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Chronik der Rnſtalt
Entſprechend den ſchwierigen Aufgaben einer Aufbauſchule war wieder fleißige ſtete Arbeit das allgemeine Kennzeichen des verfloſſenen Schuljahres, doch fehlten die ſolch redlichem Schaffen gebührenden Erholungen nicht.
Gleich die Werbewoche des Vereins für das Deutſchtum im Auslande hier in Bensheim, die hauptſächlich von den Lehrkörpern und Schülern der hieſigen höheren Lehranſtalten getragen wurde, gab hierzu Gelegenheit. Ein Fackel⸗ zug der Bensheimer Schuljugend, wie ihn bisher unſer Städtchen noch nicht geſehen, er⸗ öffnete am Samstag, den 14. Mai die Werbewoche. Am Sonntage darauf begannen dann die Straßen⸗ und Hausſammlungen, wobei die Schüler des Gymnaſiums und Schü⸗ lerinnen der beiden Lyceen ſowie des Inſtituts Eichler ſich beſonders verdient machten, während unſere Buben, weil meiſt ortsfremd, weniger hervortraten. Dagegen ſtellten ſie beim Sportfeſte am Nachmittage ihren Mann, und unſere Oberprima tat ſich na⸗ mentlich bei den beiden Feſtvorführungen der Bensheimer Jugend durch Aufführung des Theaterſtückes:„Bauern“ von Möller, hervor. Ein Konzert des Muſikvereins am Donnerstag beſchloß die Tätigkeit, die von reichem materiellem wie ideellem Erfolge be⸗ gleitet war.
Nächſtdem wäre unſer Jugendfeſt am 24. Juni zu nennen, wobei wir unter Muſikbegleitung zum Schönberger Sportplatze zogen und ſich die Jugend dorten mit humorvollen Sportveranſtaltungen luſtierte. Eine Preisverteilung für die Sieger ſchloß die gelungene Veranſtaltung, deren Leiter Herr Seminarlehrer Klenk war. Auf dem Gebiete der Leibesübungen trat unſere Schule überhaupt hervor, errang ſie doch zum zweitenmale das Banner des heſſiſchen Philologenvereins für die beſte Schlagballmann⸗ ſchaft ſowie bei den Reichsjugendwettkämpfen 100 Auszeichnugen und weiter 4 Reichs⸗ jugendabzeichen für vielſeitige Leiſtungen in turneriſcher Hinſicht.
Am 16. Auguſt begingen wir dann die Verfaſſungsfeier, wobei der Di⸗ rektor über die Pflichten des Staatsbürgers, insbeſondere auch des jugendlichen, ſprach.
Am 30. Auguſt fand der große Ausflug ſtatt. Die Ol wanderte hierbei in zwei Tagen durch das herrliche Lahntal, während die anderen Klaſſen ſich mit einer eintägigen Wanderung begnügten und zwar die Unach Hirſchhorn, O II nach Wimpfen, UIla nach Kreuznach und Bacharach, UIlb nach dem ſüdöſtlichen Odenwald, O IIIa nach der Loreley, O IIIb nach dem Michelſtädter Stadion und UIII ebenfalls nach Hirſchhorn gingen. Die monatlichen Ausflüge wurden entſprechend den landesamtlichen Vorſchrif⸗ ten gemacht, während an wiſſenſchaftlichen Ausflügen die nachfolgenden zu verzeichnen wären:
Die Oberklaſſen am 5. Juli zur Muſikausſtellung in Frankfurt, die Primen am 6. September nach Mannheim⸗Rheinau in die Sunlichtſeifenfabrik und ins Mannheimer Planetarium und am 7. November nach Worms zur Beſichtigung der Zuckerfabrik und der Dampfmühle von Baruch und Schönfeld.
Am 4. September beteiligten ſich eine Anzahl Schüler unter Führung des Di⸗ rektors am Feſtzuge zur Eröffnung der Bensheimer Werbewoche.
Am 7. September nahm der Direktor als Vertreter der Anſtalt an der Jubi⸗ läumsfeier des Ortsgewerbevereins Bensheim teil und brachte dorten im Namen der höheren Schulen der Stadt herzliche Glückwünſche dar.


