Jahrgang 
1909
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Der Turnunterricht fand in der Schulturnhalle und auf dem zugehörigen Turn- platze statt, die auch von der Stadtschule benutzt werden. Es wurde in 3 Abteilungen geturnt, und zwar turnten in Abteilung I die Schüler der I und II, in Abteilung II die der III und IV, in Abteilung III die der V und VI.

Abteilung l: Marsch- und Ordnungsübungen, Eisenstab-. Hantel- und Keulenübungen, gemein-

sames Turnen an allen Geräten, volkstümliche Uebungen und Uebungsmärsche. Direktor Dr. Reichardt. 3

Abteilung II: Marsch- und Ordnungsübungen. Leichtere Eisenstab- und Hantelübungen. Leich- teres Gerätturnen an Geräten. Spiele und Uebungsmärsche. Oberlehrer Konrad.

Abteilung III: Marsch-, Ordnungs- und Freiüübungen; leichtere Gerätübungen; Spiele und Uebungsmärsche. Lehrer Brettschneider.

Im Winterbalbjahr wurde die Turnhalle ausserdem je 3 S unden wöchentlich zum Kürturnen freigegeben: am Donnerstag für Schüler der unteren, am Montag für solche der mittleren, am Freitag für die der oberen Klassen. Die Aufsicht führten Direktor Dr. Reichardt, Realschullehrer Köster und Lehrer Brettschneider.

Jugendspiele. Anleitung zu Jugendspielen wurde vorzugsweise im Sommer auf dem Schulturnplatze im Rahmen der Turnstunden gegeben. Gelegentlich spielten auch einzelne Klassen unter Führung ihrer Klassenlehrer auch ausserhalb der Unterrichtsstunden an geeig- neten Plätzen in der nächsten Umgebung des Ortes Im Winter konnten die Schüler die städtische Eisbahn in der Sonderau und die Rodelbahn auf dem Waldwege nach Reinhardshausen benutzen.

Baden. Im Sommer und Winter wöchentlich einmal besuchen sämtliche Schüler klassen- weise das Brausebad im neuen Schulgebäude. Die Teilnahme ist obligatorisch. Ausserdem wurde bisher das Flussbad in der Eder nahe bei Wellen von den meisten Schülern im Sommer wöchent- lich mehrere Male aufgesucht. Vom nächsten Sommer ab sollen jedoch regelmässige Badefahrten der Schüler nach Fritzlar unter Aufsicht von Lehrern ins Leben gerufen werden. Dann wird auch die bisher fehlende Gelegenheit zur Erlernung des Schwimmens geboten sein.

An den Schreibstunden für schlecht schreibende Schüler der III und II nahmen im Sommer 14 Schüler, im Winter 14(bezw. 8) Schüfer teil.

Befreiungen von einzelnen Unterrichtsfächern oder Lehrstunden traten in folgenden Fällen ein:

Vom evangel. Religionsunterricht befreit waren im Sommer keine, im Winter 25 Schüler(Konfirmanden).

Vom Zeichnen waren im Sommer 1, im Winter 3 Schüler von je 1 Stunde befreit. Am Linearzeichnen nahmen im Sommer 4 Schüler nicht, 7 nur an 1 Stunde teil; im Winter waren 3 Schüler ganz, 8 Schüler von 1 Stunde befreit.

Vom Turnunterricht waren befreit(von insgesamt im Sommer 157, im Winter 151 Schülern):

vom Turnunterricht überhaupt teilweise Auf Grund ärztl. Zeugnisses.[im Sommer 9, im Winter 13 im Sommer 4, im Winter 3 Aus anderen Gründen*)...4, 8 14, 30

zusammen im Sommer 9, im Winter 13 ſim Sommer 18, im Winter 33 also von der Gesamtzahl der Schüler....... 5. 70%, 8.6%] 11.5%,21.8%%

*] Schüler aus benachbarten Ortschaften je 1 Stunde wöchentlich.

Vom Chorsingen befreit waren im Winterhalbjahr 3 Schüler ganz, ausserdem im Sommer 6, im Winter 8 auswärtige Schüler je eine Stunde wöchentlich.

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