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das Kollegium ein, und als Nachfolger von Herrtt Pfarrer Dr. Beck« übernahm Herr Pfarrvertvalter Ernst Steiner, seither Pfarrassistent in Worms-Neuhausett, den Religsousunterricht an der Anstalt. Herr Assessor Guntrutn trat am 16. Mai eine achtwöchige tnilitärische Ubung an, er wurde für diese Zeit vertretett durch Herrn Affessor Zwißler, seither Volontär am Ghmuasinm in Bensheim. Herr Affeffor Scheerer wurde durch Allerhöchstes Dekret vom 27. Mai»zittii Oberlehrer an der Anstalt er- nannt und am 4. Juni ebenfalls zu einer achtwöchigen militiirischeu Ubung eingezogen. Seine Vertretung übernahm Herr Afsefsor Heineck.
Gleich in den ersten Tagen des Schnljahrs hatten wir auch den Tod eines braven Schülers zu beklagen. Arn 30. April starb der Untersekundaner Heinrich Banmgärtner aus Schlitz, der der Anstalt erst seit dem 21. April angehörte, ganz plötzlich nach nur ztoeitägigeiti Kranksein. Lehrer und Klassen- kameraden gaben ihm in seinem Heimatstiidtchen das letzte Geleite. Der Klasseuführer gab am Grabe dem Gefühl des Schinerzes über das jähe Ableben und der Anteilnahme an dein schweren Verlust, der die Eltern betroffen hatte, Ausdruck.
Jm übrigett verlief der erste Teil des Schuljahres bis zu den Sotnmerferien im gewohnten Geleise.
Die Mobilm achung erschütterte den Bestand der Schule aufs schwerste. Als der Unterricht nach den Sommerferien am Z. August wieder beginnen sollte, hatteti von den 15 Lehrkräfteti der Schule 10 ihren Gestellungsbefehl erhalten. Es tvaren dies die Herren Oberlehrer Diemer, Mulih, Scheerer und Schimpf, die Herren Lehramtsassefsoren Dr. Berg, Graeber, Guntrnm und Heiueck, Herr Lehr- atntsreferendar Dr. Schmidt und Herr Reallehrer Dotter. Drei von ihnen waren bereits abgereist, die übrigen hatten im Lauf der nächsten 3 Tage einziiriicken An irgend einen Ersatz war vorläufig nicht zu deuten. So mußte denn der Schulbetrieb mit den noch vorhandenen 5 Lehrkräften, so gut es ging, aufrecht erhalten werden; die Schiiler wurdett zu diesem Ztveck in siins Abteilungen zusanttnengefaßt. So ging es vom 4.—17.August. Die Schülerzahl war übrigens auch auf mehr als die Hälfte zurückgegangen, denn einmal fehlten sämtliche auswärtigen Schüler, die täglich mit der Eisenbahn zu kommen pflegten, da am 4. August der Militärfahrplait in Kraft getreteti war, und dann waren auf Grund der Verfügung des Generalkommandos eine große Zahl von Schülern der oberen und mittleren Klassen zu Hilfeleistuugen bei den Erntearbeiten beurlaubt worden. So erschienen z. B. am 6. August insgesamt nur 96 Schüler zum Unterricht.
Am 17. August traf der erste Ersatz ein. Herr Lehramtsrefereudar Dr. Spaar, seither Volontär an der Ernst Ludwigs-Schule itt Bad Nauheini, wurde der Anstalt zugewiesen; außerdem kehrte Herr Reallehrer Dotter wieder zurück. Auch sreiwillige Hilfskräfte stellteti sich in anerkennenswertefter Weise ztir Verfügung: Die Gattin des hiesigen Fabrikanten, Herrn Karl Berck, der im Felde steht, eine ge- prüfte englische Lehrerin, übernahm englische Kouversatiou und Leklüre in den drei obersten Klassen; der israelitische Religionslehrer an der Anstalt, Herr Kahtt, übernahm einen Teil des Unterrichts in den Borschulklasseu, Und Herr Lehratntsasfesfor Plocl) von hier, z. Z. aus dem Staatsdienst beurlaubt nnd am Garnierschen Justitut in Friedrichsdorf tätig, stellte sich für die Zeit seiner Ferieit, bis zum 14. Oktober, ebenfalls zur Verfügung."
Am 20. August-traf Herr Lehramtsreferendar Engel hier ein. Er war bis 19«16 aus dem Staatsdieiist beurlaubt gewesen nnd seither als Lehrer an der Ecoie ci’Aquit-iing in Lamotte-Beuvron tätig. Beim Kriegsausbritch hatte er Frankreich verlassen und auf weiteren Urlaub verzichtet. Daraufhitt wurde er unserer Anstalt zugewiesen. Mit feinem Eintritt ins Kollegium konnte auch der französische Unterricht wieder aufgenommen werden, für den es seither an einer Lehrkraft gefehlt hatte. Am 25. November tvnrde Herr Engel zum Lehratntsassessor ernannt.
Mit diesen Lehrkräftett mußte der Unterrichtsbetrieb bis zli den Herbstferien, die am 26. September begannen, durchgeführt werden.
Nach den Herbstferien katn als weiterer Ersatz für die einberufeneu Herren: Herr Lehramtsassessor Fritz Elbert, vorher· an der Realschule zu Wimpfen, ferner Herr Lehraintsassesfor Alois Zilch, seither ati der Oberrealschiile ztt Heppenheim; ferner Fräulein Luise Endtier, Schulverwalterin aus Dartnstadt. Außerdem hatte Herr Assessor Ploch auf Wunsch des Großherzoglichen Ministeriums seinen Vertrag mit seinem seitherigen Direktor gelöst und war wieder in den hessischett Staatsdietist zurückgekehrt. Er übernahm ebenfalls eine Lehrerstelle an unserer Anstalt.
Nach dem Eintritt dieser« Lehrkräfte tvurde der Unterricht nahezu vollständig wieder aufgenommen, obgleich zwei Lehrkräfte noch nicht ersetzt waren. Ermöglicht wurde es durch erhöhte Stundenzahl der Lehrer, durch Zusammenlegung von Klassen in einzelnen Unterrichtsgegenständen nnd dadurch, daß der Turunnterricht in den Klasseii vott llla an abwärts durch Primauer erteilt wurde.
Das Geschick der ins Feld gerückten Kollegeit, von denen sechs sofort iu’s Feuer kamen, verfolgten


