Aufsatz 
Beschreibung des Neubaues der Herderschule / von dem Bauleiter G. Almé
Entstehung
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13. Die Turnhalle.

Die Turnhalle liegt unter der Aula zu ebener Erde und iſt ſowohl vom Erdgeſchoß des Schul⸗ gebäudes als auch vom Hofe aus zugänglich. Ihr ſchließt ſich je ein Raum zum Ankleiden für die Lehrerinnen und Schülerinnen ſowie ein beſonderer Raum zum Aufbewahren der Turngeräte an.

14. hHeizung, Lüftung, Beleuchtung und Signalanlage.

Das Schulgebäude wird durch eine Niederdruckdampfheizung erwärmt. Die Wärmeerzeugung geſchieht mittelſt einer im Keller aufgeſtellten Batterie und dreier eingemauerter ſchmiedeeiſener Keſſel von je 40 qm Heizfläche. Während unter den Fenſtern der Klaſſenzimmer Rohrſchlangen angebracht wurden, haben die Verwaltungsräume und Korridore die üblichen Radiatoren erhalten. Außerdem wurden in den erſteren zur vorübergehenden Beheizung während der Ferien noch Gasöfen aufgeſtellt. Die Verſorgung der Schulzimmer mit geſunder Luft geſchieht dadurch, daß friſche und vorgewärmte Luft an geſchützter Stelle im Keller angeſaugt und durch ein Schräg⸗Schaufelgebläſe in die Zuluft⸗ kanäle gedrückt wird. Die Anlage arbeitet in der Regel mit einem ſtündlich zweimaligen Luftwechſel.

Die Beleuchtung erfolgt durch elektriſches Licht. In den Klaſſen ſind 13 Glühlampen von je 32 Kerzenſtärke im Abſtand von 80 cm an der Decke aufgehängt; kegelförmige, weißemaillierte Schirme befördern die Lichtzerſtreuung. Der Zeichenſaal wird gleichfalls durch Glühlampen und zwar unter Verwendung halb⸗indirekter Beleuchtung erhellt; da die ſtädtiſche Zentrale mit Wechſelſtrom arbeitet, war die Verwendung von Bogenlampen nicht empfehlenswert.

Die elektriſche Pauſenſignalanlage arbeitet automatiſch im Anſchluß an eine, im Schreibzimmer aufgeſtellte Zentraluhr, die gleichzeitig die Nebenuhren in den Verwaltungsräumen reguliert.

Die Feueralarmanlage kann von jedem Stockwerk aus bedient werden. Das Signal wird durch die in den Fluren verteilten Hupen gegeben und kann im Schuldienerzimmer abgeſtellt werden.

15. Die Bedürfnisanſtalt.

Die Bedürfnisanſtalt iſt an die Turnhalle angebaut und mit 32 Einzelkloſetten eingerichtet. Sie iſt durch eine Vorhalle verdeckt, vom Schulgebäude und der Turnhalle ſowie auch vom Hofe aus zu erreichen.

16. Das Wohnhaus für den direktor und den Schuldiener.

Das Wohnhaus enthält im I. Obergeſchoß und dem ausgebauten Dachgeſchoß die Dienſtwohnung des Direktors, im Erdgeſchoß diejenige des Schuldieners; im Kellergeſchoß die beiden Wohnungen gemeinſame Waſchküche und die Haushaltungs-, Kohlen⸗ und Heizkeller.

Die Direktorwohnung beſitzt einen beſonderen, von der Schuldienerwohnung getrennten Eingang und ſteht mit dem Schulgebäude in unmittelbarer Verbindung. Im I. Obergeſchoß liegen um die Diele gruppiert drei Wohnräume von je 16,00 28,00 dm. Bodenfläche, ſowie die Küche mit der Speiſekammer. Das ausgebaute Dachgeſchoß enthält ein Wohn⸗ und drei Schlafzimmer in der Größe der Wohnräume des I. Obergeſchoſſes, ſowie ein Badezimmer und eine Mädchenkammer. Die Dach⸗ ſchrägen ſind an geeigneter Stelle durch den Einbau von Wandſchränken vorteilhaft ausgenützt. Die Treppenaufgänge, die Diele und die Wohnräume ſind hinſichtlich der Ausſtattung bevorzugt. Die Beheizung erfolgt durch Zentral⸗Warmwaſſerheizung.

Die Schuldienerwohnung beſteht aus drei je 16,00 23,00 dm. großen Zimmern, der Küche mit Speiſekammer, dem Bad und einer Mädchenkammer. Es wurde beſonderer Wert darauf gelegt, ſämtliche Räume in dem Erdgeſchoß zu vereinigen. Die Beheizung erfolgt durch Einzelöfen.