Jahrgang 
1907
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Wir bemerken dabei, wie im Jahresbericht von 1906, dass die Aufnahme in ein Schullehrerseminar auch für solche Untersekundaner, die die Abschlussprüfung bestanden haben, und für solche Obersekundaner, die sich das Zeugnis der Reife für Prima erworben haben, von dem Bestehen einer mündlichen und schriftlichen Prüfung abhängig ist. Diese erfolgt auf Grund der Prüfungsordnung vom 10. Jan. 1876, veröffentlicht im Regierungsblatt Nr. 4 vom Jahre 1876 Sie erstreckt sich unter anderem auf Religion, deutsche Grammatik(Kenntnis der Wortarten, Biegung der Ding-, Eigenschafts- und Zeitwörter; der einfache und einfach erweiterte, zusammengezogene und zusammengesetzte Satz, die Periode), Geschichte, Geographie, Schönschreiben, Zeichnen, Musik(Klavier und Violine, Gesang, die ersten Anfänge in der Theorie der Musik). Da es auch neuerdings mehrfach vorgekommen ist, dass junge Leute, die eine höhere Schule besucht und mit genügenden Zeugnissen verlassen hatten, die Aufnahmeprüfung an einem Lehrerseminar deshalb nicht zu bestehen vermochten, weil sie trotz der wesentlichen Ver- schiedenheit der in Betracht kommenden Lehrpläne sich für diese Prüfung besonders vorzu- bereiten versäumt hatten, so ist wiederholt durch Ministerial-Verfügungen angeordnet worden, dass diejenigen Schüler, die in ein Schullehrer-Seminar einzutreten gedanken, nachdrücklich darauf hinzuweisen sind, dass ein günstiger Erfolg der Seminaraufnahmeprüfung in der Regel nur dann erhofft werden kann, wenn eine gründliche Wiederholung, namentlich der sogenannten Realien, unter tunlichst genauer Berücksichtigung der besonderen Seminarforderungen voraus- gegangen ist, und weiter, dass in der Regel erst bei den nach Prima versetzten Schülern, nicht aber bei den nach bestandener Abschlussprüfung aus IIb austretenden Schülern das zum Übertritt in ein Schullehrerseminar erforderliche Mass von Kenntnissen vorauszusetzen sein wird.

er ee F. Zur Geschichte der Anstalt.

1. Das Schuljahr 1906/07 begann am 23. April 1906 und endigt am 20. März 1907.

2. Personalangelegenheiten. Durch Dekrete vom 31. März 1906 wurden der Oberlehrer Professor Dr. Georg Mülier und der Oberlehrer Johannes Jung an die Oberrealschule zu Darmstadt versetzt. Durch Dekret vom gleichen Tage wurde der Lehramts- assessor Christoph Kobelt zum ÖOberlehrer an der Realschule und dem Progymnasium zu Alzey ernannt

Christoph Kobelt, geboren 12, Juli 1879 zu Butzbach, bestand Ostern 1898 die Reifeprüfung an der Oberrealschule zu Wiesbaden, widmete sich dann auf der Technischen Hochschule zu Darmstadt und auf der Landesuniversität zu Giessen dem Studium der Mathematik, Physik, Chemie und Mineralogie und legte am Ende des Sommersemesters 1902 die Staatsprüfung für das höhere Lehramt ab. Herbst 1902/03 war er Mitglied des pädagogischen Seminars am Realgymnasium zu Darmstadt und verbrachte alsdann das zweite Akzessjahr am Realgymnasium und der Oberrealschule zu Mainz, Während der zweiten Hälfte dieses Jahres, im Sommersemester 1904, war ihm die provisorische Verwaltung einer Lehrerstelle an dieser Anstalt über- tragen. Am 1. Oktober 1904 erfolgte seine Ernennung zum Lehramtsassessor. An demselben Tage trat er beim I. Bataillon des Inf.-Regiments Nr.168 als Einjährig-Freiwilliger ein. Nach Ablauf des Militärjahres wurde ihm am 12. Oktober 1905 die provisorische Verwaltung einer Lehrerstelle an der Realschule und dem Progymnasium zu Alzey übertragen.

Weiter wurde durch Min. Verfügung vom 3l. März 1906 der Lehramtsreferendar Konrad Richter zum Lehramtsassessor ernannt. Mit Wirkung vom 16 April wurde dem Lehramtsassessor Ludwig Horst die provisorische Verwaltung einer Lehrerstelle an der Real- und Landwirtschaftsschule zu Gross-Umstadt übertragen(Min Verf. vom 10. April 1906). Durch Min.-Verfügung vom 10. April 1906 wurde Lehramtsreferendar Christian Himmelreich mit der Verwaltung einer Lehrerstelle an unserer Anstalt betraut; er trat seinen Dienst am 10. Mai an. Weiter wurde durch Min. Verfügung vom 11. April dem Lehr- amtsreferendar Otto Emmel mit Wirkung vom 23. April die provisorische Verwaltung einer Lehrerstelle an der Realschule und dem Progymnasium zu Alzey übertragen; eine Min- Verfügung vom 21. Apri!!906 übertrug dem Lehramtsreferendar Max Grah die Verwaltung einer Lehrerstelle an unserer Anstalt mit Wirkung vom 23. April. ‚Mit der Vertretung des zu einer militärischen Übung beurlaubten Lehramtsreferendar Emmel wurde für die Zeit vom 5. Aug 5. Sept. durch Min.-Verfügung vom 20, Juli Lehramtsreferendar August Vetter

beauftragt