Jahrgang 
1898
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IX

IV. Geſchichte der Anſtalt.

Durch Miniſterialverfügung vom 7. April 1897 wurde dem ſeminariſtiſch gebildeten Gymnaſial⸗ lehrer Schließmann, der ſchon ſeit Beginn des Kalenderjahres 1897 erkrankt war, zu ſeiner Wieder⸗ herſtellung ein halbjährlicher Urlaub bewilligt, der durch Verfügung vom 7. Auguſt 1897 bis zum Schluß des Schuljahres 1897/98 verlängert werden mußte. Mit ſeiner Vertretung wurde durch Ver⸗ fügung vom 27. April 1897 der Schulamtsaſpirant Johannes Berg aus Mörlenbach i. O. beauftragt. Den Chorgeſangunterricht leitete während des Sommerſemeſters Herr Seminarlehrer Döbert.

Durch Allerhöchſtes Dekret vom 17. Juli 1897 wurde der Direktor unſrer Anſtalt Profeſſor Dr. Dettweiler mit Wirkung vom 1. Oktober 1897 zum Direktor des Ludwig⸗Georgsgymnaſiums in Darmſtadt ernannt. Nach Fjähriger überaus ſegensreicher, allſeitig anerkannter und für weite pädagogiſche Kreiſe vorbildlicher Thätigkeit an der Spitze der kleineren Anſtalt, die er in blühendem Zu⸗ ſtand verlaſſen hat, iſt ſeiner unermüdlichen Arbeitskraft ein größeres, weit mühevolleres Feld der Wirk⸗ ſamkeit in der Leitung einer der größten Anſtalten des Landes angewieſen worden; unſre herzlichen Segenswünſche begleiten ihn in ſeine neue Stellung. Wie ſchmerzlich der Verluſt an dem Orte ſeines ſeitherigen Wirkens, innerhalb und außerhalb der von ihm geleiteten Schule, empfunden wurde, und wie groß die verdiente Anerkennung war, das mögen ihm die vielfachen Beweiſe der Dankbarkeit gelegentlich ſeines Abſchieds von hier gezeigt haben.

Zum Nachfolger wurde durch Allerhöchſtes Dekret vom 17. Juli 1897 Profeſſor Dr. Forbach, vorher Direktor der Höheren Mädchenſchule in Offenbach a. M., ernannt, und am 2. Oktober 1897 durch Herrn Geheimen Oberſchulrat Dr. Eiſenhuth in ſein Amt eingeführt.

Guſtav Forbach iſt geboren am 1. September 1853 zu Gießen. Er beſuchte das Gymnaſium ſeiner Vaterſtadt und beſtand die Reifeprüfung Oſtern 1870. Er widmete ſich auf der Landesuniverſität dem Studium der klaſſiſchen Philologie. Im Herbſt 1874, kurz vor Beendigung ſeiner Staatsprüfung, trat er als Hilfslehrer am Gymnaſium zu Worms ein, beſtand ſeine mündliche Prüfung am 13. Februar 1875 und begab ſich, um ſeiner Militärpflicht zu genügen, Oſtern 1875 nach Gießen zurück. ährend des Winterſemeſters 1875/76 erteilte er mit Bewilligung der Militärbehörde 10 Lehrſtunden an dem Gym⸗ naſium zu Gießen und wurde mit Beginn des Schuljahres 1876/77 als proviſoriſcher Lehrer an das Gymnaſium zu Darmſtadt verſetzt. Am 7. Oktober 1876 erfolgte ſeine definitive Anſtellung an dieſer Anſtalt. Bei Gründung des Neuen Gymnaſiums in Darmſtadt im Herbſt 1891 wurde er an dieſe Anſtalt verſetzt; am 11. November 1893 erhielt er den Charakter als Profeſſor; durch Allerhöchſtes Dekret vom 11. Februar 1896 wurde er zum Direktor der Höheren Mädchenſchule in Offenbach a. M. ernannt.

Durch Allerhöchſtes Dekret vom 15. September 1897 wurde der ordentliche Lehrer Dr. Lndwig Ahlheim mit Wirkung vom 1. Oktober 1897 an das Ludwig⸗Georgsgymnaſium zu Darmſtadt verſetzt. Auch in ihm hat unſre Anſtalt einen tüchtigen, bewährten Lehrer verloren, der durch ſeine vielſeitige wiſſenſchaftliche Bildung verbunden mit trefflichem Lehrgeſchick hervorragende pädagogiſche Erfolge erzielte. Wir wünſchen, daß ihm ſein neuer Wirkungskreis dieſelbe Befriedigung und denſelben Erfolg bieten möge.

Durch Miniſterialverfügung vom 13. September 1897 wurde der Lehramtsaſſeſſor Ferdinand Bodenſtein aus Darmſtadt mit der proviſoriſchen Verwaltung der erledigten Lehrerſtelle beauftragt und am 2. Oktober in ſeinen Dienſt eingewieſen.. - Durch Allerhöchſte Entſchließung vom 10. November 1897 wurde dem Großh. Gymnaſiallehrer Georg Hauff der Charakter als Profeſſor erteilt.

Die Allerhöchſten Geburtstage Ihrer Königlichen Hoheiten des Großherzogs und der Groß⸗ herzogin ſowie Sr. Majeſtät des Kaiſers wurden in der ſeither üblichen Weiſe gefeiert; am 25. No⸗ vember 1897 hielt die Feſtrede Herr Gymnaſiallehrer May, am 27. Januar 1898 der Direktor.

Für die der Bibliothek und den Sammlungen gemachten Geſchenke ſprechen wir den freundlichen Gebern unſeren beſten Dank aus.

Auch in dieſem Jahre kommen mit Genehmigung Großh. Miniſteriums die öffentlichen Prüfungen in Wegfall.

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