Jahrgang 
1915
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b. Sanitätsfreiwillige:

1. Götz, Franz, Hofheim traten mangels ausreichender Beschäftigung später wieder in den 2. Hain, Otto, Seligenstadt] Schulverband zurück.

3. Hamel, Wilhelm, Darmstadt 5. Ott, Franz, Dieburg.

4. Hornef, Josef, Bingen 6. Steinmetz, Georg, Dieburg.

Die freudige Bereitschaft, mit Herz und Hand fürs Vaterland einzutreten, sollte auch blutige Opfer einfordern.

Am 20. September 1914 erlitt der Lehramtsassessor Dr. Wilhelm Weinmann bei St. Thomas, Dep. Marne, als er trotz ergangener Warnung aus einem Schützen- graben heraustrat, den Heldentod fürs Vaterland. Seine Eltern verloren in ihm die Stütze und Freude ihres Alters, seine Amtsgenossen einen pflichteifrigen Mitarbeiter und bescheidenen Menschen, seine Schüler einen aufrichtigen Freund und gütigen Berater. Sein Andenken wird bei uns stets in Ehren gehalten werden. Eine schlichte Gedächtnisfeier am 20. Oktober vertiefte das Treugelöbnis.

Der ersten Trauerkunde folgte bald die zweite, dass der Oberprimaner Ludwig Singer aus Seligenstadt, der mit seinem Bruder(Unterprima) bei dem Grossh. Hess. Inf.-Reg. 168, 5. Komp. als Kriegsfreiwilliger eingetreten war, am 7. November 1914 in den Kämpfen um Vpern bei Wittgede eine schwere Verwundung erhielt, der er .schon auf dem Wege zum Verbandpſatz erlag. Ein guter Sohn, ein hoffnungsvoller Schüler, ein echt deutscher jüngling sank mit ihm ins Grab. Möge seinen tiefbe- trübten Angehörigen der Gedanke ein Trost sein, dass er als ein vorbildlicher Held in der Erinnerung weiter lebt.

Auch Verletzungen und Verwundungen hatten wir zu beklagen. So erlitt der Bruder des Gefallenen, Bernhard Singer, einen Fussknochenbruch, dessen Folgen trotz monatelanger Behandlung noch nicht behoben sind, ebenso sein Klassenkamerad Gustav Guntrum durch Sturz vom Pferde eine stärkere Fussverletzung, die jedoch schon soweit geheilt ist, dass er auf den Kriegsschauplatz zurückzukehren hofft, so erhielten Oberprimaner Racke zwei Schussverletzungen, die ihn felddienstuntauglich machten, Oberprimaner Duseberg eine Verwundung am rechten und der Unter- sekundaner Schachner am linken Arm, die glücklicherweise in der Heilung begriffen sind. Gebe Gott, dass die dargebrachten Opfer nicht um weitere vermehrt werden!

Auch die in der Anstalt verbliebenen Schüler bekundeten in mannigfacher Weise ihre innere Anteilnanme an dem gewaltigen Kampfe Deutschlands, indem sie bei Erntearbeiten Hilfe leisteten, im Dienste des Roten Kreuzes Truppentransporte auf den Bahnhöfen betreuten, als Radfahrer Aufträge vermittelten, Verwundete in die Lazarette verbringen halfen, im Sammeln, Verpacken und Absenden von Liebesgaben an die Hand gingen und bei der Woll- und Metallwoche sich betätigten. Ferner nimmt seit Oktober eine stattliche Anzahl von Schülern über und, soweit es gestattet wurde, auch unter 16 Jahren an den Übungen zur militärischen Vorbereitung der Jugend teil, die unter der Leitung sachkundiger Herren und der tätigen Mitwirkung der Amtsgenossen Dr. Ruhl und Reallehrer Mohr etwa zweimal wöchentlich abgehalten werden. End- lich boten die herrlichen Waffenerfolge unserer braven Soldaten nicht bloss zu be- geisterten Siegesfeiern auf dem Schulhof, in der Turnhalle oder den einzelnen Klassen- zimmern Anlass, sondern, was wichtiger ist, sie belebten und befruchteten auch fort- während den gesamten Unterricht, indem sie die sittlichen Kräfte Wahrheit, Treue, Opfergeist, Ausdauer, Zuversicht, Vaterlandsliebe, Einigkeit, Recht, Freiheit, Unter- ordnung, Einfachheit, Demut, Innerlichkeit, Gottvertrauen in greifbarer Verkörperung vor Augen stellten und unserer Jugend die heilige Pflicht ans Herz legten, das Erbe der Väter zu wahren, getreu bis in den Tod.

Unter diesem grossen und ausserordentlichen Weltgeschehen verlief das Schul- leben bis zum Ende des Schuljahres.