Jahrgang 
1930
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S. Hufgaben der sehriftlichen Reifeprüfung.

Deutſch: Zur Auswahl: 1. Das Problem in hHebbelsAgnes Bernauer(4 mal). 2. Mit welchem RKechte kann man Luther den Propheten der Deutſchen nennen?(s mal). 3. Rechtfertigt die große franz. Revo⸗ lution die Behauptung Goethes, daß eine große Revolution nie Schuld der Völker, ſondern der Regierung iſt?( mal). 4. Dürfen wir der öffentlichen Meinung einen Einfluß auf unſer Handeln geſtatten?(keinmal).

Patein: Ueberſetzung aus dem Lateiniſchen: Augustinus, Confessiones III,11(Der Traum der Mutter).

Franzöſiſch: Nacherzählung eines franz. Textes: Le Siège de Toulon(aus François, Scènes de la Révolution Française).

Engliſch: Nacherzählung eines engl. Tertes: The Story of South Africa laus Bolle-Bohlen, England Now and Then).

Mathematik: 1. Wie lautet die Gleichung der Ellipſe(allgemein), bezogen auf das von den beiden gleichen konjugierten Durchmeſſern gebildete Koordinatenſyſtem?(Analyt. Geometrie). 2. Von einer Ellipſe iſt gegeben: ein Brennpunkt, ſein Gegenpunkt in bezug auf eine Tangente u. ein Scheitel. Die Ellipſe ſoll konſtruiert werden.(Synth. Geometrie). 3. Die Funktion y arc. sin x ſoll in einer unendlichen Reihe entwickelt u. mit ihrer Hilfe eine Reihe für T aufgeſtellt werden(Differ. Rechnung).

Sinrichtung des künstlerischen, technischen und wahlfreien Unterrichts.

a. Muſik. Die Stundenzahl und Zuſammenfaſſung der einzelnen Klaſſen geht aus der Unterrichts⸗ verteilung hervor. Die Umſtellung des Muſikunterrichts auf die neuen Siele gemäß denRichtlinien kann von unten herauf nur ſtufenweiſe erfolgen. Daher war auch auf der Oberſtufe der Unterricht verhältnis- mäßig elementar u. beſchränkte ſich auf Weckung u. Vertiefung des Muſikverſtändniſſes, abgeſehen von der praktiſchen Ausübung des Geſanges in den beiden wöchentlichen Chorſtunden. Auf den verſchiedenen Klaſſen⸗ ſtufen wurden die Komponiſten Bach, Mozart, Schubert und Mendelsſohn ausführlicher behandelt. Auf der Unterſtufe kam beſonders das bearbeitete Volkslied zur Geltung, wobei auch gelegentlich(neben der Beglei⸗ tung des Lehrers) Schüler durch ihr Geigenſpiel die polyphone Schreibweiſe des Liedes zur lebendigen Wirkung brachten. Der Schulmuſikunterricht wird unterſtützt durch die Zunahme des Privatunterrichts in praktiſcher Muſikbetätigung beſonders durch die jüngeren Schüler. Der Verſuch der rhythmiſchen Schulung an der Hand der Unterrichtstafeln von Kühn iſt zufriedenſtellend ausgefallen.

Das Schulorcheſter, deſſen muſikaliſche Leitung ſeit Herbſt allein Herr Oberſchullehrer Leſſer übernommen hat, war im Berichtsjahr ziemlich rege. Die Fahl der Kusübenden ſtieg erfreulicherweiſe auf 18. Ueben der Mitwirkung bei den Veranſtaltungen der Schule wurden drei eigene Konzerte unter Mitwirkung von Soliſten gegeben.

Desgleichen wurden die beiden Schulchöre(gemiſchter und Mädchenchor) in ſtärkerem Maße, als es bis⸗ her möglich war, zu Schulveranſtaltungen herangezogen.(Dem Gründer des Orcheſters, Herrn Stud. Rat Dr. Brandt, und dem erſten Leiter, Herrn Oberpoſtſekretär Wunderlich, gebührt der herzliche Dank der Schule für alle aufgewandte Mühe.)

b. Peibesübungen. In der bisherigen Einteilung in 4 Turn- u. 3 Spielgruppen, dazu 4 Stunden Leibesübungen für Schülerinnen, iſt eine Kenderung in dieſem Jahr nicht eingetreten. Während das warme Sommerwetter und die günſtigen Badeverhältniſſe eine recht rege Kusübung des Schwimm- und Badeſports geſtatteten, konnte im letzten Jahr der Winterſport nur in beſcheidenſten Grenzen ausgeübt werden.

O3. Feichnen. Der Unterricht fand ſoweit wie möglich im Freien ſtatt. Das 3. Vierteljahr war aus⸗ ſchließlich dem Linearzeichnen vorbehalten. VI. Freies Zeichnen aus dem Gedächtnis, Darſtellung einfacher ebenflächiger formen. Vorträge über Entſtehung von Bildern an der Hand der Kbbildungen des Leſebuches. hHandhabung von Lineal u. Zirkel an Flächeneinteilungen u. einfachen Linien- u. Bandmuſtern. V. Er⸗ weiterung der Kufgabe der VI bis zur Darſtellung von Blättern u. Muſtern. Veranſchaulichung der Ent⸗ ſtehung von Bleiſtift und Gummi. Teilung von Vielecken zu einſachen Muſtern. Entſtehung der Schrift. IV. Fortſetzung des Studiums von Blättern u. Zuſammenſtellung zu Muſtern mit dem Pinſel. Gedächtnis-