Jahrgang 
1882
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F. Gottesdienst.

Alle Seminaristen beteiligten sich regelmässig an dem Gottesdienst ihrer Religions- gemeinden.

G. Chronik.

Das Grossherzogliche Schullehrer-Seminar zu Alzey wurde am 3. November 1880 durch Seine Excellenz den Herrn Staatsminister Freiherrn von Starck eröffne. Von auswärtigen Festgästen waren anwesend die Herren Geh. Staatsräte Knorr und Finger, Geh. Oberschulrat Greim, Geh. Oberbaurat Müller von Darmstadt, der Präsident der zweiten Kammer Herr Kugler von Offenbach, Herr Provinzialdirektor von Röder von Mainz und Herr Seminardirektor Schäfer von Friedberg. Nach der Feier fand eine Be- sichtigung der Anstaltsräume und darauf ein Festessen im Kasinosaale statt.

Die Pläne zu den Seminargebäuden sind von den Herrn Geh. Oberbaurat Müller und dem nunmehrigen Stadtbaumeister Braden in Darmstadt entworfen worden. Die Ausführung leiteten die Herren Bauaccessisten Dr. Hesse, Braden, Wissmann und Wie- senbach. Kreisbauaufseheraspirant Dietz war während der ganzen Bauzeit als Bauauf- seher thätig. Bauunternehmer Hasenbach von Offenbach hatte sämtliche Ausführungen in Accord übernommen.

Mit der Eröffnung traten folgende Beamte und Bedienstete der Anstalt in Thätigkeit:

Direktor Dr. Heinrich Eisenhuth, vorher Rektor der Mittelschule für Knaben zu . Darmstadt;

Seminarlehrer Georg Ohly, vorher Lehrer am Grossherzoglichen Schullehrer- Seminar zu Bensheim;

provisorischer Seminarlehrer Dr. Johann Baptist Weckerle, vorher Kaplan und Lehrer am Progymnasium zu Seligenstadt;

provisorischer Seminarlehrer Hermann Stromberger, vorher Pfarrvikar zu Eberstadt;

provisorischer Seminarlehrer Theodor Weiske, vorher Schulvikar an der Stadt- schule in Worms;

Hilfslehrer Philipp Zimmermann, vorher Schulvikar in Bermersheim im Kreise Worms;

Rabbiner Dr. David Rothschild für den israelitischen Religionsunterricht;

Seminarlehrer Georg Ohly als Rechner der Seminarkasse und der Seminarkostkasse;

Kreisarzt Dr. Gustav Schenk als Seminararzt;

Pedell Johannes Conrad, vorher zweiter Pedell am Grossherzoglichen Schullehrer- Seminar zu Friedberg.

Aus den von Friedberg und Bensheim überwiesenen Schülern wurden zunächst die Unter- und die Mittelklasse gebildet. Die Oberklasse entstand erst Ostern 1881 durch Aufrücken der Mittelklasse.

Mit dem Seminar ist ein für 60 Schüler berechnetes Internat verbunden. Die in- ternen Zöglinge bilden drei Abteilungen zu je 20, von denen jede einen besonderen Schlafsaal, Arbeitssaal, Waschsaal u. s. w. hat. Die Seminaristen werden angeleitet, die Ordnung im Wohnhause möglichst selbst zu halten durch gewählte und von dem Direktor bestätigte Abteilungsordner. Die Schüler der Oberklasse wohnen in der Stadt. Beson- dere Umstände ermöglichen zu jeder Zeit die Einziehung eines Externen ins Internat.

Die Verköstigung, an der alle Schüler mit Ausnahme der aus Alzey gebürtigen