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geſprochen werden darf, ſo iſt es das, daß der ganze Gebäude⸗Complex nicht eine freiere Lage hat, ſondern von unſcheinbaren, alten, theilweiſe faſt baufälligen Häuſern, deren Entfernung eine Chrenſache für die Stadt Bensheim wäre, faſt ganz eingeſchloſſen und dadurch den Blicken entzogen iſt. Mehr Zutritt von Licht und geſunder Luft wäre im Intereſſe der Geſund⸗ heit von nahezu 200 Menſchen gewiß wünſchenswerth; und ſchon die großen pecuniären Vor⸗ theile, welche das Seminar der Stadt Bensheim bringt, ſollten letzterer wohl Veranlaſſung bieten, für dieſe Anſtalt auch einmal einige Opferwilligkeit zu zeigen.
Der ſachverſtändigen, umſichtigen und entgegenkommenden Leitung der Neubauten durch die Herren Geh. Oberbaurath Dr. Müller, Kreisbaumeiſter Schöneck und Architekt Oben⸗ auer iſt es zu danken, daß das Seminar nunmehr ein anſehnlicher, ſeinem Zwecke ſoviel als möglich entſprechender Bau iſt, und daß namentlich die ganz neu hergerichteten Theile des Baues, die Turnhalle und die Direktorswohnung an Schönheit und Zweckmäßigkeit der Einrichtung nach dem allgemeinen Urtheile Nichts zu wünſchen übrig laſſen. Möge dieſen Herren das Bewußtſein, ſich einer ſo wichtigen und ſchönen Aufgabe in ſo anerkennenswerther Weiſe entledigt zu haben, den Lohn für ihre vielfachen Bemühungen gewähren! Der wärmſte Dank aller Intereſſenten darf ihnen gewiß ſein.
Aus Staatsmitteln erhielten wegen Aenderung des Rechnungsjahres vorerſt nur 17 Zöglinge der Oberklaſſe Unterſtützungen im Geſammtbetrage von 1075 Mark für das 1. Quartal 1879 und aus der Weinheim'ſchen Stiftung 13 im Geſammtbetrage von 154 Mark 28 Pf.
Am 11. und 12. März 1878 hatte der Direktor im Auftrage Gr. Miniſteriums des Innern, Abth. für Schulangelegenheiten, die Entlaſſungsprüfung an der Präparanden⸗Anſtalt zu Lindenfels und am 18. und 19. März diejenige an der Präparanden⸗Anſtalt zu Wöll⸗ ſtein vorzunehmen. Bei den Definitorialprüfungen der Schulamts⸗Aſpiranten vom 13. bis 18. Mai, vom 28. bis 30. Oktober und vom 4. bis 6. November 1878 waren der Director und Seminarlehrer Helm Mitglieder der Prüfungscommiſſion.
Wie bereits durch die öffentlichen Blätter bekannt wurde, hat der in Amerika verſtorbene Tabaksfabrikant und Commerzienrath Carl Gräff aus Bingen, der ein warmer Freund der Volks⸗ und Lehrerbildung war, dem hieſigen Seminar in ſeinem Teſtamente ein Legat von 3000 Mark zur Unterſtützung unbemittelter braver Schüler der Anſtalt ausgeſetzt, welches durch Allerhöchſte Entſchließung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs vom 16. Oktober 1878 die landesherrliche Beſtätigung erhielt. Möchte das Beiſpiel des edlen Ver⸗ ſtorbenen, der auch im Leben ſeit dem Jahre 1874 beſtändig einzelnen mittelloſen Schülern von Präparanden⸗Anſtalten und Seminarien namhafte Unterſtützungen an Geld und Kleidern im Stillen zufließen ließ, Nachahmung finden!
An ſonſtigen Geſchenken erhielt die Anſtalt im Laufe des Schuljahres:
Von Großherzoglichem Miniſterium des Innern, Abtheilung für Schul⸗ angelegenheiten: Beiträge zur Statiſtik des Großherzogthums Heſſen 18. Band.
Von Herrn Guſtav Prior(Carl Meyer's Verlag) in Hannover: Dr. J. Chr. Gottlob Schumann, die Kirchengeſchichte in Lebensbildern; J. Chr. C. Hoffmeiſter, Heſſens Regenten in hiſtoriſchen Umriſſen für Volk und Jugend; H. Ruete, Anthologie geiſtlicher Lyrik aus neuerer und neueſter Zeit;
Von Herrn Herder'’ Verlag in Freiburg i. Br.: A. Reinheimer, Leitfaden der Botanik; Dr. M. Kraß und Dr. H. Landois, der Menſch und das Thierreich in Wort und Bild; Dr. Andreas Brüll, Bibelkunde für Präparanden⸗Anſtalten und Lehrer⸗Seminare; J. Haug, die Grammatik in der Volksſchule. 1. 2129
Von Herrn R. Stricker(Nicolai's Verlags⸗Buchhandlung) in Berlin: L. Rudolph, Praktiſche Anleitung zur Ertheilung eines naturgemäßen Unterrichtes in der Mutterſprache I. und II. Theil; Dr. Carl Noack, Kirchengeſchichtliches Leſebuch. 11
Von der G. Braun’'ſchen Buchhandlung in Karlsruhe: Ferd. Leutz, Pflanzenkunde.


