Jahrgang 
1892
Einzelbild herunterladen

12

Der ſeitherige proviſoriſche Gymnaſiallehrer Dr. Auguſt Ahlheim wurde durch Allerhöchſte Entſchließung vom 9. Juni definitiv zum Lehrer an der Anſtalt ernannt.

Durch Allerhöchſte Entſchließung vom 8. Auguſt mit Wirkung vom 16. September wurde Gymnaſiallehrer Dr. Georg Ihm zum Lehrer am Gymnaſium in Mainz, und Dr. Joſeph Kieffer, ſeither daſelbſt, zum Lehrer an der Anſtalt ernannt.

Durch Allerhöchſte Entſchließung vom 22. Auguſt mit Wirkung vom 1. September wurde Gymnaſiallehrer Otto Schädel zum Direktor der höheren Mädchenſchule in Worms ernannt. Für ihn wurde der proviſoriſche Realgymnaſiallehrer Dr. Wilhelm Weißgerber zu Gießen durch Min. Verf. vom 15. September mit der proviſoriſchen Verwaltung einer Lehrerſtelle betraut.

Lehramtsacceſſiſt Dr. Heinrich Schrohe wurde dem Direktor zur praktiſchen Vorbildung über⸗ wieſen. Die Anleitung erfolgte nach den für die pädagogiſchen Seminarien beſtehenden Grundſätzen.

Es ſei auch erwähnt, daß der Pedell Benedikt Deppert durch Allerhöchſte Entſchließung mit Wirkung vom 1. Oktober auf ſein Nachſuchen unter Anerkennung ſeiner langjährigen treuen Dienſt⸗ führung in den Ruheſtand verſetzt wurde. Das Allgemeine Ehrenzeichen mit der InſchriftFür lang⸗ jährige treue Dienſte überreichte ihm der Direktor mit herzlichem Wunſche für einen geſegneten Lebens⸗ abend in Gegenwart der ganzen Schule. An ſeine Stelle trat der Vicewachtmeiſter und Oberfahnenſchmied Wilhelm Seiffert, der durch Allerhöchſte Entſchließung vom 28. November definitiv ernannt wurde.

Den Geburtstag Sr. Majeſtät des Kaiſers beging die Anſtalt durch eine öffentliche, ſehr zahlreich beſuchte Schulfeier. Gymnaſiallehrer Dr. Biel hielt die Feſtrede, ein von vier Schülern ausgeführtes patriotiſches Feſtſpiel endete mit einem Hoch auf Se. Majeſtät.

Bei der Gedächtnisfeier, die am Beiſetzungstage des höchſtſeligen Großherzogs Ludwig IV. am 17. März abgehalten wurde, übernahm Gymnaſiallehrer Dr. Häling die Aufgabe, den Schülern die perſönlichen und Regenten⸗Tugenden des höchſtſeligen Fürſten und die Wohlthaten und Segnungen, welche das Großherzogtum Ihm zu danken hat, vor Augen zu führen.

Herr Geh. Staatsrat Dr. Knorr von Roſenroth beehrte am 30. Mai, Herr Oberſchulrat Soldan an demſelben Tage, am 13. November und 9. Januar die Anſtalt mit einem Beſuch; die Herren wohnten in den meiſten Klaſſen dem Unterricht bei.

Der Biſchof von Mainz, Herr Dr. Haffner, nahm am 14. November Einblick in den katholiſchen Religionsunterricht an der Anſtalt.

Die Frage des Vormittagsunterrichts fand bei uns in der Weiſe eine Löſung, daß wir im Auguſt an alle Eltern bezw. deren Stellvertreter folgende Anfrage ſandten:

Wie Sie wiſſen, haben wir im Intereſſe unſerer Schüler, um ihnen für körperliche Uebungen, für eine größere Ausdehnung der Leib und Geiſt erfriſchenden Jugendſpiele, für die Pflege und Ausbildung beſonderer Fähigkeiten und Neigungen, für den in geſunden Verhältniſſen in ſittlicher Beziehung durch keine Schule zu erſetzenden Verkehr im Kreiſe der Familie die Möglichkeit zu verſchaffen, während des laufenden Sommers die viſſenſchaftlichen obligatoriſchen Lehrſtunden alle auf den Vor⸗ mittag gelegt. Wir befinden uns hier in Uebereinſtimmung mit den Anſchauungen unſerer vorgeſetzten Behörde und mit faſt allen pädagogiſchen und ärztlichen Autoritäten. Namentlich fordern alle hervor⸗ ragenden Vertreter der Augenheilkunde den ſogen. Vormittagsunterricht, weil ſie darin ein Mittel gegen das Ueberhandnehmen der Kurzſichtigkeit erkennen. Die früher aufgetretene Befürchtung, ein öſtündiger Unterricht ermüde den jugendlichen Geiſt zu ſehr, erweiſt ſich als hinfällig, da durch viertelſtündige Pauſen nach jeder Stunde in Wirklichkeit nur höchſtens 4 Stunden lang unterrichtet wird, noch mehr aber durch die Erfahrung, die jeder aus thatſächlichen Verhältniſſen gemacht hat, und denen auch wir hier nach den gewiſſenhafteſten Beobachtungen uns nicht entziehen können.

Es iſt daher von vielen Seiten an uns die Bitte gerichtet worden, auch für den Winter die zunächſt nur für den Sommer getroffene Einrichtung beizubehalten. Im Beſonderen iſt es auch die Anſicht der vorgeſetzten Behörde, daß im Winter bei der Kürze der Tage, wo meiſt der Unterricht bis