren in ihm einen treuen und liebenswürdigen Kol⸗ legen, aber auch einen Lehrer, der über ein ungemein reiches Wiſſen verfügend, ſeinen Schülern immer neue Anregungen zu geben vermochte. Unſer Schulpark verdankt ſeiner unwiderſtehlichen und unermüdlichen Sammlertätigkeit gar manche ſeltene Pflanze, die