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Wrexen(18 km), UIII über Weimar— Ahnatal nach Wilhelmshöhe und Caſſel(15 km), OIII über Hümme nach Carlshafen(18 km), UII nach Fürſtenberg—Höxter— Corvey, mit dem Dampfer nach Carlshafen(20 km), OII über Frankenberg— Battenberg nach Laasphe und Biedenkopf(15 km).
Donnerstag, den 4. Juni, wurde von 3 Uhr ab bei unſicherem Wetter das Schulfeſt auf dem Königsberg in der gewohnten Weiſe durch Schießen mit dem Blasrohr und Teſching, durch Spiele und Schauturnen gefeiert. Als die beſten Turner wurden Wendland(OII), Marc(OID), Henkel(Oll) und Koch(UII) ausgezeichnet. Um ⁄½6 Uhr, als der Tanz beginnen ſollte, machte ein langandauernder, wolkenbruchartiger Gewitterregen dem Feſt ein Ende.
Sommerferien: Freitag, den 5. Juli bis Dienstag, den 6. Auguſt.
Ein Wettſchwimmen konnte in dem regenreichen und kühlen Sommer nicht ſtattfinden.
Montag, den 2. September unternahmen wegen der unſicheren Witterung die Schüler der Oll und UII, denen ſich einige Obertertianer anſchloſſen, unter Leitung ihrer Ordinarien einen Ausflug nach Caſſel zur Beſichtigung der Stadt, beſonders des Muſeums und der Gemäldegalerie, und zum Beſuch des Hoftheaters, in dem Grillparzers Medea gegeben wurde. Abfahrt 10, Heimkehr 12. Der Direktor gab in einer Anſprache einen Überblick über die Entwicklung Caſſels, wies auf die geſchichtliche Bedeutung der Stadt und insbeſondere des Schloſſes Wilhelmshöhe hin und gedachte des Sedantags und unſerer Pflicht. Alle übrigen Schüler und Lehrer machten einen mit einem Kriegsſpiel verbundenen Ausflug nach der Kugelsburg bei Volkmarſen. Abmarſch 2 Uhr, Heimkehr mit der Bahn 72. Die Anſprache hielt Kandidat Pfeifer.
Herbſtferien: Sonnabend, den 28. September bis Montag, den 14. Oktober.
Am Ende des Sommerhalbjahrs ſchied aus dem Lehrerkollegium der wiſſ. Hilfslehrer Kueuper, nachdem er dem Progymnaſium zu Hofgeismar überwieſen wurde. Bei Beginn des Winterhalbjahrs wurden als Oberlehrer angeſtellt die Kandidaten d. h. Lehramts Dr. Prinz und Dr. Hufnagel.
Wilhelm Prinz, geb. am 27. März 1884 in Offenbach a. M., evangeliſch, beſuchte das Goethe⸗Gymnaſium zu Frankfurt a. M., ſtudierte Mathematik und Phyſik ſowie Griechiſch und Lateiniſch von Oſtern 1902 bis Oſtern 1906 zu Göttingen, beſtand dort am 20. November 1908 die Staatsprüfung, leiſtete von Oſtern 1909— 1910 das Seminarjahr am Goethe⸗Gymnaſium zu Frank⸗ furt a. M., das zweite Vorbereitungsjahr, zugleich als wiſſenſchaftlicher Hilfslehrer, von Oſtern 1910— 1911 am Kaiſerin⸗Friedrich⸗Gymnaſium nebſt Realſchule zu Homburg v. d. Höh ab, wurde am 18. Februar 1911 zu Freiburg i. Br. zum Dr. phil. promoviert, genügte ſeiner Dienſtpflicht als Einjährig⸗Freiwilliger vom 1. April 1911 bis 31. März 1912 beim 1. Inf.⸗Rgt. Nr. 168 zu Butz⸗ bach und war vom 1. April bis 30. September 1912 als wiſſenſchaftlicher Hilfslehrer am Gymnaſium zu Homburg v. d. Höh beſchäftigt.
Otto Hufnagel, geboren am 4. Oktober 1885 in Frankfurt a. M., evangeliſch, beſuchte von Oſtern 1896 bis Oſtern 1905 das dortige Leſſinggymnaſium und ſtudierte ſodann in Heidelberg und Leipzig Geſchichte, Philoſophie und deutſche ſowie klaſſiſche Philologie. Im Sommer 1909 wurde er in Leipzig auf Grund der Abhandlung:„Kaſpar Schlicks letztes Hervortreten in der Politik nebſt einem kritiſchen Beitrag zu dem Fälſchungsproblem“ zum Doktor der Philoſophie promoviert. Die Diſſertation erweiterte er zu der Abhandlung„Kaſpar Schlick als Kanzler Friedrichs III“.(Mitt. des Inſt. für öſterreichiſche Geſchichtsforſchung, Ergbd. VIID). Die Staatsprüfung beſtand er am 22. Juni 1910 in Leipzig. Das Seminarjahr leiſtete er an dem Wöhler⸗Realgymnaſium zu Frank⸗ furt a. M. ab, das 2. Vorbereitungsjahr am Realgymnaſium i. E. zu Arolſen.—
Am 15. November ſahen faſt alle Schüler die wirkungsvollen Lichtſpiele„Columbus“ und„Körner“, die in der Turnhalle von dem Berliner Urania⸗Theater zu Gunſten der Flugſpende aufgeführt wurden.


