Jahrgang 
1910
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c. Die Mithilfe sittlich einwandfreier Volks- und Jugendbüchereien, Zeitungen und Familienblätter. Durch sie kann der natürliche Lesetrieb unserer Jugend einge- fangen und zum Guten gelenkt werden. Freilich ist hier vor dem Zuviel ernstlich zu warnen, weil ungezügelte Lesewut die Seelenkräfte abspannt und für den er- zieherischen Wert ernster Arbeit unempfänglich macht.

d. Der Kampf der kirchlichen Organe durch Predigt und Erbauung oder Beleh- rung in gesellschaftlichen Versammlungen. Wo die heiligsten Güter unseres Volkes und namentlich seiner Jugend gefährdet sind, kann und will die Religion nicht abseits stehen.

e. Die Mitarbeit der Schule. Diese nimmt zwar nur einen Bruchteil der Zeit ihrer Schüler für sich in Anspruch, aber sie betrachtet es als ihre vornehmste Pflicht, während des Unterrichts und, soweit möglich, auch außerhalb desselben nach Kräften das leibliche und geistige Wohl ihrer Pfleglinge zu schützen und zu mehren. Sie erstrebt das durch Aufklärung und Belehrung, durch Jugendbüchereien und Empfehlung geeigneter Privatlektüre, durch bereitwillige Rücksprache mit dem Elternhaus, durch unablässiges Anhalten zu regelmäßigem Fleiß und gewisse- hafter Arbeit, durch die Förderung gesunder Bewegungsspiele und Wanderungen.

Wenn so die berufenen Vertreter von Familie, Staat, Gemeinde, Kirche und Schule Hand in Hand gehen, glauben wir zuversichtlich, daß der unsere Volksge- sundheit durch Schrift- und Bildwerke gefährdende Feind erfolgreich bekämpft und niedergerungen werden kann.

Grossherzogliche Direktion des Gymnasiums:

Dr. Kieser.

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