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Im November und Dezember wurden 18 Schüler der OII— OIII von Herrn Oberlandphyſikus Dr. Deetz im Landkrankenhaus in der erſten Hilfeleiſtung unterwieſen.
Weihnachtsferien: Freitag, den 20. Dezember bis Freitag, den 3. Januar 1913. In der Schlußfeier ſprach der Direktor über die Worte„Durch Nacht zum Licht“.
Sonntag, den 12. Januar, beſuchten 25 Schüler unter Leitung des Oberlehrers Dr. Paulus das Hoftheater zu Caſſel, um den„Tell“ zu ſehen.
Die Geburtstage Sr. Durchlaucht des Fürſten und Sr. Majeſtät des Kaiſers und Königs wurden Montag, den 20. und 27. Januar, in gewohnter Weiſe durch Rede, Geſang und Vortrag geeigneter Dichtungen gefeiert.
Am 20. Januar ſprach der Direktor über„Land und Leute in Waldeck“, am 27. Januar Oberlehrer Dr. Prinz über„Werner Siemens“. Das Geſchenk Sr. Majeſtät des Kaiſers„Deutſch⸗ lands Seemacht ſonſt und jetzt“ wurde am Allerhöchſten Geburtstag dem Oberſekundaner Unverzagt verliehen(ſ. Verfügungen S. 17). Am Geburtstag Sr. Durchlaucht des Fürſten wurde den Schülern die Stiftung von Herrn Carl und Frau Lina Lingelsheim zu Dresden bekannt gemacht (ſ. Stiftungen S. 24).
Am 10. März nahm die Anſtalt vou 10— 11 Uhr an dem Militärgottesdienſt und um 12 Uhr an der Parade auf dem Kaſernenhof teil. Von 5—6 Uhr fand eine gemeinſame Erinnerungs⸗ feier ſämtlicher Schulen Arolſens in der Turnhalle ſtatt, bei der Herr Regierungsrat von Schmeling die Feſtrede hielt.
Die Schlußprüfung fand unter dem Vorſitz des Direktors Donnerstag, den 13. März, ſtatt.
Der Geſundheitszuſtand der Lehrer und Schüler war gut. Nach dem Bericht des Schul⸗ arztes brauchten von allen Schülern nur 5 unter ärztlicher Kontrolle zu ſtehen und zwar je einer wegen Herzfehler, Schilddrüſenſchwellung, Mittelohreiterung, Leiſtenbruch und nervöſen Anfällen. Dieſes erfreuliche Ergebnis iſt nicht nur den geſundheitlich ſehr günſtigen Verhältniſſen Arolſens, ſondern auch dem Umſtand zu verdanken, daß Lehrerkollegium und Schularzt unausgeſetzt auf die Geſundheit und Kräftigung der Schüler bedacht waren.
Die Frage, ob man ſich für einen Erweiterungsbau oder Neubau entſcheiden ſolle, führte zu längeren amtlichen Verhandlungeu. Nachdem der Herr Landesbauinſpektor die Geſamtkoſten eines Neubaus ohne Aula auf ungefähr 229 200 Mark berechnet hatte, teilte das Provinzial⸗ Schulkollegium dem Gemeindevorſtand mit, daß ein Neubau ungefähr 30 000 Mark mehr koſten würde, als angenommen worden ſei. Da nun aber auch der Vertrag, nach dem das jetzige Unter⸗ richtsgebäude für 40 000 Mark verkauft werden ſollte, inzwiſchen hinfällig geworden war und nicht erneuert wurde, da eine Bedingung, die der Käufer ſtellte, nicht erfüllt werden konnte, ſo muß man wohl, wenn nicht unvorhergeſehene Ereigniſſe eintreten, aus Rückſicht auf die Leiſtungsfähigkeit der Stadt den Gedanken an einen Neubau endgültig aufgeben. Jedenfalls müſſen bis Oſtern 1915 die für das Realgymnaſium erforderlichen Räume beſchafft ſein. Bis dahin wird von Oſtern d. J. ab eine Klaſſe in dem evangeliſchen Gemeindeſaal unterrichtet.
Die Schlußfeier fand Mittwoch, den 19. März ſtatt. Aus dem Lehrerkolleginm ſchied aus Kandidat d. h. Lehramts Sauer, um bei Beginn des neuen Schuljahrs Oberlehrer an dem ſtädt. Gymnaſium und Realgymnaſium in der Kreuzgaſſe zu Cöln zu werden.
Das Knratorium bilden folgende Herren: Bürgermeiſter Major a. D. von Griesheim als Vorſitzender und Vertreter der Stadt bei den Prüfungen, Kaufmann Hartmann, Sparkaſſen⸗Rendant Sälzer, Schloßprediger Knoll, als ſtaatlicher Vertreter, der Direktor.


