I. Neubau
der Ernst Ludwig-Schule zu Bad-Nauheim.
Der aus Keller-, Erd- und Obergeschossen bestehende Neubau ist am Südausgange von Bad-Nauheim im Barokstile erbaut und von allen Nachbargebäuden und Grenzen entsprechend weit abgerückt, wodurch eine dauernde gute Licht- und Luftzuführung gewährleistet ist.
Im Kellergeschoß ist die Schuldienerwohnung bestehend aus 3 Zimmern, Küche, 2 Keller- räumen und Klosett, vom Schulhofe aus zugänglich, untergebracht. Außerdem befindet sich in dem Kellergeschoß die Heizung nebst Lagerräumen für Brennmaterialien, 1 Dunkelkammer und einige disponible Keller.
Im Erdgeschoß sind untergebracht: 2 Lehrsäle für Sexta und Quinta, 1 Lehrsaal für Hand- arbeit, 1 Lehrsaal für Latein, 1 Reservesaal, 1 Lehrmittelzimmer, 1 Konferenzzimmer mit anstoßendem Arbeitszimmer und 1 Dienerzimmer.
Im J. Obergeschoß: 5 Lehrsäle für Quarta, Untertertia, Obertertia, Untersekunda, Ober- sekunda, 1 Lehrmittelzimmer, 1 Zimmer für Lehrerbibliothek, 1 Zimmer für Schülerbibliothek, 1 Rektorzimmer, 1 Wartezimmer, 1 Abortanlage mit Waschgelegenheit für Lehrer.
Im II. Obergeschoß: 1 Zeichensaal, 1 Singsaal, 1 Physiksaal mit anstoßendem Samm- lungszimmer, 1 Chemiesaal mit anstoßendem Laboratorium, ferner an den Chemiesaal anschließend 3 Sammlungszimmer für Botanik, Zoologie und Mineralogie.
An das Gebäude als Winkelbau angehängt, mit Zugang vom Schulgebäude, befindet sich die Turnhalle mit Geräteraum und Kleiderablage. Außerdem sind Zugänge vom Schulhofe aus angebracht.
An die Turnhalle angelehnt und vom Schulhofe aus zugänglich befinden sich die Klosette für Schüler und Schülerinnen, sowie ein Klosett mit Waschgelegenheit für Lehrer. Damit die Klosette trocken erreicht werden können, ist eine überdeckte Haſle von 2,50 m Breite angelegt.
Die Geschosse sind mit einer dreiarmigen Treppe von 2,40 m Laufbreite aus Monier mit Linoleumbelag verbunden.
Die Lehrsäle sind mit allen Neuerungen im modernen Unterrichtswesen ausgestattet. Die zweisitzigen Schulbänke mit umklappbarem Sitz und Tisch sind von der Firma Fuhrmann& Hauß zu Frankenthal geliefert. In sämtlichen Klassen sind dreiteilige Tafeln mit zusammen fünf Schreibflächen von der Firma A. Stein Nachfolger zu Frankfurt beschafft.
Die Gänge sind 2,75 m breit und sind in jedem Geschoß zwei Nischen zum Ablegen der Garderobe eingebaut. Außerdem befinden sich auf den Gängen je zwei Wandbrunnen aus Eisen emailliert und 1 Feuerhydrant mit dem erforderlichen Schlauchmaterial.
Das Gebäude selbst ist mit einer Niederdruckdampfheizung und Abluftleitung versehen. Die sämtlichen Decken sind in Eisenbeton hergestellt und die Gänge mit Kreuzgewölben in Rabitz verblendet.


