Jahrgang 
1914
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An der diesjährigen Entlassungsprüfung beteiligten sich 30 Abiturienten, die sämtlich bestanden und am 13. Februar in üblicher Weise feierlich aus dem Semi- nar entlassen wurden.

Am 13. und 15. November 1913 fand durch den Herren Prälat D. Dr. Flöring aus Darmstadt eine Prüfung in evangelischer Religion und Choralgesang in allen Klassen des Seminars und der Seminarschule statt.

Ausflüge, Theaterbesuche und Besichtigungen.

Die zweitägigen Klassenfahrten fanden am 23. und 24. Mai statt. Klasse I war mit dem Direktor in der Lahngegend und besuchte am 1. Tage Wetzlar, Schloss Braunfels und Weilburg, am 2. Tage Limburg mit seinem herrlichen Dom und sei- nem reichen und künstlerisch wertvollen Domschatz, Diez, Nassau mit der Burg und dem Denkmal des Freiherrn v. Stein. Auf der Rückreise wurde noch dem schö- nen Schloss Schaumburg ein Besuch abgestattet.

Die II. Klasse kam unter Führung des Seminarlehrers Muth nach acht stündiger Bahnfahrt in Eisenach an und widmete den Nachmittag zunächst der Be sichtigung der Wartburg. Von Eisenach wurde dann mit der Bahn nach Schnepfen- tal gefahren, Schloss Reinhardsbrunn und Friedrichroda besucht und schliesslich spät am Abend Tambach erreicht, wo übernachtet wurde. Am 2. Tage gelangte die Klasse nach 3 ½ stündigem Matsche auf den Inselberg und von hier durch das Tru- senbachtal an dem mächtigen Trusenfall vorbei nach Herges-Vogtei. Die Heimreise erfolgte in 8 Stunden über Salzungen, Hünfeld-Frankfurt. Die ganze Reise kostete den Teilnehmer 13,52 M. an allgemeinen Ausgaben.

Dr. Heyl führte die III. Klasse zunächst mit der Bahn nach Achern und von da nach Ottenhöfen und Allerheiligen im Schwarzwald. Nach Besichtigung der aus- gehnten prachtvollen Klosterruinen aus der Frühgotik ging es durch herrliche Waldungen weiter an den Wasserläufen vorbei über den Kniebis nach Zwieselberg, dem ersehnten Nachtquartier. Frün am Morgen nach erquickender Nachtruhe wurde nach Freudenstadt gewandert, dessen interessante Kirche und merkwürdigen Häuser um den Marktplatz besichtigt wurden. Durchs schöne Kinzigtal über Haussach, Offenburg ging die Reise nach Strassburg mit der Bahn, zu dessen Besichtigung der Nachmittag vorgesehen war.

Auch für die Klasse IV, mit den Herren Dr. Kilian und Schmidt als Führern, war das Ziel des Frühjahrsausflugs der Schwarz wald. Von Baden-Baden, dem Endpunkt der Eisenbahnfahrt, ging der Fussmarsch über Hohen-Baden, die Ebersteinburg nach Gernsbach und wieder die Bahnfahrt bis Forbach. Eine genussreiche Wanderung führte murgaufwärts bis Raumünzach und rechts abbiegend an brennenden Kohlen- meilern vorbei zu den Schwarzenbachfällen und schliesslich nach dem Kurort Her- renwies, wo gastliche Aufnahme und gute Herberge für die Nacht winkten. In erquickender Morgenfrische ging es am zweiten Tag zur wildromantischen Gertel- bachschlucht mit den prachtvollen Wasserfällen hinauf zur Hornisgrinde, wo aber dichter Nebel jede Aussicht hinderte. Dann gings hinab zum Mummelsee und nach längerer Rast ins Tal der Acher nach Station Ottenhöfen, von wo aus gegen Abend die Heimreise angetreten wurde.