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F. Gottesdienst.
Die Seminaristen beteiligten sich regelmässig an dem Gottesdienst ihrer Religions- gemeinde.
(. Zur Geschichte der Anstalt.
Das Schuljahr nahm seinen Anfang am 6. Mai v. und schliesst mit dem 5. April d. Js.
Personalveränderungen sind aus diesem Jahre nicht zu verzeichnen. Herr Kollege Dr. Heineck besuchte vom 2. August bis 4. September an der Lehrerbildungs-Anstalt zu Leipzig einen fünfwöchigen Kurs zur Ausbildung von Lehrern für Obst- und Gartenbau, Kerb- schnitzerei und Jugendspiele. Herr Hilfslehrer Knöpp war vom 15. September bis 26. Oktober zu einer sechswöchigen militärischen Uebung einberufen, wurde aber als überzählig wieder entlassen. Auch in diesem Jahre blieben Lehrer und Schüler von schweren Erkrankungen verschont.
Aus dem vorigen Schuljahre ist noch nachzutragen, dass am 15. März der Geheime Staatsrat Excellenz Dr. Knorr von Rosenroth der unter Vorsitz des Herrn Geheimen Öber- schulrats Dr. Eisenhuth abgehaltenen Entlassungsprüfung beiwohnte.
Am 21. Juni v. und 14. Januar d. Js. inspizierte Herr Geheimer Oberschulrat Dr. Eisenhuth die Anstalt. In den Tagen vom 29. September bis 2. Oktober wurde hier eine Lehrerinnenprüfung abgehalten, bei der das Lehrerkollegium unserer Anstalt zur Prüfungs- kommission bestellt und der Unterzeichnete mit der Wahrnehmung der Funktionen des Re- gierungskommissärs betraut war.
Die Geburtstage Ihrer Kgl. Hoheiten des Grossherzogs und der Grossherzogin, sowie Sr. Majestät des Kaisers wurden in der gewohnten Weise durch Festakt und darauf folgendes Festmahl gefeiert. Am Sedantag wurde ein Ausflug auf den Donnersberg unternommen, wo der Unterzeichnete unter Hinweis auf die Bedeutung des Tages ein Hoch auf das Vaterland und seine Fürsten ausbrachte.
Die im vorigen Jahre eingeführten Vortragsabende erfreuten sich fortgesetzt regster Teilnahme; gesprochen wurde in diesen beiden Jahren über folgende Themata:
Prinz Eugen von Savoyen. Die Kant-Laplace’sche Theorie. Diesterweg. Inwiefern trug Ludwig XIV. zur französischen Revolution bei? Die oberrheinische Tiefebene, Parzival. Salzmann. Die Runen. Der Telegraph. Herbart. Unsere Kolonien in Afrika. Deutschlands zentrale Lage. Der Phonograph. Entwickelung der Volksschule in Deutschland. Geschichte des Volksschulwesens in Hessen. Harnisch. Frankfurt am Main. Die Atmung. Die Ver- witterung. Das Telephon. Walter von der Vogelweide und der Minnesang. Das Nibelungen- lied. Die Photographie. Die Alpenstrassen. Die bayrische Hochebene. Die Pfalz und die Pfälzer. Der Mond. Die Verdauung. Gudrun. Nansens Nordpolfahrt. Das Scioptikon. Die Erfindung der Dampfmaschine. Die hauptsächlichsten überseeischen Dampfschiffver- bindungen Europas.
Die deutsche Auswanderung. Die Bekleidung des Menschen und ihr Einfluss auf seine Gesundheit. Die atmosphärische Luft. Beethoven. Die Verwandlung der Lurche. Der Blitz- ableiter. Das Auge und das Sehen. Komenius. Die deutschen Familiennamen. Das elektrische Licht. Rochow. Das Nationaldenkmal in Berlin. Mozart. Die Granit- und Syenitwerke im Odenwald. Mainz. Die europäischen Eisenbahnverbindungen. Rudolf von Habsburg. Die Raubkriege Ludwigs XIV. Die Geschichte des Zündholzes. Friedrich Barbarossa. Wallen- stein. Rousseaus Emil. Das Mainzer Becken. Friedenswerke Friedrichs des Grossen. Die deutschen Marschen.
Der Handfertigkeits-Unterricht, der sich seither auf Papp-, Holz- und Metallarbeiten beschränkte, wurde in diesem Jahre versuchsweise auf den Kerbschnitt ausgedehnt.


