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ml. Chronik der Schule.
Auch das ablaufende Schuljahr brachte mehrfache Veränderungen im Lehrer- kollegium der Realschule. Für den ausgeschiedenen Lehrer Wollenhaupt trat zu Ostern 1913 Lehrer Hermann Behnken, zuletzt Lehrer an der Marine-Garnisonschule zu Cuxhaven, als Elementar- und Gesanglehrer in das Lehrerkollegium der Anstalt ein.
Hermann Behnken wurde am 8. August 1885 als Sohn des Lehrers Johann Behnken in Cappel, Kreis Lehe, geboren. Er ging Michaelis 1905 vom Seminar in Stade ab und genugte seiner Militärpflicht als Einj.-Freiw. beim Inf-Rgt. Nr. 92 in Pxaundohneſß. Darauf war er an drei Volks- schulen im Regierungsbezirk Stade tätig, bis er Michaelis 1910 durch ermittlung der Königl. Regierung in Stade als Lehrer und Organist bei der Kaiserlichen Marine in Cuxhaven angestellt wurde.
Der schon im Vorjahre schwer erkrankte Professor Knobeloch nahm im Sommer- halbjahr seinen Dienst teilweise wieder auf, musste aber für das Winterhalbjahr aufs neue Urlaub nachsuchen und starb am 25. Oktober 1913. In ihm verlor die Realschule das älteste Mitglied des Kollegiums, den früheren Leiter der höheren Knabenschule und zugleich der gesamten Stadtschule, welcher bereits seit Januar 1876 im Schuldienst Wildungens tätig war. Seine Kollegen betrauerten in ihm einen aufrichtigen, stets zuverlässigen Freund, seine Schüler einen wohlwollenden Lehrer, der ihnen warme Teilnahme weit über ihre Schulzeit hinaus bewahrte.
Die teilweise Vertretung Professor Knobelochs während des 1. Schulquartals führte der Lehramtskandidat Dr. Rudolf Werneburg, während des 2. Quartals Dr. Eduard Schubotz. Im Winterhalbjahr war zunächst mit der Vertretung des beurlaubten Lehrers, sodann mit der Verwesung der erledigten Stelle beauftragt der Lehramtskandidat Dr. Fried- rich Waga. Dieser wird vom 1. April ab als Oberlehrer an der Realschule dauernd an- gestellt werden.
Friedrich Waga wurde am 16. März 1885 zu Ziesar(Prov. Sachsen, Kreis Jerichow I) als Sohn des Oberapothekers Dr. Friedrich Waga geboren. Seine höhere Schulbildung empfing er auf dem Stadt- gymnasium in Halle a. S. und auf dem Gymnasium Ernestinum in Gotha, woselbst er am 13. März 1903 die Reifeprufung bestand. Auf den Universitäten Halle a. S., Munchen und Marburg a. L. widmete er sich germanistischen, historischen und theologischen Studien. Er wurde im Winter-Semester 1909 in der philosophischen Fakultät der Universität Marburg a. L. zum Dr. phil. promoviert. Das Staats- examen bestand er an derselben Universität am 12. Nov. 1910. Nach Ableistung des Seminarjahres am Königl. Gymnasium in Hersfeld und des Probejahres an der Realschule in Diez a. L. war er als wissen-
schaftlicher Hilfslehrer an der letztgenannten Anstalt, am Kaiserin-Friedrich-Gymnasium in Homburg v. d. H. und an der Realschule in Bad Wildungen tätig.
Eine weitere Vertretung wurde durch die Einberufung des Oberlehrers Konrad zu einer militärischen Uebung vom 2. Juni bis 17. Juli 1913 notwendig. Sie wurde ausge- führt durch Professor Dr. Ortloff und durch die Lehramtskandidaten Dr. Werneburg und Dr. Hartnuss. Dieser vollendete sein an der Realschule abgeleistetes Probejahr am 30. Sep- tember 1913. Nachdem er das Zeugnis der Anstellungsfähigkeit erhalten hatte, wurde er vorläufig als überzähliger wissenschaftlicher Hilfslehrer zu seiner unterrichtlichen Beschäf- tigung der Realschule weiter überwiesen.
Das Schuljahr begann mit der Aufnahmeprüfung am 31.März 1913 und wird am 4. April 1914 geschlossen. Die Pfingstferien dauerten vom 10.— 15. Mai, die Sommerferien vom 12. Juli bis 11. August, die Herbstferien vom 28. September bis 13. Oktober, die Weih- nachtsferien vom 24. Dezember 1913 bis 6. Januar 1914.
Wegen Hitze wurde der Unterricht ausgesetzt am 30. Mai nachmittags und am 18. Juni von vormittags ½ 12 Uhr ab.
Herr Provinzial-Schulrat Kanzow inspizierte den Unterricht in den verschiedenen Klassen der Realschule am 30. Oktober 1913. An die Besichtigung schloss sich eine Kon- ferenz des Lehrerkollegiums unter Vorsitz des Herrn Dezernenten.
Von den Schulausflügen am 27. Mai 1913 wurde oben berichtet. Das Schul- fest wurde in althergebrachter Weise mit der Stadtschule gemeinsam am 29. Juni 1913 be- gangen. Vaterländische Feiern fanden im letzten Schuljahr in grösserer Zahl statt.


