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geſucht wurden, um ſich für den nächſten Morgen zur Reiſe nach Hirſchhorn zu ſtärken. Herr Landgerichtsaſſeſſor Herrmann hatte auf Benachrichtigung durch Seminarlehrer Helm die Freundlichkeit gehabt, da nicht Alle in dem Abſteigquartier, dem Gaſthauſe zur„Traube“, unter⸗ gebracht werden konnten, eine ausreichende Anzahl anderer Quartiere zu beſtellen und durch einen Führer die Zöglinge in dieſelben geleiten zu laſſen, wodurch er ſich den Dank der Geſellſchaft verdiente. Am 26. Auguſt nach eingenommenem Frühſtücke wurde die Weiterreiſe nach Hirſch horn angetreten, welche durch die ſtets wechſelnden, entzückenden Naturſchönheiten die Reiſenden in die heiterſte Stimmung verſetzte, die ſich in entſprechenden Liedern Ausdruck verſchaffte. Nach einer kleinen Erfriſchung in Hirſchhorn wurde zu Schiffe die Fahrt uach Neckarſteinach unternommen, welche den Glanzpunkt des ganzen Ausfluges bildete und allen Thellnehmern durch die dargebotenen reizenden landſchaftlichen Bilder unvergeßlich bleiben wird. Nach dem Mittageſſen, welches im Gaſt⸗ hauſe„Zur Harfe“ eingenommen wurde, ſetzte man die Fahrt nach Neckargemünd fort und benützte von dorten die Eiſenbahn bis Heidelberg. Hier wurde das Schloß beſtiegen, wo neue Natur⸗ und Kunſtgenüſſe der Reiſenden warteten. Nach einem Aufenthalte von einigen Stunden trat man per Eiſenbahn die Rückreiſe nach Bensheim an, wo alle Theilnehmer wohlbehalten und höchſt befriedigt ankamen.— Die betreffenden Eiſenbahnverwaltungen hatten eine Ermäßigung der Fahrpreiſe eintreten laſſen, was dankbar anerkannt wird,
Der 2. September, der Gedächtnißtag der Ereigniſſe bei Sedan, wurde in üblicher Weiſe feſtlich begangen. Lehrer und Zöglinge beſuchten den Gottesdienſt, nach welchem eine Feier, beſtehend in patriotiſchen Geſängen und einer Rede des Directors über das Weſen des nationalen Sinnes, deſſen Weckung und Belebung, abgehalten wurde. Der Nachmittag wurde zu einem gemein⸗ ſamen Ausfluge auf den Felsberg benützt.
Durch Decret Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs vom 5. Auguſt 1876 wurde dem Seminardirector Mühr eine Gehaltszulage verliehen, und durch ein ſolches vom 25. Septemöer 1876 wurde der Seminarlehrer Ofenloch in die Kategorie der Civil⸗Staatsdiener aufgenommen.
Die für Neubauten an der Anſtalt von der Regierung angeforderten Summen wurden von den Ständekammern bewilligt und dadurch die Möglichkeit geboten, manchem längſtgefühlten Noth⸗ ſtande zu begegnen und die Anſtalt den Zeitverhältniſſen und der dermaligen Frequenz entſprechend zu erweitern.— Aus Staatsmitteln erhielten in dieſem Schuljahre 42 Seminariſten Unterſtützungen im Geſammtbetrage von 2372 Mark und aus der Weinheim'ſchen Stiſtung 6 im Geſammtbetrage von 154 Mark 29 Pf.
Am 1. Juli 1876 beſuchte Herr Oberſchulrath Greim die Muſt ſtalt, erkundigte ſich über die neuen Einrichtungen und wohnte mehreren Unterrichtsſtunden bei den neuernannten Seminarlehrern und dem Mittagsmahle der Seminariſten bei.
An Geſchenken erhielt die Anſtalt im Laufe des Schuljahres:
Von Herrn Geh. Oberſtudienrath i. P. Dr. Wagner„Sir Thomas Fowell Buxton“, ein Lebensbild von Dr. Froſt.
Von Herrn Kreisrath Dr. Uſinger und Hrn. Kreisſchulinſpector Landmeſſer ein Tellurium.
Von Herrn Commerzienrath Karl Gräff in Bingen eine Laterna magica mit 10 Bildern.
Von Herrn Seminarlehrer Hhly„Verordnungen und Geſetze für die höheren Schulen in Preußen“ von Dr. Wieſe, I. Abth.: Die Schule.
Von Herrn Lehrer i. P. Uſinger„Linleitung in die Erziehungs⸗ und Unterrichtslehre für
Moitsſchallehäer von B. G. Denzel, 6 Bände;„Der Schullehrerberuf“ von Dr. J. A. Nebe;
„Materialien zu Unterredungen über Gl aubens⸗ und Sittenlehre“ zum Leitfaden beim Unterrichte künftiger Lehrer;„Schulblatt für das Großherzogthum Heſſen“, herausgegeben von Dr. Schau⸗ mann, Jahrg. 1844, 1845 und 11840;„Anweiſung zum Choralſpielen“ von Angerſtein.
Von der Buchhandlung G. W. F. Müller in Berlin„Anleitung zum Unterricht im Rechnen“ von Böhme; hierzu„Aufgaben zum Zopfrechnen“, 3 Hefte;„Uebungsbuch im Rechnen“, Heft 1—13 nebſt 13 Wandrechentafeln;„Schulgeographie“ von Guſt. Neumann;„Leitfaden der deutſchen


