Jahrgang 
1909
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wurde an dieſem Reiſetage in Donaueſchingen. Das Wutachtal, Reuſtadt, der hochfirſt, der Titiſee, das Bärental und der Feldberg ſind die wichtigſten Stationen des 2ten Tages, der in der Jägermatte auf dem Feldberge beſchloſſen wurde.

Rm nächſten Vormittag wurde der Feldſee beſucht. Von ihm führte der Weg weiter durch die Ravennaſchlucht und das höllental nach Freiburg und nach kurzem, der Be⸗ ſichtigung des Münſters gewidmetem Aufenthalt nach der lieben Seminarſtadt Bensheim.

Die Mittelklaſſe machte unter Führung von Profeſſor Werner eine Hlpentour in 3 ½ Tagen mit etwa 25 Mk. Koſten für den einzelnen Teilnehmer. Rach genußreicher Fahrt durch den Schwarzwald am Rachmittag des 24. Juni gelangte die Klaſſe abends 8 ¼ Uhr nach Konſtanz und ſetzte am nächſten Morgen zu Schiff über den Bodenſee die Reiſe nach Bregenz fort. Die Eiſenbahn brachte die Touriſten nach Bludenz, von wo der Marſch durch die Bürſerſchlucht über Brand nach der, Douglashütte, dem 2. Rachtquartier aus⸗ geführt wurde. Eine klare Sternennacht ließ die Pracht der ſchneebedeckten Alpenberge klar hervortreten und gewährte den jungen Leuten einen nicht geahnten Raturgenuß.

Um 5 ½ Uhr ging es dann in der Frühe des nächſten Tages bei hellem Sonnenſchein hinauf zu Verajöchel und über einige Schneefelder hinweg nach dem Schweizertor mit ſeinem herrlichen Einblick in die Bergwelt des Prättigau und deſſen blendendweißen Firnen. Ein ſteiler Aufſtieg führte die jungen Alpiniſten hinauf zum Ofenpaß und hinab in das Gauertal an Almen und Herden vorbei zur Lindauer hütte, in der ein wohlverdienter Im⸗ biß eingenommen wurde.

Weiter ging es durch das Montafontal nach Tſchagguns, mit der elektriſchen Bahn nach Bludenz, und man erreichte um 6 Uhr nachmittags Bregenz, von wo am Kbend eine erquickende Seefahrt die Touriſten zur Rachtruhe in Lindau brachte. S

Um letzten Ausflugstage wurde über Konſtanz die heimreiſe nach Bensheim ausgeführt. Die Teilnehmer dieſer wenn auch Kurzen Alpenfahrt werden ſich immer an die an Ein⸗ drücken reiche und ſchöne Reiſe gern erinnern.

Kuch die diesjährigen großen Sommerausflüge verliefen ohne jeden Unfall und jede Veranlaſſung zur Klage. Die Reiſekoſten, 2526 Mk. werden reichlich durch die Fülle des Geſchehenen, die reichhaltigen und mächtigen Anregungen und das in der herrlichen Natur gehabte Vergnügen aufgewogen.

Am Geburtstage Sr. Königlichen hoheit des Großherzogs am 25. November wurde dem Seminardirektor Wilhelm Geiger der Charakter als Geheimer Schulrat allergnädigſt verliehen, und bei der Geburtstagsfeier hielt Oberlehrer Glückert die Feſtrede.

Die Rede bei der Feier des Geburtsfeſtes Sr. Majeſtät des Kaiſers hatte Seminar⸗ lehrer Muth übernommen.

Am Seminarneubau wurden während der Monate März und Kpril die Erdarbeiten beendigt, ſodaß kurz nach Oſtern mit den Maurerarbeiten begonnen werden konnte. Dank der Umſicht des Bauleiters, herrn Regierungsbaumeiſter Uöſter, und der Rührigkeit der am Seminarneubau tätigen Baufirmen ſtand anfangs Februar 1900 das ſtolze Anweſen ſchon unter Dach. Es iſt zu hoffen, daß im herbſt 1910 das neue heim bezogen werden kann. 8.

Am 1. Oktober ſchied nach 34 jähriger treuer Dienſtführung der ſeitherige Pedell heinrich Werle aus dem Amte, und ſeine Stelle wurde proviſoriſch dem Militäranwärter Joſeph Gander aus Rhein⸗Dürkheim übertragen. Möge es dem herrn Werle nach ſeiner