Jahrgang 
1930
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übernimmt die Versicherungsbank jetzt den vollen Ersatz der notwendigen Heilkosten. Die Versicherungsgebühr beträgt für jeden Schüler RM. 1,20. Die Beträge werden nach Beginn des neuen Schuljahres in der Schule eingezogen.

7. Einheitskurzschrift: Zur Pflege der Einheitskurzschrift, deren Kenntnis von jedem Anwärter des hessischen Staatsdienstes gefordert wird, besteht ein Verein aus Schülern der 3 obersten Klassen. Wir machen die Eltern auf diese Gelegenheit auf⸗ merksam, die sich den Schülern bietet, um ihre in den Mittelklassen erworbenen Kennt- nisse in der Kurzschrift weiter zu üben und zu vervollkommen. Der Verein wird von den Oberprimanern Bodenheimer und Dustein geleitet und von Herrn Studien⸗ rat Jung betreut. Wir empfehlen den Eltern auch, ihre Kinder zum Besuch des wahl⸗ freien Kurzschriftunterrichts in den Klassen IIIb-IIb anzuhalten.

S. Von verbindlichen Lehrfächern kann ein Schüler oder eine Schilerin nur auf Grund eines ärztlichen Zeugnisses befreit werden. Für Anträge sind beson⸗ dere Vordrucke zu benutzen, die auf Ersuchen von uns abgegeben werden.

9. Um den Eltern die Mößglichkeit zu geben, sich dauernd über die Leistungen ihrer Söhne und Töchter auf dem laufenden zu halten, werden bei Beginn jedes neuen Schuljahres auf der ersten Seite der Klassenarbeitshefte die Tage angegeben, an denen die Arbeiten geschrieben und die Hefte zuriickgegeben werden. Die Mitteilung ist durch die Unterschrift zu bestätigen. Wir bitten die Eltern, sich regel⸗ mäßig über das Ergebnis der Prüfungsarbeiten zu unterrichten.

10. Anfang Mai 1930 werden wir den Eltern eine Liste der Sprechstunden der Mitslieder des Lehrerkollegiums überreichen, damit die Eltern genau wissen, zu welcher Zeit sie die Herren im Empfangszimmer des Schulgebäudes sprechen können. Das Einvernehmen zwischen Schule und Elternhaus ist für beide Teile dringend erwünscht, und wir Lehrer begrüßen es immer mit Freuden, wenn die Eltern an den Fragen der Erziehung und des Unterrichts Anteil nehmen und mit uns eine Aussprache suchen.

11. Den Schülern ist am Vormittag in der großen Pause Gelegenheit geboten, sich ungekochte, keimfreie Milch zu kaufen. Das ¼ Liter⸗Fläschchen mit Strohhalm kostet 10 Pfg. Ein nervenstärkendes Frühstüd erleichtert die geistigen Anstrengungen des langen Vormittagsunterrichts; deshalb bitten wir die Eltern, ihre Kinder in der Schule täglich Milch trinken zu lassen.

12. Die Berufswahl soll nicht dem Zufall überlassen werden, sie ist von aus- schlaggebender Bedeutung für Wohlbefinden und Glück im späteren Leben und muß deshalb genau in allen ihren Einzelheiten überlegt werden. Die feinere Anpassung an den Beruf wird zweifellos eine höhere Befriedigung der Berufsarbeit auslösen und da- mit gSrößere Leistungen hervorbringen als bei denjenigen, die sich durch einen falsch gewählten Beruf unbefriedigt und damit ungliücklich fühlen. Die Lehrer sind zu Aus- künften und Ratschlägen gern bereit.

13. Die Fremden, die zur Kur nach Bad⸗Nauheim kommen. suchen Ruhe und Erholung. Das verpflichtet alle Kreise der Bevölkerung zu weitgehender KRücksicht, die nicht allein aus Mitgefühl, sondern auch des wohlverstandenen eigenen Vorteils wegen geboten ist. Uber den Zusammenhang zwischen der Wohlfahrt der Stadt und dem Wohlbehagen der Kurgäste müssen die Kinder von den Eltern aufgeklärt werden. Lautes Rufen und Schreien, Lärmen auf dem Wege zur Schule und von der Schule müssen die Kinder unterlassen. Besonders in der Zeit der Mittagsruhe von 1-3 Uhr sollen sich die Kinder recht ruhig verhalten.

Im Verkehr mit unbekannten Fremden ist für Kinder die größte Zurückhaltung un⸗ bedingt erforderlich. Auch halten wir es für selbstverständlich, daß sich unsere Schüler und Schülerinnen von Fremden nichts schenken lassen. Bei aller Freundlichkeit und Dienstwilligkeit, die auch die Kinder den Kurgästen entgegenbringen können, soll doch immer auch das Gefühl für die Würde des eigenen Volkes lebendig sein. Gegenüber den vielen ausländischen Besuchern des Bades haben auch schon die Kinder die Pflicht, zur Hochhaltung des deutschen Namens beizutragen.