Jahrgang 
1914
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Von der V. Klasse wurde eine Odenwaldtour unter Führung der Herren Do- fel und Schuchmann unternommen. Von der Station Reinheim anfangend waren der Otzberg, der Breuberg, Wörth am Main und Miltenberg die schönsten Sta- tionen des ersten Tages. Miltenberg bot Unterhaltung am Abend, gastliches Quar- tier für die Nacht. Amorbach mit seinen schönen Barokbauten, Jagdschloss Eul- bach und Erbach waren die sehenswertesten Punkte des zweiten Marschtages. Ein strammer Weg war noch bis Wahlen auszuführen, ehe die Eisenbahn die ermüdeten Wanderer in die Heimat führte.

Seminarlehrer Bentz begleitete die VI. Klasse ins Neckartal. Nach kurzer Be- sichtigung der Stadt Heidelberg führte die Reise nach Wimpfen, dessen altertüm- lichen Bauwerke und sonstigen Merkwürdigkeiten noch am Vormittag betrachtet werden konnten. Von jJagstfeld fuhr man zurück nach Zwingenberg a. N., stieg zum Schloss empor und durch die Wolfsschlucht hinauf nach dem Katzenbuckel. Der Rückweg führte nach Eberbach a. N., wo im Leininger Hof die Reisegesellschaft übernachtete. Der 2. Tag wurde am Vormittag durch die Besichtigung des Schlosses und der Kirche von Hlirschhorn und durch eine Bootfahrt auf dem Neckar bis Neckar- steinach ausgefüllt. Der Besuch der alten Feste Dilsberg von Neckargemünd, des Kümmelbacher Hofes, des Heidelberger Schlosses und die Heimfahrt nach Bens- heim füllten den Nachmittag aus.

Die Oberklasse machte am 11. Juni einen Ausflug nach Mannheim und Schwetz- ingen zur Besichtigung der Kunsthalle, der Gemäldegallerie, wichtiger Baudenkmäler und des Schwetzinger Gartens.

Am 12. November besuchte sie das Goethehaus und das Städelsche Museum zu Frankfurt, am 31. Januar die Ausstellung des Hessischen Volksschriftenvereins auf der Mathildenhöhe in Darmstadt, wo der 1. Schriftführer des Vereins, Herr Lehrer Hassinger, der Klasse einen sehr anregenden Vortrag über die Ausstellung hielt.

Am 15. juni und am Sedantage wurden Kriegsspiele veranstaltet. An die Ob- ung am 2. September schloss sich in Zell bei Vetter eine Sedanfeier mit Ansprache, Deklamationen und musikalischen Vorträgen.

Das Hoftheater in Darmstadt wurde von den Zöglingen der oberen Klassen im verflossenen jahre mehreremal besucht. Die Schüler der Klassel waren im Lohen- grin, die der II. in Hebbels Nibelungen und im Kaufmann von Venedig und die der III. Klasse in Schillers Wilhelm Tell.

Spaziergänge in die schöne Umgegend an freien Nachmittagen sowie an Schulnachmittagen freiwilliges Turnen in der Turnhalle und im Freien unter der Leitung des Schülerturnwartes, häufige Spiele auf dem Spielplatze der Anstalt, Baden und Schwimmen, Schlittschuhlaufen und Rodeln dienten zur Förderung der Gesund- heit und der Entwicklung körperlicher Kraft und Gewandtheit.

Der Gesundheitszustand war während des Schuljahrs gut bis zum Schlusse, wo eine heftige Influenzaepidemie eine empfindliche Störung des Schulbetriebes ver- ursachte.