Jahrgang 
1906
Einzelbild herunterladen

Raiſers Geburtstag wurde wie üblich feſtlich begangen. Kollege Werner hielt hierbei die Feſtrede über die Bedeutung Mozarts für die Kunſt, da deſſen 150. Geburtstag auf

dieſen Tag fällt.

Rm 1. RKpril 1905 erfolgte die Anſtellung des Kollegen Dr. Made als Oberlehrer.

heinrich Wade, am 31. Dezember 1871 zu Langen geboren, besuchte von 1887 18900 das Seminar zu Bensheim und war dann II Jahre lang als Lehrer tätig. Im Frühjahr 1900 erwarb er sich das maturitätszeugnis, um in Darmstadt und Giessen mathematik, Physik und Deutsch zu studieren. Im Sommer 1903 promovierte er in Giessen und legte dann im Februar 1904 an derselben Universität sein Fakultätsexamen ab. Seine erste Uer⸗ wendung fand er an dem Realgymnasium und der Oberrealschule zu Mainz. Hm 1S. Oktober 1904 wurde er an das Lehrerseminar zu Bensheim versetzt und am I. Kpril 1905 zum Oberlehrer an dieser Anstalt ernannt.

Mit Wirkung vom 16. Oktober 1905 wurde nach 253 jähriger erſprießlicher Tätig⸗ keit an der Anſtalt herr Seminarlehrer Philipp Buxbaum auf ſein Rachſuchen in den Ruhe⸗ ſtand verſetzt und ihm unter Anerkennung ſeiner langjährigen, treuen Dienſte das Rit⸗ terkreuz II. Klaſſe von Sr. Ugl. hoheit dem Großherzog allergnädigſt verliehen.

Das Lehrerkollegium wünſcht dem ſcheidenden Kollegen, daß ſich im Ruheſtand ſeine Geſundheit wieder kräftige, ſodaß er noch auf viele Jahre hinaus ſich im Kreiſe ſeiner Fa⸗ milie einer ſüßen Ruhe nach arbeitsreichem und erfolggekröntem Berufsleben erfreuen kann.

An die Stelle des herrn Buxbaum wurde der Lehrer an der höheren Mädchenſchule zu

Worms, Friedrich Muth berufen, deſſen definitive Anſtellung am 24. Januar 1005 erfolgte.

Georg Friedrich muth, geboren am 18. Juli 1877 zu Osthofen, besuchte von Frühjahr 1893 bis Ostern 1806 das Seminar zu Alzey, bestand die Definitorialprüfung Frühjahr 1898 und die erweiterte Prüfung im Jahre 1904. Hls Lehrer war er tätig an der Uolksschule in Pfeddersheim, an der höheren Bürgerschule in Sprendlingen (Rheinhessen), der Uorchule des herbstgymnasiums in mainz und an der höheren mädchenschule in Worms. Im 16. Oktober 1005 kam er als provisorischer Tehrer für die beschreibenden Naturwissenschaften, Zeichnen und musik an das Seminar zu Bensheim.

Am 30. November hatte die Anſtalt den Beſuch des herrn Geh. Oberſchulrat Dr. Scheuermann, der den Unterricht der einzelnen Klaſſen in mehreren Stunden inſpizierte.

Das hoftheater wurde beſucht von der Mittelklaſſe am 20. November gelegentlich der Aufführung des Fidelio, und am 11. Dezember, als Ernſt v. Wildenbruchs König heinrich ge⸗ geben wurde. Die Oberklaſſe beſuchte die weiße Dame von Boieldieu am 19. September und den Lohengrin von Richard Wagner am 16. Januar 1906.

Bei der diesjährigen erweiterten Prüfung, welche vom 15. bis 19. Mai in Darmſtadt abgehalten wurde, hatte der Direktor die prüfung in Pädagogik vorzunehmen.

Am 19. Januar 1906 beſichtigte der Großh. Turninſpektor herr E. Schmuck aus Darmſtadt den Turnunterricht der einzelnen Klaſſen.

Den Unterricht in der Gabelsberger Stenographie erteilte auch im verfloſſenen Jahre bei reger Beteiligung der herr Lehrer Michel von der Stadtſchule.

An den kunſtgeſchichtlichen Vorträgen des Kollegen Werner in der Seminarturnhalle nahmen die 5öglinge auch im letzten Winter teil. Herrn Werner ſei an dieſer Stelle noch⸗

mals beſtens gedankt.. Am 1. Februar wurde Oberlehrer Werner der Charakter als profeſſer verliehen.

Für die Bibliothek wurden u. a. angeſchafft: Lexis, Volksſchul⸗ und Lehrerbildungsweſen. Rude, Methodik des Volhksſchulunterrichts Die höheren Lehranſtalten und Mäd⸗ IX, 2. chenſchulen. Grüllich, Unſere Seminararbeit.

Eemanx⸗ 15 ſdihee der neueren Pädago⸗ Sallwürk, Das Ende der öiller'ſchen Schule. gi I.