Kufſtein teil. Für alle Teilnehmer, wird dieſes Feſt, das getragen war von begeiſterter Liebe zu Volk und Vaterland und von dem Gedanken der Zuſammengehörigkeit aller Deutſchen diesſeits und jenſeits der heutigen politiſchen Grenzen des Reiches eine unauslöſchliche Erinnerung ſein. 13 000 Jungen und Mädchen aus dem Reich hatten ſich dort zuſammengefunden— allein 1300 aus Heſſen. Trotz der ÜUberfüllung des kleinen Städtchens und der natürlich nur behelfsmäßigen Unterbringung verlief alles in ſchönſter Ordnung und Eintracht, ohne die geringſte Reibung,— gewiß ein ſchöner Beweis für den guten Geiſt und die Selbſtzucht der deutſchen Jugend. An die Tagung mit ihren unzähligen Veranſtaltungen,— Feſtver⸗ ſammlungen, ſportlichen Kämpfen, Aufführungen, Volkstänzen, Fackelzug und Schloßbeleuchtung— ſchloſſen ſich fröhliche Wanderfahrten ins Kaiſergebirge, auf den Pendling, nach Innsbruck, dem Berg Iſel, wo das Hoferdenkmal noch einmal die vaterländiſche Begeiſterung hoch auflodern ließ, und nach Kochel und Walchenſee an. Nach Beſteigung des herrlichen Ausſichtspunktes Herzogenſtand und Beſichtigung des großen Kraftwerkes Walchenſee ging es zurück nach München, wo der letzte Tag noch Gelegenheit gab zu einem Gang durch die Stadt mit ihren ſehenswerten Bauten und zum Beſuch des Deutſchen Muſeums. Ein Sonderzug führte die geſamte heſſiſche Jugend nach der Heimat zurück.— Als Erinnerung an die ſchöne Fahrt brachte unſer Wimpel eine ſchöne ſeidene Fahnenſchleife zurück.— Bei genügender Beteiligung iſt an Pfingſten 1926 eine Fahrt nach Hirſchberg in Schleſien geplant.
Am 18. 8. hatten wir Gelegenheit, die bei Auslandsdeutſchen genoſſene Gaſtfreundſchaſt zu erwidern. Eine Gruppe Kärntner, die für den Anſchlußgedanken zu wirken, das ge⸗ ſamte Heſſenland bereiſte, wurde hier— zum erſtenmal auf heſſiſchem Boden— von der geſamten Schuljugend mit Muſik und Geſang feſtlich empfangen. Hauptſächlich der Tätigkeit der be⸗ geiſterten Jugend war es zu danken, daß die Aufnahme der Gäſte auch in der Bürgerſchaft ſo herzlich war, daß die Tage ihrer Anweſenheit Feſttage für die ganze Stadt waren. In mehreren Vorſtellungen— auch für die Jugend— gaben die Gäſte durch Darbietung von volkstümlichen Geſängen, Reigen und Vorträgen den Beweis, daß in Kärnten deutſche Art und Sitte ſich ſiegreich behauptet.— Dem Verein für das Deutſchtum konnten 1 000 Mark UÜberſchuß überwieſen werden.—
Der Geſundheitszuſtand der Schüler war im ganzen befriedigend. Soviel es die Verhältniſſe erlaubten,— immer noch mangelt es an einem geeigneten Platz— wurden Spiel und Sport gepflegt. An den Reichsjugendwettkämpfen beteiligten ſich die Mehrzahl der Schüler. 9 Schüler erhielten die vom Reichspräſidenten unterzeichnete Ehrenurkunde, 49 Schüler die vom deutſchen Reichsausſchuß geſtiftete Ehrenurkunde.— Die Sieger waren in der Oberſtufe: Karl Collet IIa, Hans Pöchl und Hans Kleinjung la, in der Mittelſtufe: Hans Winter IIa, Paul Leichſenring IIa, Hans Hechler IIa, in der Unterſtufe: Albert Huber IIIa, Ewald Martini IIIa, Werner Spilger IIIb.— Zur Förderung des Turnbetriebs war Herr Studien⸗Rat Dr. Hofferberth zur Teilnahme an einem Turnkurſus entſandt, den Herr Seminarlehrer Klenk in Bensheim auf Anordnung des Landesamtes vom 22. 6.— 11. 7. ab⸗ hielt.— Am 4. 12. wurde durch Ausſetzen des Unterrichts der Jugend ermöglicht, ſich in der ſchönen Winterluft beim Rodeln zu erholen.—
Am 1. Dezember beſuchte Herr Miniſterialrat Glückert die Anſtalt und wohnte in mehreren Klaſſen dem Unterricht bei.
Der Hitze wegen mußte am 16. und 19. Mai, am 9., 10., 12. Juni und am 10. Auguſt der Unterricht früher geſchloſſen werden.—
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