Jahrgang 
1926
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Schulnachrichten.

I. Der Unterricht.

Der Unterricht hatte gegenüber dem amtlichen Lehrplan von 1914 folgende Anderungen

erfahren: Der wahlfreie engliſche Unterricht begann bereits in Oberſekunda. In Unter⸗ und Oberprima wurde je eine Wochenſtunde Philoſophiſche Propä⸗ deutik erteilt. Als Pflichtfach trat von Unterſekunda eine Stunde Staatsbürger⸗ kunde hinzu, dafür wurde in Sekunda der Lateinunterricht, in Prima der Unterricht im Franzöſiſchen um eine Stunde gekürzt. In IIlv und IIle war Gelegenheit zum Erlernen der Kurzſchrift gegeben.

Mit Beginn des neuen Schulſahres ſollen die neuen Lehrpläne, die von dem Landes⸗ amt für das Bildungsweſen Dezember 1925 herausgegeben worden ſind(Lehrpläne für die höheren Schulen im Volksſtaate Heſſen, Darmſtadt 1925, Staatsverlag), probeweiſe zur Einführung gelangen. Die endgültige Faſſung ſoll auf Grund zweijähriger Erprobung 1928 erfolgen. Das humaniſtiſche Gymnaſium hat darin im weſentlichen ſeine Eigenart bewahrt. Deutſch und Geſchichte erhalten in den Klaſſen IV, IIIb und III je eine Unterrichtsſtunde mehr, Geographie hat ſich bis zur Oberprima als ſelbſtändiges Fach durchgeſetzt in den höheren Klaſſen auf Koſten des Geſchichtsunterrichts. Der naturwiſſenſchaftliche Unterricht erfährt eine Erweiterung dadurch, daß in II?, Iy und le je 1 Stunde Chemie, in den beiden oberſten Klaſſen mit ausgewählten Kapiteln aus der Biologie, hinzugekommen iſt. Das Lateiniſche verliert von IV an in ſeder Klaſſe eine Stunde, ſodaß in IV 7, in allen anderen Klaſſen 6 Stunden übrig bleiben. Am weſſentlichſten beſchnitten wurde das Franzöſiſche, das in IV nur noch 3, in allen weiteren Klaſſen noch 2 Stunden hat. Eine begrüßenswerte Neuerung iſt die Einführung des Spielnachmittags. Zu den 2 Turnſtunden kommen in jeder Klaſſe 2 Stunden Bewegungsſpfele, die für alle Schüler verbindlich ſind. Die Ausführbarkeit dieſer Einrichtung hängt hier in Bensheim davon ab, ob es gelingt, in abſehbarer Zeit einen Spiel⸗ und Sportplatz zu ſchaffen, der der Schule für die Benutzung offenſteht und ſich nach Beſchaffenheit und Lage für ihre Zwecke eignet. Zu den Anſchauungsmitteln, die zur Er⸗ zielung klarer und deutlicher Eindrücke, in allen Unterrichtsfächern ſoviel wie möglich Ver⸗ wendung finden ſollen, iſt das laufende Lichtbild(Film) hinzugekommen. Unſere Schule wird mit dem neuen Projektionsapparat monatlich einen Lehrfilm vorführen. Er ſoll nicht der Unterhaltung, ſondern der Belehrung dienen. Dieſe Veranſtaltungen ſind deshalb für die Schüler verbindlich. Zur Deckung der Koſten(Leihgebühr für die Filme) werden die Eltern gerne den geringen Betrag von 25 Pfg. im Monat beiſteuern.

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