Schulnachrichten.
1. Zur Geschichte der Anstalt.
Am 28. April 1911 traf bei dem Rektor der Ernst-Ludwig-Schule folgende erfreuliche Nachricht ein:
„Durch Entschließung des Reichsamts des Innern vom 11. April d. Is. ist die Ernst- Ludwig-Schule zu Bad-Nauheim als militärberechtigt im Sinne des§ 00, 2 c der Wehrordnung anerkannt worden und zwar mit rückwirkender Geltung für den Ostertermin 1911.
Sie gehört demnach fortan zu denjenigen Schuſen, an denen auf Grund der Abschluß- prüfung nach der Prüfungsordnung vom 15. Dezember 1800 und den Bestimmungen vom 30. Januar 1900 das Befähigungszeugnis zum einjährig-freiwilligen Militärdienst erworben werden kann..
Die entsprechende Bekanntmachung wird im nächsten Gesamtverzeichnis der militär- berechtigten Lehranstalten erfolgen.
Darmstadt, den 27. April 1911.
Großherzogliches Ministerium des Innern. Abteilung für Schulangelegenheiten. gez. Süffert.“
Sicherlich wurde die Nachricht von diesem Erfolge von allen, denen das Gedeihen unserer Schule am Ferzen liegt, mit großer Freude aufgenommen. In früheren Jahresberichten schrieben wir: Durch die Organisation ist unserer Anstalt die Berechtigung zum einjährigen Militärdienst in Aussicht gestellt und auf dieses Ziel richten sich alle unsere Hoffnungen und Anstrengungen. Denn die ideale Liebe zur Bildung allein sichert nicht die ungestörte Entwicke- lung und Dauer einer Schulgattung; sichere, gesetzlich geregelte Berechtigungen müssen der idealen Liebe zur Ausbildung entgegenkommen und ihr auch einen Erfolg im praktischen Leben sichern. Heute ist dieses Ziel erreicht.
Die von den Herrn Geh. Oberschulrat Block aus Darmstadt und Geh. Schulrat Direktor Störike aus Gießen am 12. Dezember 1910 vorgenommene eingehende Revision des Schulbetriebs hatte ein günstiges Resultat, das im Verein mit dem glücklichen Ausgang der Abschlußprüfung am 23. März 1911 auf die Entschließung der hohen Reichsbehörden ohne Zweifel bestimmend eingewirkt hat.
Wir möchten diese Gelegenheit nicht vorübergehen lassen, ohne allen denjenigen, die unsere Bestrebungen unterstützt haben, insbesondere aber der hohen oberen Schulbehörde für die Förderung der Angelegenheit im Namen der Schule herzlichst zu danken.
Durch die Aufnahme der Ernst-Ludwig-Schule in die Reihe der militärberechtigten Lehr- anstalten war ein für den Aufschwung unserer Anstalt bedeutungsvoller Schritt getan. Schon mit Beginn des neuen Schuljahres 1911/12 stieg die Zahl der Schüler auf 1690 gegen 133 am Schlusse des vorhergehenden Jahres, und der Höchstbestand der Schülerzahl in 1911/12 betrug 187. Die Obersekunda, seit Gründung der Schule kaum lebensfähig, stieg auf 23 Schüler,


