Jahrgang 
1899
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den Speſſart(Aſchaffenburg, Laufach, Frohnhofen, Steigkoppe, Hösbach) und die Mädchen die Bergſtraße(Bickenbach, Jugenheim, Balkhaüſer Thal, Auerbach und Auerbacher Schloß) Die kleineren Monatsſpaziergänge wurden in die Umgegend von Babenhauſen unternommen und am Sedantag die Ruine Otzberg und der Luftkurort Zipfen beſucht.

Während der heißen Jahreszeit fiel der Nachmittagsunterricht an 3 Tagen aus. Im Sommer wurde meiſt mittelſt Verwendung der Turnſtunden Gelegenheit zum gemeinſamen Baden der Knaben und im Winter zum gemeinſamen Eislauf gegeben.

Herr Kreisſchulinſpektor Schulrath Hirſch aus Dieburg wohnte am 19. Sep⸗ tember mehreren Unterrichtsſtunden bei.

Am 9. Auguſt fand eine einfache Gedächtnisfeier für den verewigten Fürſten Bismarck mit kurzer Anſprache des Unterzeichneten ſtatt.

Der Geburtstag Ihrer Königlichen Hoheiten des Großherzogs Ernſt Ludwig und der Großherzogin Viktoria Melita wurde am 24. November 1898 durch eine Schul⸗ feier feſtlich begangen, bei der Geſangs⸗ und deklamatoriſche Vorträge mit Vorträgen einzelner Schüler über die heſſiſchen Regenten, ſeitdem Heſſen Großherzogthum geworden war, ab⸗ wechſelten.

Ebenfalls wurde der Geburtstag Sr. Majeſtät des Kaiſers Wilhelm II. durch einen Schulaktus gefeiert, wobei Herr Lehrer Scior die Feſtrede übernommen hatte.

Von den im Vorjahre aus unſerer I. Klaſſe entlaſſenen Knaben ſind 2 in die II. Realſchulklaſſe zu Groß⸗Umſtadt aufgenommen worden, und einer hat ſich dem Kauf⸗ mannsſtande gewidmet.

Auch in dieſem Jahre wurden die Schüler⸗ und Lehrerbibliothek, die Anſchauu und Lehrmittel und das Schulmobiliar durch zahlreiche Anſchaffungen erweitert und velk, größert. Unter den Lehrmitteln ſind hauptſächlich zu erwähnen: Eine Stativlupe, ein Demonſtrationsmikroſlop, ein Gramme'ſcher Motor, ein Akkumulatorenkaſten mit Glüh⸗ lampe, ein Funkeninduktor mit Umſchalter, 6 Geißler'ſche Röhren, eine elektriſche Klingel u. ſ. f. Außerdem iſt noch hervorzuheben, daß bei Gelegenheit der Einführung des ekektriſchen Lichtes in der Stadt Babenhauſen auch das Schulgebände an das Elekrizi⸗ tätswerk angeſchloſſen und die Einrichtung getroffen worden iſt, den elektr. Strom im phyſikaliſchen Unterricht verwenden zu können. Durch eine Anzahl Geſchenke und Zu⸗ wendungen wurden obige Anſchaffungen noch weiterhin ergänzt. So ſchenkte uns die