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F. Gottesdienft.
Die Schüler nahmen regelmäßig am Gottesdienſt ihrer Konfeſſion teil und ſangen mehr⸗ mals während desſelben geiſtliche Chöre.
G. Zur Geſchichte der Anſtalt.
Im Schuljahre 1902/03, das am 17. April 1902 ſeinen Anfang nahm, hatte zuletzt die Anſtalt 102 Zöglinge und einen früheren Schüler als Hospitanten in der Oberklaſſe. Im Lehr⸗ körper traten gleich zu Beginn einige Veränderungen ein. Der ſeitherige Hilfslehrer Franz Stumpf, der fünf Jahre mit regem Eifer und ſchönem Erfolge an dem Seminar ge⸗ wirkt hatte, wurde am 17. April proviſoriſch als Lehrer an die Großh. Realſchule zu Wimpfen verſetzt, indem ihm gleichzeitig von Großh. Miniſterium die Rechte eines definitiv angeſtellten Volksſchullehrers verliehen wurden. Seine Stelle an der Anſtalt erhielt der Schulverwalter Philipp Gutzler aus Weinsheim, der Oſtern 1901 in Bensheim die Entlaſſungsprüfung beſtanden und ein Jahr an der Großh. Realſchule zu Heppenheim als Schulverwalter tätig war.
Am 29. Mai 1902 trat der Lehramtsaſſeſſor Glückert aus Mainz nach Beendigung einer militäriſchen Ubung als Lehrer ein. Großherzogliche Regierung hatte für das Jahr 1902/03 zur Entlaſtung einiger Lehrer, einem längſt fühlbaren Bedürfnis abhelfend, eine weitere Lehrkraft der Anſtalt zuweiſen können und dadurch die Möglichkeit gewährt, beſonders den Unterricht im Franzöſiſchen und in der Naturlehre zu erweitern und zu vertiefen.
Zur Förderung des naturgeſchichtlichen, geographiſchen und geſchichtlichen Unterrichtes, zur Hebung des Sinnes für die Natur und zur Erhaltung leiblicher Geſundheit und geiſtiger Fri e wurden im Monat Mai größere Ausflüge unternommen, wie ſie an unſerem Seminar alle drei Jahre ausgeführt werden.
Nach mehrſtündiger Eiſenbahnfahrt beſichtigte die Oberklaſſe unter den Sehenswürdigkeiten der Stadt Straßburg namentlich das Münſter und ſetzte nachmittags die Reiſe nach Ober⸗Ehn⸗ heim fort, von wo aus über St. Nabor der Odilienberg mit ſeinem Kloſter und ſeinen römiſch⸗ germaniſchen Befeſtigungswerken beſtiegen wurde. In Hohwald, das man nach kräftigem Marſche durch herrlichen Vogeſenwald ſpät am Abend erreichte, wurde übernachtet. Am folgenden Tag wurde das Weilertal durchſchritten und das neuerſtehende Kaiſerſchloß Hohkönigsburg erſtiegen und bewundert. Über die Rappoltsweiler Burgen ging es weiter nach dem weinreichen Rappolts⸗ weiler, dem zweiten Nachtquartier. Von hier marſchierten die Wanderer über die hohe Schwärz nach Kayſersberg. Nachdem deſſen altertümliche Häuſer in Angenſchein genommen waren, wurde die Reiſe über Eſchelmer nach dem ſchwarzen und weißen See fortgeſetzt und an letzterem längere Raſt gemacht. Ein mehrſtündiger Marſch längs der deutſch⸗franzöſiſchen Grenze brachte die jugendliche Schaar nach dem bekannten Hotel zur Schlucht, wo bald nach der notwendigen Stärkung durch Speis und Trank auf franzöſiſchem Boden deutſche Volkslieder erſchallten, in die der liebenswürdige und entgegenkommende Wirt und ſeine Familie, ausgewanderte Deutſche, kräftig einſtimmten.
Des eingetretenen Regens wegen wurde am nächſten Morgen der Marſch über den Hoheneck aufgegeben und die ſchöne Gebirgsſtraße hinab nach Münſter marſchiert und dort die Bahn zur Heimreiſe wieder über Straßburg beſtiegen.
Die Mittelklaſſe reiſte zunächſt mit der Oberklaſſe bis Station Oos und von hier allein nach dem weltberühmten Badeort Baden, deſſen Anlagen, Schloß und Ruine eines Beſuches. gewürdigt wurden. Über Burg und Schloß Eberſtein gelangte man am erſten Tage nach Forbach. Von hier aus wurde nach erquickender Nachtruhe die Hornisgrinde beſtiegen, der


