Jahrgang 
1913
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2. Herr Hermann Groscurth, Großkaufmann in Montevideo, ſtiftetein dankbarer Erinnerung an ſeine Lehrer und die Anſtalt, die ihm vor einem halben Jahrhundert die Grundlage für ſeine ſpäteren Leiſtungen gab, für 10 Jahre jährlich 500 Mark, zuſammen alſo 5000 Mark, für die innere Ausſtattung der Anſtalt.

3. Ein anderer Freund der Anſtalt ſtiftete vom Herbſt 1913 ab bis auf weiteres jährlich 220 Mark für denſelben Zweck.

4. Herr Karl und Frau Lina Lingelsheim in Dresden ſchenkten anläßlich des Geburtstages Sr. Durchlaucht des Fürſten und in der Erinnerung an die einmütige Erhebung des deutſchen Volks vor 100 Jahren weitere 200 Bände des HeldengedichtsKaiſer Wilhelm der Erſte oder Barbaroſſas Erlöſung für die Schulen Arolſens.

Den hochherzigen Wohltätern der Anſtalt ſage ich auch an dieſer Stelle herzlichen Dauk.

7. An die Eltern, Pfleger und Schüler.

1. An alle, die wollen, daß unſere Jugend zu einem in jeder Hinſicht geſunden und kraft⸗ vollen Geſchlecht heranwächſt, wendet ſich der Herr Unterrichtsminiſter mit folgenden Worten:

Die Geſahren, die durch die überhand nehmende Schundliteratur der Jugend und damit der Zukunft des ganzen Volkes drohen, ſind in den letzten Jahren immer mehr zutage getreten. Neuerdings hat ſich wieder mehrfach gezeigt, daß durch die Abenteurer⸗, Gauner⸗ und Schmutz⸗ geſchichten, wie ſie namentlich auch in einzelnen illuſtrierten Zeitſchriften verbreitet werden, die Phantaſie verdorben und das ſittſiche Empfinden und Wollen derart verwirrt worden iſt, daß ſich die jugendlichen Leſer zu ſchlechten und ſelbſt gerichtlich ſtrafbaren Handlungen haben hinreißen laſſen. Die Schule hat es auch bisher nicht daran fehleu laſſen, mit allen ihr zu Gebot ſtehen⸗ den Mitteln dieſes Uebel zu bekämpfen und alles zu tun, um bei den Schülern und Schülerinnen das rechte Verſtändnis für gute Literatur, Freude an ihren Werken zu wecken und dadurch die ſittliche Feſtigkeit in Gedanken, Worten und Taten herbeizuführen. In faſt allen Schulen finden ſich reichhaltige Büchereien, die von den Schülern und Schülerinnen koſtenlos benutzt werden könuen. Aber die Schule iſt machtlos, wenn ſie von dem Elternhauſe nicht ausreichend unterſtützt wird. Nur wenn die Eltern in klarer Erkenntnis der ihren Kindern drohenden Gefahren und im Be⸗ wußtſein ihrer Verantwortung die Leſeſtoffe ihrer Kinder, einſchließlich der Tagespreſſe, ſorgſam überwachen, das verſteckte Wandern häßlicher Schriften von Hand zu Hand verhindern, das Betreten aller Buch⸗ und Schreibwarenhandlungen, in denen Erzeugniſſe der Schundliteratur feilgeboten werden, ſtreng verbieten und ſelbſt überall gegen Erſcheinungen dieſer Art vorbildlich und tatkräftig Stellung nehmen, nur dann iſt Hoffnung vorhanden, das dem Uebel geſteuert werden kann. Bei der Auswahl guter und wertvoller Bücher wird die Schule den Eltern wie auch den Schülern und Schülerinnen ſelbſt mit Rat und Tat zur Seite ſtehen und ihnen diejenigen Bücher angeben, die ſich für die Altersſtufe und für ihre geiſtige Entwickelung eignen. Zu dieſem Zwecke werden es ſich die Lehrer und Lehrerinnen gern angelegen ſein laſſen, ſich über die in Betracht kommende Iugendliteratur fortlaufend zu unterrichten. Das in dem Weidmannſchen Verlage zu Berlin er⸗ ſchienene Buch des Direktors Dr. F. JohanneſſonWas ſollen unſere Jungen leſen? wird den Schülern und auch den Schülerinnen wie deren Eltern als zuverläſſiger Wegweiſer dabei dienen können. Min.⸗Erlaß von 21. 9. 1912. Ull 20841.