9
IV. Chronik der Anſtalt.
Profeſſor Sommer war zur Wiederherſtellung ſeiner Geſundheit für das laufende Schuljahr beurlaubt, hat jedoch im Winter wieder einige Stunden erteilt und wird nach Oſtern ſeinen vollen Dienſt aufnehmen können. Mit ſeiner Vertretung waren durch Min.⸗Verfügung im Sommer Lehramtsaceeſſiſt Hattemer, und, nachdem dieſer zur Übernahme einer Hauslehrerſtelle beurlaubt worden war, im Winter Lehramtsaſſeſſor Philipp Bitſch betraut..
Der proviſoriſche Gymnaſiallehrer Aſſeſſor Joſeph Geyer wurde durch Min.⸗Verfügung vom 23. März 1894 ſeines Dienſtes enthoben und in gleicher Eigenſchaft an das Realgymnaſium zu Gießen, ſpäter an die Realſchule und das Progymnaſium zu Alzey verſetzt. An ſeine Stelle trat infolge Min.⸗ Verfügung vom gleichen Datum Dr. Heinrich Schrohe aus Mainz, der während des Schuljahres 1891/92 ſeinen Acceß an der Anſtalt gemacht hat..
Mit der Vertretung des vom 5. Juni ab auf 8 Wochen zu einer militäriſchen UÜbung eingezogenen Gymnaſiallehrers Hauff war durch Min.-Verfügung der Lehramtsacceſſiſt Georg Büchler betraut.
Zur Teilnahme an einem Stägigen archäologiſchen Ferienkurs gleich nach Pfingſten, der in Würzburg begann und in Mainz endete, wurde Aſſeſſor Dr. Schmidt auserſehen.
Durch Min.⸗-Verfügung vom 23. November wurde dem Lehramtsaſſeſſor Adam Klaſſert, der ſchon früher an der Anſtalt beſchäftigt war, geſtattet, einige Stunden zu erteilen. Da Dr. Schmidt der Schonung bedurfte, übernahm er Deutſch und Geſchichte in Ober⸗Tertia.
Die große Schülerzahl in Unter⸗Tertia machte es nötig, daß wenigſtens im griechiſchen Unterricht die Klaſſe geteilt wurde.
Am 9. Juli nahm der Biſchof von Mainz, Herr Dr. Haffner, Einblick in den katholiſchen Religionsunterricht der Anſtalt.
Den Geburtstag Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs beging die Anſtalt durch eine Schul⸗ feier, bei der Dr. Schrohe über die hochſelige Großherzogin Alice ſprach.
Zum Geburtstag Sr. Majeſtät des Kaiſers fand wieder eine öffentliche, ſehr zahlreich beſuchte Schulfeier ſtatt. Dr. Ahlheim hielt die Feſtrede.
Das Schulgeld iſt nach Maßgabe der ſtändiſchen Beſchlüſſe mit dem Beginn dieſes Schuljahres für alle höheren Lehranſtalten des Landes erhöht worden. Für unſere Anſtalt kam noch hinzu, daß ihre Schulgeldſätze denen der größeren Anſtalten, hinter denen ſie ſeither zurückblieben, gleichgeſtellt wurden. Demnach beträgt das Schulgeld für die Klaſſen Prima bis Unter⸗Tertia 108 Mark und für die Klaſſen Quarta bis Sexta 96 Mark jährlich. An den eingeführten Begünſtigungen bei dem gleichzeitigen Beſuch der Anſtalt durch mehrere Brüder und an den Grundſätzen für Verwilligung von Freiſtellen iſt nichts geändert worden.
Für verſchiedene der Bibliothek und den Sammlungen gemachten Geſchenke bleibt die Anſtalt den freundlichen Gebern zu Dank verpflichtet.
V. Geffentliche Prüfungen (im Zeichenſaal, evang. Religion im Klaſſenzimmer der Unter Tertia). Samſtag den 30. März. Vormittags 8 ½ Uhr III Religion, May und Lic. Jacob. „ 9 ¼„ VI Deutſch und Geographie, Schließmann. „ 10„ V cgatein, Bitſch. „ 10 ¾6„ IV Franzöſiſch, Dr. Weißgerber.


