C. Statistisches.
1. Am Ende des vorigen Schuljahres betrug die Zahl der Seminaristen 141. NHier- von wurden nach der Abgangsprüfung 29 entlassen. Mithin verblieben im Seminar 112.
2. Nach Ostern sind in das Seminar eingetreten 41, und zwar in die Oberklasse 3, in die Unterklasse 38; also Schülerbestand zu Anfang des Schuljahres 153.
3. Während des Schuljahres traten 4 Schüler aus; also Bestand am Ende des Schuljahres 149.
4. Von der Gesamtzahl 153 sind:
a. Evangelisch 84, katholisch 67, israelitisch 2;
b. Söhne von Landwirten 62, von Lehrern 11, von Gewerbetreibenden 62, von Beamten und Bediensteten 18;
c. aus Städten mit über 10000 Einwohnern 21, aus Orten mit über 2000 und unter 10000 Einwohnern 32, aus Orten mit unter 2000 Einwohnern 100;
d. vorbereitet in Präparanden-Anstalten 101, in Realschulen 14, von Lehrern 28, in Privatschulen 4, in Gymnasien 6;
e. aus der Provinz Rheinhessen 135, aus Starkenburg 11, aus Oberhessen 2, aus Preussen 4, aus Bayern 1;
f. im Anfang des Schuljahres standen im sechzehnten Lebensjahre 6, im sieb- zehnten 32, im achtzehnten 41, im neunzehnten 48, im zwanzigsten 9, im ein- undzwanzigsten 11, im zweiundzwanzigsten 4, im dreiundzwanzigsten 2.
D. Unterricht.
Il. Unter-Klasse.
ı. Pädagogik. Einführung in den Gegenstand durch elementare Entwickelung der Vorbegriffe. Bilder aus der Geschichte der Erziehung und des Unterrichts bis Pestalozzi. Die Frage im Unterricht. Lektüre: Ausgewählte Abschnitte aus Östermanns pädagog. Lesebuch.
2. Evangelische Religion. a. Religionslehre: I. und Ill. Hauptstück des Katechismus für die evangelsch-unierten Gemeinden des Grossherzogtums Hessen. Wieder- holung der vorgeschriebenen Kirchenlieder im Anschluss an Krätzingers:„Verstehest Du auch, was Du singest?“
b. Bibelkunde: Allgemeine Einleitung in die heilige Schrift. Kurze Einleitung in das alte Testament und die Geschichte des Volkes Israel bis zum Jahre 63 v. Chr. Die hebräische Poesie. Eine Auswahl von Psalmen eingeprägt. Geographie von Palästina.
Katholische Religion. a. Religionslehre: Sittenlehre nach Glattfelder, Lehrbuch der katholischen Religion, II. Teil.
b. Religionsgeschichte: Biblische Geschichte des Neuen Testamentes.
3. Deutsche Sprache. a. Lesen und Literatur. Gelesen wurden Stücke aus dem Lesebuch von Kehr und Kriebitzsch, Band Il, ferner„Das Fähnlein der sieben Auf- rechten“, von G. Keller,„Der verlorene Sohn“, von P. Heyse, Schillers„Wilhelm Tell“, und Abschnitte aus Homers„lias“. Als häusliche Lektüre: Uhlands„Ernst, Herzog von Schwaben“. Das Wichtigste über Versmass und Reim an der Hand gelesener oder aus- wendig gelernter Proben. Vortragsübungen. Literaturgeschichte von 1740 an mit Aus- schluss der Klassiker.
b. Stil: 18 Aufsätze.
c. Grammatik: Die Wort- und Lautlehre. Anwendung an Lesestücken.


