Wirkung vom Tage seines Diensteintritts(22. April) bis zum Beginn der Pfingstferien (31. Mai) übertragen.— Durch Min.-Verf. vom 28. Mai 1903 wurde dem Lehramtsakzes- sisten Heinrich Massing(Darmstadt) die provisorische Verwaltung der vorgenannten Lehrerstelle mit Wirkung vom Tage seines Dienstantritts(5. Juni) übertragen.— Durch Dekret Seiner Königlichen Hoheit des Grossherzogs vom 1. Mai 1903 wurde dem Ober- lehrer an der Realschule und dem Progymnasium zu Alzey Dr. Karl Zimmer der Charakter als„Professor“ erteilt.— Durch Dekret Seiner Königlichen Hoheit des Grossherzogs vom 1. Juli 1903 wurde dem Oberlehrer an der Realschule und dem Progymnasium zu Alzey Jakob Partenheimer der Charakter als„Professor“ erteilt.— Oberlehrer Joseph Geyer war vom 26. Juni bis 9. Juli 1903 zu einer militärischen Uebung eingezogen.—- Kurz nach Beginn des neuen Schuljahres erkrankte Reallehrer Ludwig Grenz und musste, nachdem er einigemal vergebens versucht hatte, den Unterricht wieder aufzunehmen, mit Wirkung vom 4. Juni an beurlaubt werden. Während für ihn im Sommerhalbjahr aus Mangel an Lehrkräften kein Vertreter gesandt werden konnte, wurde durch Min.-Verf. vom 30. September 1903 der Schulverwalter Heinrich Hammann(Lindheim), der bis zum 30. September 1902 an unserer Anstalt tätig gewesen und von da ab zur Ableistung seiner Militärpflicht auf ein Jahr beurlaubt war, mit seiner Vertretung betraut. Leider erwies sich die Hoffnung, dass Reallehrer Grenz sich während des ihm bis zum Schluss des Schul- jahres gewährten Urlaubs erholen werde, als trügerisch. Am 11. November 1903 erlag er seinem schweren Leiden im 51. Jahre seines Lebens, nachdem er 21 Jahre an unserer Schule tätig gewesen war. Er war ein gewissenhafter, tüchtiger Lehrer, ein väterlicher Freund seiner Schüler und ein treuer Kollege. Sämtliche Lehrer und Schüler gaben ihm das Geleite zum Grabe. Der Direktor legte im Namen des Kollegiums und der Schüler am Grabe Kränze mit einer Ansprache nieder, in der er die Verdienste des Verstorbenen auf dem Gebiete der Erziehung und des Unterrichts, sein liebevolles und freundliches Wesen, sein starkes Pflichtgefühl gebührend hervorhob.
Georg Ludwig Grenz, geboren zu Schönnen(Kr. Erbach i. O.) am 1. April 1353, besuchte die erweiterte Privatschule zu Erbach, sodann von Ostern 1869 an das Schullehrerseminar zu Friedberg und bestand daselbst Ostern 1872 die Schlussprüfung. Am 25. März desselben Jahres wurde ihm die Verwaltung der ev. Schulstelle zu Kreidach(Kr. Heppenheim) übertragen.‘ Am 10. Oktober 1875 bestand er die Staatsprüfung. Am 18. April 1877 wurde er mit der Verwaltung einer Gemeinde-Schulstelle zu Gross-Umstadt(Kr. Dieburg), und am 23. März 1878 mit der Verwaltung einer Lehrerstelle an der Realschule zu Gross-Umstadt betraut. Am 16. September 1882 wurde er zum Lehrer an der Realschule zu Alzey ernannt.
3. Besichtigungen und Prüfungen. Am 19, Januar 1904 beehrte Herr Turn- inspektor Schmuck unsere Anstalt mit ‚seinem Besuche und wohnte dem Turnunterricht in den Klassen lla—V bei.— Die Herbstabschlussprüfungder Untersekundaner (s. D. 3 b.) fand am 24. September 1903 unter dem Vorsitz des zum Regierungskommissar ernannten unterzeichneten Direktors, die. Österabschlussprüfung(s. D. 3 b.) am 20. Februar 1904 unter dem Vorsitz des Herrn Oberschulrats Dr. Scheuermann statt.
4. Schulfeiern u. Vorträge. Der Sedantag wurde durch Ansprachen der Klassenführer und durch Schulausflüge gefeiert.— Infolge des am 16. November 1903 erfolgten Todes Ihrer Grossherzoglichen Hoheit der Prinzessin Elisabeth vonHessen wurde von dem zur Feier des Geburtstages Seiner Königlichen Hoheit des Grossher- zogs geplanten Schulaktus abgesehen und eine stille interne Feier abgehalten, bei der zugleich des schweren Schicksalsschlages, der unsern Grossherzog und sein Volk betroffen hat, ge- dacht wurde.— Der Geburtstag Seiner Majestät des Kaisers wurde am 26. Januar im Kasinosaal durch einen Schulaktus*) feierlich begangen; die Festrede hielt der Direktor.—
*) Verlauf: 1. Chorgesang: Wie ein stolzer Adler. 2. Rede des Direktors: Deutschland vor 100 Jahren [-1806]. 3. Vorträge von Gedichten in 3 Abteilungen. Jede Abteilung wurde von dem Direktor mit erläuternden Worten eingeleitet. I. Abteilung(bis 1810): 1. Körner, Die Eichen. Keller IIIb. 2. Eichendorff, Vorahnung. Levi IIlb. 3. Körner, Vor Rauchs Büste der Königin Luise. Zimmermann Ilb. 4. Arndt, Das Lied vom Schill. Hess V. 5. Körner, Was uns bleibt. Wiener Ila. 6. Mosen, Andreas Hofer. Schäffer V. Chorgesang: Es geht bei gedämpfter Trommel Klang.— II. Abteilung(1812/13): 1. Rückert, Geharnischte Sonette. a. Was schmiedst du, Schmied? Mandler-Menges Ila. b. Es steigt ein Geist. Faust IIb. c. Hoch auf des Nordens schnee- bedeckten Wachten. Hirschbrandt IIb. d. Borussia! Gelegt in schwere Stricke. Sandels IIb. 2. Arndt, Vater- landslied. Landsberg Illa. 3. Körner, Bundeslied vor der Schlacht. Quinkert IIla. Chorgesang: Du Schwert an meiner Linken.— III. Abteilung(1813/14): 1. Körner, Lützows wilde Jagd. Lindenschmit IV. 2. Arndt, die Leipziger Schlacht. Menges-Mandler IIa. 3. Rückert, Geharn, Sonett: Lasst, Himmel, tönen eure Morgensterne. Hofmann Ib. 4. Rückert, Die drei Gesellen. Blass IV. Chorgesang: Das stille Tal. 4. Kaiserhoch. Hymne. 5. Schlussgesang: Der Frühling naht mit Brausen.


