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Neubau ſteht auf gutem gewachſenen Sandboden von großer Mächtigkeit; das Grund⸗ waſſer liegt im Mittel 10 m unter Erdoberfläche. 1
Fundamente und Kußenkellermauern wurden in Sandbruchſteinen, alle übrigen Mauern in Ziegelſteinen, alle Decken, mit Kusnahme der in den beiden Wohngebäuden und der Kehlbalkendecke des hauptgebäudes aus Eiſenbeton(mit Rundeiſeneinlagen) hergeſtellt, die Dachſtühle, mit Kusnahme des eiſernen über der Turnhalle durchweg in holz als liegen⸗ der Binder bis zu 12 m Spannweite. Die Dächer wurden in Cauber Schiefer eingedeckt, die Kußenſeiten der Gebäude mit Kalkmörtel unter Zuſatz von Erdoker verputzt. An hauſteinen fanden Derwendung:
1. Baſaltlava der Preußiſch⸗heſſiſchen Baſaltwerke in Londorf(Oberheſſen) für die an der Erdoberfläche anſchließende Schicht des Gebäudeſockels, für die Stufen aller Treppen im Freien und deren Podeſte(aus 18 an ſtarken freitragenden platten) und Treppen⸗ wangen, ferner für alle Schwellen der hauseingänge.
2. Odenwaldſandſteine(rot), von der Firma C. Uth II., hammelbach i. O. und einigen mit ihr verbundenen anderen Firmen, für die Fenſtergurt und anderen Geſimſe, alle Fenſtereinrahmungen, Umrahmungen eines Teils der hauseingänge, ferner für Keller⸗ treppenſtufen und pfeiler von Eingängen in der Einfriedigung..
3. Roter, weiß geaderter Mainſandſtein von Arnold u. Söhne, Reiſtenhauſen a. M. für alle Portale, Erker und Treppenaufgänge(Balluſter) im Freien.
4. hellgrauer, gelb bis gelbbraun geaderter Sandſtein aus Flonheim geliefert von Bley u. Balz, Flonheim für alle Hauſteinarchitekturteile im Innern, Geſimſe pfeiler, Treppenwangen, Türumrahmungen, Umfaſſungen der Bademulden.
5. Trachyt aus dem Weſterwald(Dill, Weidenhahn) für alle Treppenſtufen im Innern. Die Fluren und hHallen wurden durch Uöbig u. Cie. Mainz mit Platten der Sinziger Werke, nach beſonderem Verfahren zur Erzielung einer durchgehend körnigen, nicht glaſigen Struktur und völlig geſicherter Fläche bei großer härte gebrannt, mit breiten Fugen nach beſonders gezeichnetem Muſter belegt.
Alle übrigen Räume erhielten Holzfußboden und zwar 1. Eichenparkettboden a) auf Blindboden: Speiſeſaal und Turnſaal, b) auf Asphalt: Direktor⸗ und Lehrerzimmer. 2) Buchenriemen alle Klaſſen u. ſ. w. und zwar gedämpft und nur geölt(von Carl Amend⸗ Oppenheim) auf Blindböden und in Asphalt. b) gedämpft und in Harzöl gekocht(fl. und Ph. Schüßler, Worms, Fabrik Langenargen am Bodenſee). c) als deutſcher Fußboden, ge⸗ legt von hetzer, Weimar, nach deſſen Verfahren gepflegt und imprägniert. Als Vergleichs⸗ boden erhielt ein Raum Belag aus kolophonierten Umend'ſchen Buchenriemen. Die Wände der Klaſſen erhielten z. T. Anſtriche mit Keim'ſcher Stilexfarbe, z. CT. ſolche mit Amphi⸗ bolin der Amphibolinwerke in Ober⸗Ramſtadt bei Darmſtadt; die Flur⸗ und hHallenwände wurden wie deren flache bezw. gewölbte(Rabitz⸗)Decken rauh geputzt unter uſatz geſiebten Rheinkieſes ohne Unſtrich belaſſen; gleichen Derputz auf Rabitzgewebe erhielten die Unter⸗ ſichten der Steintreppen. Turnſaal, Speiſeſaal, Chorgeſangſaal und Direktorzimmer erhielten Wandvertäfelung; einige Räume Decken mit gezogenen Stückgeſimſen. Die Geländer der Treppen wurden aus Stabeiſen geſchmiedet.
Das Gebäude beſitzt Niederdruckdampfheizung mit Luftumwälzung(von Käuffer und Co., Mainz). Das Direktorwohnhaus Warmwaſſerheizung(von J. Nohl, Darmſtadt); die Dampfkocheinrichtung lieferten Gebr. Röder, herdfabrik, Darmſtadt, die Badeeinrichtung J. Rohl, Darmſtadt. Beſonderes Intereſſe verdienen die(von Gerſter, Mainz, Rummel, Lorſch und Brack, Kuerbach) vorzüglich ausgeführten Zimmerarbeiten, die muſtergiltige Eindeckung der Dächer(von H. Wollſchläger, Bensheim und Baſtian und Vonhauſen, Wies⸗ baden), die Stuckdecken(von Zabel, Darmſtadt), die Einrichtung des Phyſiklehrſaales durch die junge, vorzüglich arbeitende heſſiſche Firma Fr. Fuendeling, Friedberg, die Dekorationen im Turn⸗, Speiſe⸗ und Chorgeſangſaal von Portune, Darmſtadt. Kuch alle übrigen zum größten Ceil durch ortsanſäſſige Meiſter und heſſiſche Firmen ausgeführten Arbeiten(Schmiede⸗, Schloſſer⸗ Schreiner⸗, Verputz⸗ und Inſtallationsarbeiten zeigen durchweg gute handwerks⸗
mäßige Leiſtungen.


