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Am 29. September feierte Schulrat Dr. Ebersbach ſeinen ſiebzigſten Geburtstag. Er hatte ſich jede öffentliche Feier und jedes mit materiellen Opfern verbundene Geſchenk entſchieden ver⸗ beten und verlebte den Tag in aller Stille fern von Arolſen; aber die Liebe und Verehrung der jetzt und früher unter ſeiner Leitung wirkenden Lehrer, der vielen alten und jungen Schüler fand ihren Weg doch zu ihm. Mit den herzlichſten Glückwünſchen überſandten ſie ihr Bild in einem prächtigen Album, das ſpäter von Oberlehrer Schmidt überreicht wurde, und in richtigem Gefühl für die Eigenart des Jubilars, der auf das Gemeinwohl ſtets mehr als auf den eigenen Vorteil bedacht war, wurden die vielen, teilweiſe recht bedeutenden Gaben meiſt zur Förderung der Schule verwandt: So erhielt das Realprogymnaſium eine ſchöne Hausorgel, ein Bismarckbild von Lenbach in Eichenrahmen, 2 Büſten, Jupiter von Otricoli und Juno von Ludoviſi, und Herr Karl Lingelsheim in Dresden ließ in ſeinem und ſeiner Gattin Namen 200 Exemplare von Rhode, Kaiſer Wilhelm der Erſte oder Barbaroſſas Erlöſung an die Lehrer und Zöglinge der Arolſer Schulen verteilen; Oberlehrer Schmidt ſchenkte ein wertvolles Skioptikon und 4 Lehmannſche Anſchauungsbilder mit Wechſelrahmen. Für alle dieſe Zeichen treuer Liebe ſage ich im Namen der Anſtalt auch an dieſer Stelle herzlichen Dank.
Herbſtferien: Sonnabend, 26. September bis Dienstag, 13. Oktober.
Am Schluß des Sommerhalbjahres ſchied Schulrat Dr. Ebersbach, der 25 Jahre als Lehrer(ſeit 1859) und darauf 20 Jahre als Leiter ſegensreich an der Anſtalt wirkte, aus ſeinem Amt, das die Leitung ſämtlicher Schulen Arolſens umfaßte. Seine vielſeitige Bildung, ſeine vertrauensvolle Hingabe an die Jugend, die friſche, ſchöpferiſche Kraft, die ſeinen Unterricht bis zum letzten Augenblick auszeichnete, gewannen ihm die Liebe und Verehrung der Lehrer und Schüler, die ſeinen Abgang ſchmerzlich empfanden. Der Gemeinderat ernannte ihn zum Ehrenbürger und Se. Majeſtät der König von Preußen ehrte ihn durch Verleihung des Roten Adlerordens III. Klaſſe.
Am 1. Oktober wurde die Leitung des Realprogymnaſiums von dem Rektorat der höheren Töchterſchule und Volksſchule getrennt.
Direktor des Realprogymnaſiums wurde der vom Gemeinderat einſtimmig gewählte und durch Allerhöchſte Kabinetts⸗Ordre vom 19. Auguſt beſtätigte Dr. Adolf Menk, der ſeit dem Jahre 1887 als Oberlehrer an der Anſtalt wirkte.
Dienstag, den 13. Oktober, 10 Uhr fand die Einführungsfeier ſtatt. Nach dem Geſang: O Gott, du frommer Gott— und nachdem der 121. Pſalm verleſen war, ergriff der Vertreter der Königlichen Behörde, Herr Provinzial⸗Schulrat Dr. Kaiſer, das Wort. Nachdem er die großen Verdienſte des Schulrats Dr. Ebersbach nicht allein um das Realprogymnaſium, ſon⸗ dern um das geſamte Schulweſen Waldecks hervorgehoben hatte, ſprach er über die Pflichten des Leiters und der Lehrer, betonte, daß das Provinzial⸗Schulkollegium im Hinblick auf die bisherige Tätigkeit des Gewählten ohne jedes Bedenken die Genehmigung der Wahl beantragt habe, und überreichte unter Glück⸗ und Segenswünſchen die von Sr. Majeſtät dem König von Preußen unterzeichnete Beſtallungsurkunde. Herr Geh. Hof⸗ und Kammerrat Dr. von Möhl⸗ mann ſprach darauf als Vertreter der ſtädtiſchen Behörden die herzlichſten Glückwünſche aus und gab der Hoffnung auf eine weitere Entwicklung der Anſtalt Ausdruck. Nach dem Liede: Mit dem Herrn fang alles an... redete der Direktor, nachdem er ſeinen Dank ausgeſprochen hatte, über das Zuſammenwirken des Leiters, der Lehrer und Zöglinge, über„Wege und Ziele


