Jahrgang 
1930
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Anfänger, der von September 29 bis in den Anfang des neuen Jahres durchgeführt wurde, und einen 1-stündigen Kursus für Fortgeschrittene. Von Mitte Januar an wurden beide Kurse vereinigt und die Teilnehmer in 2 Parallelzügen unterrichtet. Durch die Teilung war es möglich, den Unterricht in den Biologiesaal zu verlegen. Den Hörern war außerdem Gelegenheit geboten, zweimal in der Woche dem Kursus beizuwohnen.

Der Sprachstoff der Kurse, denen die Bilder und Sprechplatten des Audio=⸗Vox⸗Sprach- instituts, Berlin zu Grunde lagen, erstreckte sich auf das Familien-, Geschäfts⸗ und Ver⸗ kehrsleben, wobei die Bedürfnisse der Kurstadt besonders berücksichtigt wurden. Ferner wurden behandelt: Besuch im Warenhaus, Spiel, Sport, das englische Weihnachtsfest, Unterhaltung in der Familie, im Kino, beim Arzt usf.

Für den guten Erfolg des Unterrichts des Herrn Dr. Magsaam spricht die große Nachfrage, die alsbald nach Ostern und nach den Herbstferien einsetzte.Die Audio- Vox⸗Methode, an die sich das Unterrichtsverfahren anlehnt, fördert uns Schüler in aus⸗ gezeichneter Weise, was allerdings ohne das ganz besondere Lehrtalent des Leiters nicht in dem Maße mößglich wäre, berichtet ein eifriger Besucher der Kurse. Wir machen uns zum Dolmetsch der Gefühle aller Kursteilnehmer, wenn wir Herrn Dr. Magsaam für seine uneigennützige und mühevolle Tätigkeit im Dienste der Allgemeinheit unsere aufrichtige Anerkennung und herzlichen Dank aussprechen.

Die innere Ausstattung der Schule wurde im Rahmen der verfügbaren Mittel weiter vervollständigt. Die Turnhalle ist im Sommer neu hergerichtet worden; für unsere Schulbühne haben wir aus dem Ertrag der öffentlichen Weihnachtsfeier und der Einschreibegebühr für den englischen Sprachkursus des Herrn Dr. Magsaam einen großen Teppich(KM 280.) beschafft, der den ganzen Bühnenraum bedeckt.

Im Laufe des Sommers wurde die Agnstalt wiederholt von Frau Harris aus Boston II. S. A. besucht, die während eines längeren Kuraufenthalts ihre Tochter Sara als Gastschülerin an dem Unterricht in Kl. IIIb teilnehmen ließ.

Der Hess. Philologen⸗Verein hielt am 11. April 29 bei der Hauptver⸗ sammlung in Bad⸗Nauheim seine Fachsitzungen in den Räumen der Anstalt ab.

Die Herren Xrzte Dr. Haeberlin, Dr. Martin und Dr. Stockelbusch haben uns bei der vom Herrn Reichsminister des Innern angeregten Beratung über Schuljahr⸗ beginn und Ferienordnung durch ärztliche Gutachten in dankenswerter Weise unterstützt.

Am 4. Juni nahmen 6 Herren des Kollegiums der Ernst⸗Ludwig⸗Schule an einer Führung durch das neueerrichtete Medizinische Institut teil, zu der Herr Bürgermeister Dr. AXhl eingeladen hatte. Herr Professor Dr. Weber erläuterte in einem einleitenden Vortrag die drei Aufgaben des Instituts: Agnostizierung, wissen⸗ schaftliche Forschung und Unterricht. Ein Rundgang schloß sich an. Er zeigte die zweck⸗ mäßige und reichhaltige Ausstattung und die auf dem neuesten Stand der Technik auf⸗ gebaute vielseitige Xpparatur, die es ermöglicht, die Tätigkeit des Herzens bis ins kleinste zu beobachten und zu überwachen. Maßgebend für alle neuen Methoden der Herz⸗ forschung ist der Gesichtspunkt, den unzuverlässigen unmittelbaren Gehörseindruck durch eine graphische oder verstärkte akustische Darstellung der Herztätigkeit zu ersetzen. Die Teilnehmer schieden nach 1 ½ stündigen Vorführungen mit dem Eindruck, daß hier ein einzigartiges Institut ins Leben gerufen wurde, das für die Heilung der kranken Herzen neue Wege weisen und für die Auswertung der Bad⸗Nauheimer Quellen zum Segen der Patienten von großer Tragweite sein wird. Herrn Professor Dr. Weber rechen wir auch an dieser Stelle für die liebenswürdige Führung unseren verbindlichen

ank aus.

Geschenke: Der Abiturient Ferdinand Rosenthal stiftete nach Ostern 1929 eine größere Anzahl gebrauchter Schulbicher für die Bibliothek minderbemittelter Kinder. Auch die Abiturienten des letzten Jahres überreichten uns mehrere Schulbücher für den gleichen Zweck. Der Abiturient Otto Wiedermann stiftete 4 Kupferdrucke. Herr Studienrat Dr. Knieriem überwies der Lehrerbibliothek einige Bücher geogra⸗ phischen Inhalts. Herr Oberpostsekretär i. R. Emil Japkeschenkte der Schule eine grös⸗ sere Anzahl englischer Werke, darunter ein umfangreiches enzyklopädisches Lexikon. Allen Stiftern statten wir unseren verbindlichen Dank ab.