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Darſtellungen in zwei u. drei Ebenen. UII u. OII: Zeichnen u. Malen nach natürlichen Gegenſtänden. Ein⸗ fache Skizzen im Freien. Parallelperſpektive. I: Zeichnen nach der Natur in Blei, Feder und Waſſerfarbe. Maleriſche Perſpektive, Schattenkonſtruktion.
d. Wahlfreie Arbeitsgemeinſchaften. Wegen der ungünſtigen Zugverbindungen beſchränkt ſich die Teil⸗ nahme meiſt nur auf die einheimiſchen Schüler. Die Kurſe wurden ein Jahr lang durchgeführt.
1. Deutſch für I. Schönherr, Glaube u. Heimat, Erde. Lyrik des Expreſſionismus. Hoffmannsthal, Der Tor und der Tod.
2. Engliſch für OI. Der Dramatiker B. Shaw, Lektüre von St. Joan.
3. Philoſophie für I. Lektüre und Beſprechung von Aufſätzen an Hand der Bücher: Havenſtein und Müller⸗Freienfels„Philoſophiſches Leſebuch(Metaphyſik)“ u. Albrich„Einführung i. d. philoſoph. Denken“.
4. Chemie für I. Einzelne Verſuche aus der organiſchen Chemie. Darſtellung von Säuren, Trauben⸗ zucker, Seife u. Kolloiden. Beſprechung u. Behandlung techniſch wichtiger Prozeſſe. Oxyde u. Hydroxyde der Schwermetalle. Eſſigſaure Salze, Ammoniumverbindungen..
5. Chemie für OII. Glasbearbeitung, Einführung u. Uebungen in der Handhabung von Lötrohr und Wage. Beſtimmung des Kriſtallwaſſers. Darſtellung u. Unterſuchung von Hydroxyden u. Salzen.
6. Biologie für I und OII. Praktiſche anatomiſche Uebungen an Wirbeltieren, Vererbungslehre (Demonſtrationen).
7. Phyſik für I u. OII(nur i. Wi.) Stromquellen und Meßinſtrumente. Meſſen von Widerſtänden.
8. Zeichnen für I u. II. Malen u. Zeichnen im Freien, Farbtreffübungen nach Stoffen Federzeichnungen.
9. Kurzſchrift. Wegen zu geringer Beteiligung kam in dieſem Jahre ein Sonderkurſus für Schüler nicht zuſtande; die einzelnen Schüler nahmen je nach dem Stande ihrer Fertigkeit an den verſchiedenen Gruppenkurſen des hieſigen Reichskurzſchriftvereins„Gabelsberger“ teil.
II. Bericht über die Lehrer.
1. Wie ſchon im letzten Jahresbericht mitgeteilt wurde, trat Herr Stud. Rat Faber nach zweijähriger Be⸗ urlaubung am 1. Juli 1928 in den Ruheſtand, da ſeine völlige Wiederherſtellung in abſehbarer Zeit nicht zu erwarten ſtand. Seine Stelle wurde während des Schuljahres auch weiterhin von Herrn Stud. Aſſ. Dr. Bein verwaltet. Mit Schluß des Schuljahres ſchied er aus dem Kollegium aus und wurde an die Friedrich⸗Wilhelm⸗ Schule in Eſchwege verſetzt.
Zur Deckung des Unterrichtsbedürfniſſes wurde ab Oſtern 28 überwieſen: Herr Stud. Aſſ. Dr. Hodann, bisher tätig an der deutſchen Schule in Warna Bulgarien). Er verwaltet auch weiterhin die planmäßige Aſſeſſorenſtelle.
Für den aushilfsweiſe beſchäftigten Junglehrer Herrn Bollmann, der uns Oſtern 28 verließ, trat Herr Stud. Aſſ. Wienecke ein, der am 1. Nov. 28 wieder ausſchied und an das Lyzeum Höchſt verſetzt wurde. Die von ihm verwaltete Stelle wurde in eine Stud. Ratſtelle verwandelt. Damit iſt die frühere Zahl der plan⸗ mäßigen Stud. Ratſtellen, die infolge des Beamtenabbaues 1924 um eine vermindert worden war, wieder er⸗ reicht. Daher konnten die Primen in faſt allen Fächern wieder geteilt werden, in unterrichtlicher Beziehung ein Fortſchritt, der umſo mehr zu begrüßen iſt, als die Zunahme der Beſuchsziffer der Oberſtufe einen gedeihlichen Unterricht in kombinierten Primen unmöglich macht. Die neue planmäßige Stelle wurde ab 1. Nov. 28 vom PSK. Herrn Stud. Rat Schönwetter übertragen.
Albert Schönwetter, geb. 27. 7. 98 zu Weilburg a. L., beſuchte das Gymnaſium ſeines Heimatortes und trat nach abgelegter Notreifeprüfung am 8. 1. 17 in das Kaiſer Alexander Gren. Reg. Nr. 1 in Berlin ein. Nach einer an der Weſtfront erlittenen Verwundung wurde er ſchwerkriegsbeſchädigt aus dem Heeresdienſt entlaſſen und ſtudierte an den Univerſitäten Gießen, Freiburg t. Br. und Leipzig. Nach beſtandenem Staatsexamen(Gießen, Febr. 24, reine Mathem., angew. Mathem. u. Phyſik) und nach Beendigung des Vorbereitungsdienſtes(Oſtern 24— Herbſt 25) in Frankfurt a. M. war er als Stud. Aſſ. beſchäftigt an der Selektenſchule Frankfurt, Gymnaſium Marburg, Klinger⸗Ober⸗ realſchule Frankfurt, Oberrealſchule Hanau, Gymnaſium Rinteln und am Lyzeum Höchſt.


